Corona-Frise Noch sind die Friseure zu - Haare selbst schneiden!

Deutschland im Corona-Modus: Seit Wochen sind die Friseur-Salons geschlossen - und so manch einer konnte seinen lang vereinbarten Termin nicht mehr wahrnehmen. Die Haare wuchern, die Ansätze werden grau. Was tun? Am besten selbst zur Schere greifen, denn auch in Krisenzeiten gilt: Man sollte sich wohlfühlen.

Haare schneiden
Müssen die Friseure noch länger geschlossen bleiben, wird manch einem nichts anderes übrig bleiben, als selbst zu Schere oder Rasierer zu greifen. Bildrechte: Colourbox.de

Selber die Haare schneiden? Ganz ehrlich, normalerweise würden wir vor allem eines: Ihnen davon abraten! Nicht umsonst ist das Friseur-Handwerk ein mehrjähriger Ausbildungsberuf - und was der Friseur kann, kann eben nur der Friseur. Um sich die Langeweile in der Selbstisolation zu vertreiben oder aus dem Wunsch heraus, mal was neues auszuprobieren, sollten Sie also nicht zur Schere greifen. Lieber ein neues Styling ausprobieren, um Mähne oder Matte zu bändigen. Doch wenn der Pony zu lang oder der Mann unausstehlich wird - dann sollte gerade in Krisenzeiten fürs Wohlbefinden gesorgt werden. Allerdings gilt es ein paar Kleinigkeiten zu beachten, bevor man Schere oder Rasierer ansetzt.

Eine junge Frau lässt sich die Haare schneiden.
An einem Pixie-Cut sollten Sie sich als Laien nicht versuchen. Dafür ließ selbst Top-Model Twiggy ihren Friseur einfliegen ... Bildrechte: imago/United Archives

Was sollte man beim Haareschneiden beachten?

  • Das richtige Werkzeug verwenden ...

Weder Küchen- noch Nagelschere eignen sich zum Haareschneiden. Einfache Haarschneidescheren gibt's bereits ab zehn Euro im Drogeriemarkt - und der ist derzeit sogar noch offen.

  • Nehmen Sie sich nur einfache Schnitte vor!

Versuchen Sie nicht, eine neue Frisur zu kreieren. Ein asymmetrischer Bob oder ein schicker Pixie-Cut ist selbst für Fachleute eine Herausforderung. Nachschneiden lautet die Devise!

  • Millimeterweise vorgehen!

Schneiden Sie niemals mehr als einige Millimeter auf einmal ab. Tasten Sie sich so zur gewünschten Haarlänge vor.

  • Eher trocken schneiden

Nasses Haar ist länger, glatter - und fällt ganz anders als trockenes. Ein Friseur kann das natürlich abschätzen, ein Laie eher nicht. Locken daher immer trocken schneiden, glattes Haar kann mit einer Sprühflasche leicht angefeuchtet werden. Dann nach dem ersten Schnitt aber trocken föhnen - und nachkorrigieren.

  • Auf Hilfsmittel setzen: Von Haarklammer bis Ringelpulli

Ein Stielkamm, mit dem man einzelne Haarsträhnen abteilen und glattziehen kann sowie diverse Klammern und Haargummis zum fixieren der Strähnen sollte man sich vorab zurecht legen. Sind gerade Kanten wie beim Pony- oder Spitzenschneiden gefragt, ist ein Ringelpullover zur Orientierung sehr hilfreich.

Kampf dem Spliss! Spitzen schneiden bei Mädchen

Zuhause die Spitzen nachzuschneiden ist zumindest bei langen Haaren meist recht unproblematisch. Damit alles auf einer Länge bleibt und nicht ungewollt asymmetrisch wird, am besten ein Ringelshirt anziehen. Das bietet eine prima Orientierung.

  1. Glatte Haare leicht anfeuchten, Locken trocken lassen.
  2. Haare gründlich bürsten.
  3. Mittelscheitel ziehen und die Haare links und rechts über die Schultern legen.
  4. Mit einer Seite anfangen - und zwischendurch NICHT wechseln.
  5. Eine dünne Strähne zwischen Zeige- und Mittelfinger nehmen und straff nach unten ziehen. Die Schere senkrecht halten und von unten vorsichtig in die Spitzen reinschneiden.
  6. Lassen Sie sich Zeit - und gehen Sie in Ruhe Strähne für Strähne vor. Zwischendurch immer wieder die Längen abgleichen.

Haare schneiden
Ganz wichtig beim Haareschneiden: Lassen Sie sich Zeit und arbeiten Sie sich Millimeter für Millimeter vor. Bildrechte: Colourbox.de

Pony kürzen für gute Sicht

Wer noch keinen Pony hat, der sollte bis nach der Corona-Krise auf den modischen Schnitt warten. Denn beim Ponyschneiden kann leicht etwas schiefgehen. Wer bereits einen trägt, dem bleibt nicht viel anderes übrig, als selbst Hand anzulegen. Sonst geht irgendwann der Durchblick verloren ...

