Heizung Umweltfreundlich heizen - und dabei Heizkosten sparen

Wer zur Miete wohnt kann sich den Brennstoff nicht aussuchen, mit dem die Wohnung geheizt wird. Auch den meisten Hausbesitzern dürfte es schwerfallen, kurzerhand die Heizungsanlage gegen eine umweltfreundlichere oder gar klimaneutrale Version auszutauschen. Doch auch beim Heizen mit den vorhandenen Mitteln kann man viel für Umwelt und Klima tun - und dabei auch noch Geld sparen. Wie das geht? BRISANT hat nachgehakt.

Sparschweine auf einem Radiator
Am günstigsten und umweltfreundlichsten ist die Energie, die nicht verbraucht wird - insbesondere beim Heizen. Bildrechte: imago images/Panthermedia

Welche Temperatur für welchen Raum?

Egal, welche Art von Heizung man nutzt, man sollte effizient heizen. Und das beginnt mit der Wahl der richtigen Temperaturen.

Die Raumtemperatur sollte im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20°C betragen, im Schlafzimmer 16 bis 18 Grad, in der Küche 18 bis 20 Grad und im Bad 21 bis 23 Grad, so die Empfehlung des Umweltbundesamts. Entscheidend ist in allen Fällen die individuelle Behaglichkeitstemperatur.

Bereits ein Grad Unterschied senkt den Energieverbrauch

Bereits ein Grad weniger Temperatur senkt den Heizenergieverbrauch um durchschnittlich sechs Prozent. Das heißt nicht, dass man für richtiges Heizen frieren muss. Aber nachts oder tagsüber, wenn man einige Stunden nicht zu Hause ist, sollte die Raumtemperatur um einige Grad auf etwa 18 °C reduziert werden. Bei einer Abwesenheit von wenigen Tagen sollte die Temperatur auf 15 °C, bei längerer Abwesenheit noch etwas niedriger eingestellt werden.

Beim Einstellen der richtigen Temperaturen helfen herkömmliche Thermostate oder elektronische Thermostate, die sich exakt programmieren lassen. Vorhänge, Jalousien und Rollläden halten die Wärme auch über Nacht im Raum.

Eine Hand dreht am Thermostat einer Heizung
Beim Einstellen der richtigen Temperatur hilft das Thermostat. Bildrechte: Colourbox.de

Regelmäßiges Stoßlüften muss sein

Auch in ausreichend beheizten Räumen sammelt sich über den Tag Feuchtigkeit an. Um diese zu verringern und eine gute Luftqualität zu gewährleisten, ist regelmäßiges Lüften ein Muss.

Dabei ist es wirksamer, mehrmals täglich die Fenster ganz zu öffnen und fünf Minuten kurz und kräftig durchzulüften, als sie dauerhaft gekippt zu lassen. Denn: Je kühler die Zimmertemperatur, desto häufiger muss gelüftet werden, um eine Schimmelbildung durch Feuchtigkeit zu vermeiden.

Fenster und Türen abdichten

Viel Energie geht durch Zugluft an Fenstern und Türen verloren. Deshalb sollten undichte Fenster und Türen mit Schaumdichtungsband oder Gummidichtungen aus dem Baummarkt abgedichtet werden.

Vorsicht geboten ist bei Zimmern mit Gasetagenheizung: Viele dieser Heizungen ziehen die Verbrennungsluft direkt aus dem Aufstellraum. Hier sollte vorab mit Schornsteinfeger oder Heizungsinstallateur geklärt werden, welche Maßnahmen möglich sind.

Offene Fenster
Regelmäßiges Stoßlüften ist deutlich effizienter, als die Fenster dauerhaft gekippt zu halten. Bildrechte: imago images / CHROMORANGE

Heizungsanlage warten, Heizkörper entlüften

Zu Beginn der Heizperiode sollten sowohl Heizungsanlage als auch Heizkörper überprüft und gewartet werden. Dazu gehört die Überprüfung, ob sich Luft in den Heizungsrohren und Heizkörpern befindet und ob die Heizung richtig eingestellt ist.

Gluckert ein Heizkörper oder wird er trotz aufgedrehter Thermostatventile nicht richtig warm, muss er in der Regel entlüftet werden. Das kann man als Mieter auch selbst erledigen.

Was man außerdem beachten sollte:

  • Heizkörper nicht abdecken oder zustellen, da sich sonst die erwärmte Luft nicht im Raum verteilen kann. Möbel und Vorhänge gehören nicht vor Heizkörper und Thermostatventile.
  • Heizkörper sollten regelmäßig von innen und außen gereinigt werden. Das sorgt für eine bessere Heizleistung und ein besseres Raumklima.
  • Nachts Rollläden und Vorhänge schließen. Das kann den Wärmeverluste durchs Fenster um etwa 20% verringern.
  • Hinter den Heizkörpern eine Isolationsschicht aus Dämmfolie anbringen. Das verhindert, dass die Wärme über die Außenwände entweicht.
  • Elektrische Heizlüfter und Radiatoren sind Energie- und Geldschleudern. Deshalb sollten sie ausschließlich im Notfall und nur kurzzeitig verwendet werden.
  • Um Schimmelbildung vorzubeugen, sollten Möbel von den Außenwänden abgerückt werden.
  • Vom einen Raum in den anderen zu heizen, bringt nichts. Das "Überschlagenlassen" des nicht geheizten Raumes führt nur feuchte Luft in den anderen Raum.
  • Türen von geheizten Räumen sollten möglichst geschlossen bleiben.

Quellen: umweltbundesamt.de/BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. Oktober 2021 | 17:15 Uhr

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