Gesundheit Pollenallergie: Heuschnupfen erkennen, lindern und vorbeugen

Frühlingszeit ist Pollenzeit - und für so manch Heuschnupfen-Geplagten der Auftakt zum alljährlichen Leiden. In diesem Jahr dürften auch die Reaktionen der Mitmenschen wenig mitfühlend sein: Die Corona-Angst ist allgegenwärtig. Weshalb reagieren manche Menschen allergisch auf Pollen, wie kann man die Symptome lindern oder gar vorbeugen? Und wann sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen? BRISANT hat nachgehakt!

ILLUSTRATION - Eine Frau mit Heuschnupfen und Taschentuch vor ihrer Nase.
Frühlingszeit ist Heuschnupfenzeit: Gut 16 Prozent aller Bundesbürger leiden an einer Pollenallergie. Bildrechte: dpa

Kaum ist die Grippesaison überstanden, geht es für Allergiker auch schon weiter. Denn: Frühling ist Heuschnupfenzeit. Und von dem sind gut 16 Prozent aller Bundesbürger betroffen. Wer also dauerhaft an Erkältungssymptomen leidet - in ganz schlimmen Fällen klagen Patienten auch über starke Kopfschmerzen, Benommenheit und grippeähnliche Symptome - sollte sich auf eine Pollenallergie testen lassen.

Eine Angst kann man Betroffenen jedoch gleich vorweg nehmen: Laut Expertenangaben sind Pollen-Allergiker in der Corona-Pandemie nicht stärker gefährdet als andere Menschen und gehören damit NICHT zur sogenannten Risikogruppe.

Weshalb bekommt man überhaupt Heuschnupfen?

Leidet man an Heuschnupfen, hat der Körper Antikörper gebildet, die eigentlich zur Abwehr von Bakterien oder Viren gedacht sind. Bei Allergikern richten sich diese Antikörper gegen eigentlich harmlose Substanzen, zum Beispiel Pollen, und verursachen Reizreaktionen.

Eine Ursache dafür kann sein, dass unsere Immunsysteme in Kinderjahren immer weniger Kontakt zu Pollen und anderen allergieauslösenden Stoffen haben. Dadurch werden sie auf diese Stoffe nicht trainiert und halten sie später für gefährlich. Weitere Gründe können die individuelle genetische Veranlagung, Luftschadstoffe, Tabakrauch, Auswirkungen des Klimawandels, Infektionen, Psychische Faktoren, Ernährung oder Bakterien sein.

Blüten der Haselnuss geben Pollen ab
Leidet man an Heuschnupfen, hat der Körper Antikörper gegen bestimmte Pollenarten gebildet. Bildrechte: Imagi/imagebroker/schreiter

Wichtig: Heuschnupfen nicht unbehandelt lassen!

Je nach Schweregrad sollte man eine Pollenallergie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn schlimmstenfalls kann eine Nicht-Behandlung allergisches Asthma mit Atemnot oder Kurzatmigkeit verursachen.

Außerdem ist eine Pollenallergie für Betroffene durchaus belastend. Gerade Kinder und Jugendliche klagen über Konzentrationsprobleme infolge der Beschwerden. Bei besonders schweren Fällen kann es sogar zu Depressionen kommen.

Sambolfoto - Pollenallergie. Übergroße Pollen fliegen durch die Luft.
Je nach Intensität kann eine Pollenallergie sehr belastend sein. Nehmen Sie das nicht auf die leichte Schulter! Bildrechte: IMAGO

Prick- oder Bluttest?

Ob ein Patient allergisch auf Pollen reagiert, wird in der Regel mit einem sogenannten Prick-Test ermittelt. Dabei werden auf den Arm des Patienten verschiedene Allergene aufgetragen und die Haut an den Teststellen leicht eingeritzt. Bilden sich kurze Zeit später Quaddeln, liegt eine Allergie vor.

Noch aufschlussreicher ist allerdings ein Bluttest. Denn damit lässt sich genau ermitteln, auf welche Pollen ein Patient allergisch reagiert und die Therapie entsprechend anpassen.

Pricktest
Beim sogenannten Prick-Test werden die Allergene direkt auf die Haut aufgetragen. Bildrechte: imago/Revierfoto

Pollenallergie - Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Leidet man an nur leichten Symptomen, muss man nicht sofort zum Arzt gehen. Oft genügt der Gang zum Apotheker, von dem man sich in Sachen Nasenspray, Augentropfen und leichtes Antihistaminikum beraten lassen kann. Achten Sie darauf, dass die Medikamente keine Nebenwirkungen wie Müdigkeit verursachen!

Bei schwereren Verläufen sollte auf jeden Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden. Der entscheidet dann mit Ihnen gemeinsam, ob beispielsweise ein kortisonhaltiges Nasenspray genutzt werden sollte - oder ob Sie für eine sogenannte Hyposensibilisierung infrage kommen.

Die Ursache der Allergie bekämpfen: Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung ist ein Standard-Verfahren, mit dem sich Allergiker besser und dauerhaft vor Heuschnupfen schützen können. Sie ist die einzige Behandlungsmethode, die die Ursache der Pollenallergie und nicht nur ihre Symptome bekämpft.

Per Spritze, Tropfen oder Tabletten wird der Körper über Monate - manchmal sogar über Jahre - an das Allergen gewöhnt. Und zwar so lange, bis er es verträgt und nicht mehr allergisch reagiert.

Das können Sie selbst gegen Heuschnupfen tun!

Nicht nur Medikamente, auch einfache Haushalts-Tricks können bei zumindest leichten Pollenallergien helfen, die Beschwerden zu lindern.

Auf einer Wäscheleine hängt Wäsche
Allergiker sollten ihre Wäsche in der Pollensaison nicht im Freien trocknen. Bildrechte: Colourbox.de

Richtig lüften!

Auf dem Land ist die Pollenbelastung vor morgens, in der Stadt vor allem abends besonders hoch. Das sollte man beachten, wenn's ans Lüften geht. Auf dem Land ist es zwischen 19 Uhr und Mitternacht am günstigsten, in der Stadt sollte man zwischen 5 und 8 Uhr die Fenster öffnen.

Pollenfrei Auto fahren

Halten Sie die Fenster während der Fahrt geschlossen und schalten Sie die Lüftung aus. Zusätzlich kann man in letztere einen Pollenfilter einbauen lassen. Den sollte man allerdings regelmäßig reinigen.

Die richtge Haarpflege

Leidet man an einer Pollenallergie, sollte man in der Saison jeden Abend seine Haare waschen, um die Pollen zu entfernen. Bei Männern gilt das auch für den Bart. Und: Je länger die Haare, desto größer ist die Auflagefläche für Pollen. Deshalb sind offene Haare keine gute Idee.

Allergiefreie Urlaubszeit

Wer kann, sollte in der Pollenhochsaison verreisen. Am Meer und in den Hochgebirgen ist die Pollenbelastung geringer. Das sorgt für Entspannung vom Alltag UND der Allergie!

Wäsche und Haushalt

Seine Kleidung sollte man am Abend möglichst nicht im Schlafzimmer ausziehen, um dort keine unnötigen Pollen zu verteilen. Und so schwer es auch fallen mag: Frisch gewaschene Wäsche sollte man nicht im Freien trocknen, damit sich darauf keine Pollen anhaften können.

Allergieschwächende Lebensmittel

Einige Lebensmittel senken die Histaminproduktion im Körper und beugen Entzündungen vor. Dazu zählen Brokkoli, Sesam, schwarze Johannisbeere, Seelachs, Frischkäse und Hirse.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 16. April 2020 | 17:15 Uhr

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