  1. Damit der Pony nicht kürzer wird als geplant, muss er vor dem Schneiden ordentlich gekämmt werden. Wichtig ist, dass das Haar dabei nicht platt an die Stirn gestriegelt wird, sondern locker fällt. Die Seitenpartien mit Haarklammern nach hinten stecken.
  2. Dann die Haare locker zwischen Zeige- und Mittelfinger nehmen und mit der leicht angewinkelten Schere von unten den Pony schneiden. Dabei Millimeter für Millimeter vorgehen und die Haare etwas von der Stirn weghalten.

Männer-Haarschnitt für kleine und große Jungs

Kleine Jungs lassen ihre Haare am liebsten wuchern, große werden unleidlich, wenn das Haupthaar nicht mehr sitzt. Zum Ärger des einen und zur Freude des anderen, kann Frau mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen. Aber Vorsicht: Übernehmen Sie für das Resultat bereits im Vorfeld NICHT die Verantwortung ...

  1. Über den Hinterkopf (von Ohr zu Ohr) einen Scheitel ziehen und die vordere Haar-Partie nach vorne kämmen.
  2. Die Haare am Hinterkopf in mehrere vertikale Strähnen teilen und in der Mitte mit dem Schnitt beginnen.
  3. Dafür eine der vertikalen Strähnen zwischen Zeige- und Mittelfinger nehmen und parallel zur Kopfform gerade abschneiden. So um den ganzen Kopf herum verfahren. Zum Oberkopf hin kann man die Haare etwas länger lassen.
  4. Alternativ kann man für diesen Part auch auf einen Rasierer zurückgreifen, den Aufsatz dafür auf sechs oder neun Millimeter einstellen.
  5. Dann sind die oberen, nach vorn gekämmten Haare an der Reihe. Dafür mehrere Strähnen bis zur Stirn ziehen und fixieren.
  6. Anschließend wie beim Hinterkopf verfahren - und die Strähnen parallel zum Kopf gerade abschneiden.
  7. Wichtig ist auch, die Haare direkt über den Ohren nicht zu vergessen. In diese Partien vorsichtig, wenige Millimeter von unten mit der Haarschere hinein schneiden. Dabei gut auf die Ohren aufpassen! Auch hier kann man mit einem Rasierer arbeiten. Dann werden die Konturen noch sauberer.

Bloß kein Grau? Ansätze nachfärben!

Gefärbtes Haar ist eine feine Sache - zumindest solange, bis die ersten Ansätze und schlechtesten Falles das gut vertuschte Grau sichtbar wird. Wie färbt man Ansätze zu Hause nach, wenn der Profi nicht helfen kann?

Haare schneiden
Färbt man sich die Ansätze zum ersten Mal zu Hause nach, sollte man sich beim Farbauftrag helfen lassen. Bildrechte: Colourbox.de

  1. Um "nur" die Ansätze und nicht auch die Lieblingsjeans zu färben, sollte man zu nächst seine Kleidung wechseln. Denn mit der Farbe zu kleckern, das passiert sehr leicht. Außerdem einen Kamm, ein altes Handtuch und eine Uhr bereitlegen, um die Färbezeit zu timen. Einweghandschuhe liegen den meisten Färbe-Sets bei.
  2. Der schwierigste Teil beim Ansatz färben ist, den Ansatz ersteinmal freizulegen. Dafür nimmt man einen Stielkamm, mit dem man Strähne für Strähne neue Scheitel zieht und dort die nachwachsenden Stellen behutsam mit dem Pinsel behandelt. Für ein gleichmäßiges Ergebnis sollte man oben anfangen, über die Seiten weitermachen und schließlich zum Kopfende gelangen. Und weil man sich selber nur schlecht auf den Kopf schauen kann, lässt man das am besten eine zweite Person machen.
  3. Sobald die Farbe komplett aufgetragen ist, misst man die auf der Packung angegebene Einwirkszeit. Ist die abgelaufen, sollte man die Farbe nochmal vorsichtig in die Kopfhaut einmassieren und maximal fünf weitere Minuten warten.
  4. Anschließend die Farbe mit lauwarmem Wasser aus dem Haaren spülen und ein Pflegeprodukt (Spülung) einmassieren.

Zum Thema "Haaransatz nachfärben" hat uns am Wochenende eine Zuschrift von BRISANT-Zuschauerin Zsuzsanna Tokmakidis erreicht. Zsuusanna ist Friseur-Meisterin und möchte nicht nur ihren Kunden, sondern all denen helfen, die jetzt zum ersten Mal selbst zum Pinsel greifen müssen. Vielen Dank für die tollen Tipps!

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 26. April 2020 | 17:00 Uhr

Mehr Ratgeber-Themen