Krebsvorsorge Hodenkrebs: So wichtig ist die Früherkennung

Hodenkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei jungen Männern. Doch sind die Heilungschancen gut, wenn er früh erkannt wird. Wie tastet "Mann" den Hoden richtig ab und auf welche Alarmsignale sollten Sie achten?

Illustration - Hodenkrebs
Auch kleine Tumore lassen sich dank der richtigen Abtasttechnik gut erkennen. Bildrechte: imago/Science Photo Library

Schock für den BVB im Sommer: bei Neuzugang Sébastien Haller wurde ein Tumor im Hoden entdeckt. Wie es scheint, werden auffallend oft bei Profi-Kickern Tumore entdeckt. In der Bundesliga ist Hallers Diagnose in diesem Jahr bereits der dritte Fall.

Nur eine Woche zuvor wurde bei Hertha-Profi Marco Richter ein Tumor gefunden. Timo Baumgartl, Verteidiger bei Union Berlin, musste sich im Mai einer Operation unterziehen, bei welcher ein Hodentumor erfolgreich entfernt werden konnte.

Timo Baumgartl von Union Berlin spielt den Ball.
Fußballprofi Timo Baumgartl (26) musste sich im Mai einer Operation unterziehen und wurde mit einer Chemotherapie behandelt. Bildrechte: dpa

Risikogruppe Fußball?

Fußballspielen selbst erhöht nicht das Risiko für Krebserkrankungen. Im Gegenteil: Ein gesunder Lifestyle, bei dem viel Bewegung und eine gute Ernährung eine Rolle spielen, reduziert sogar das Risiko auf eine Erkrankung. 

Jedoch ist Hodenkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern zwischen 20 und 40. Eine Altersspanne, in die die meisten aktiven Fußballspieler hineinfallen. Außerdem müssen sie sich regelmäßigen Checks unterziehen - Tumore werden daher rasch erkannt. In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.000 Männer neu an Hodenkrebs.

Hodenkrebs: So wichtig ist die Früherkennung

Eine spezielle Früherkennungsuntersuchung für Hodenkrebs gibt es nicht. Genau deshalb empfehlen Experten bereits in jungen Jahren: Jeder Mann sollte es sich zur Routine machen, beide Hoden einmal im Monat selbst abzutasten. Ein geeigneter Zeitpunkt ist nach einer warmen Dusche oder einem warmen Bad. 

Denn wird der Tumor früh erkannt, stehen die Chancen gut, dass man ihn erfolgreich entfernen kann. Laut der Deutschen Krebsgesellschaft liegen die Heilungschancen hier sogar nahezu bei 100 Prozent. Bei Diagnosen im stark metastasierten Stadium sinkt die Heilungschance jedoch auf ca. 70 Prozent. 

Die Hoden richtig abtasten: So geht's

Tasten Sie jeden Hoden einzeln auf der Vorder- und Rückseite ab. Halten Sie den Hodensack dabei am besten mit beiden Handflächen. So können Daumen und Zeigefinger beider Hände für das Abtasten benutzt werden. Rollen Sie den Hoden am besten zwischen dem Daumen und den Fingern hin und her. 

Bei diesen Auffälligkeiten sollten Sie zum Urologen


  • tastbare, schmerzlose Verhärtung im Hoden
  • Schwellungen oder Schmerzen im Hodenbereich
  • ein Schweregefühl oder ein Ziehen im Hoden oder in der Leiste
  • Gewicht und Größe haben sich verändert

Achtung: Wenn Sie solche Beschwerden bemerken, heißt das noch nicht, dass Sie an einer Tumorerkrankung leiden. Die Symptome können auch durch gutartige Erkrankungen verursacht werden.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 19. Juli 2022 | 17:15 Uhr

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