Rauchen ist absolut tabu Hohe Waldbrandgefahr im Osten Deutschlands

BRISANT | 04.06.2019 | 17:15 Uhr

Hohe Temperaturen und ausbleibende Niederschläge sorgen vor allem im Osten Deutschlands und in Teilen Bayerns derzeit für große Trockenheit. Vielerorts gilt deshalb die höchste Waldbrandwarnstufe fünf. Um Waldbrände zu verhindern, sollten Spaziergänger und Autofahrer dringend die Hinweise von Feuerwehr und Landesbehörden beachten.

Ein brennender Wald in der Nähe von Klausdorf in Mecklenburg-Vorpommern. (Archiv)
Ein brennender Wald in der Nähe von Klausdorf in Mecklenburg-Vorpommern. (Archiv) Bildrechte: dpa

Wie viele Waldbrände gibt es in Deutschland?

Jedes Jahr werden im Schnitt rund tausend Waldbrände registriert, die Schäden summieren sich auf etwa anderthalb Millionen Euro. In sehr trockenen Jahren wie 2018 kann dies noch mehr sein. Allein in Brandenburg mussten die Feuerwehren im vergangenen Jahr zu 512 Waldbränden ausrücken. In diesem Jahr gab es in dem Bundesland bereits mehr als 110 Waldbrände.

Darf im Wald geraucht werden?

Auf keinen Fall. Von März bis Oktober gilt ein generelles Rauchverbot in den Wäldern. In Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern ist das Rauchen im Wald sogar ganzjährig untersagt. Auch achtlos weggeworfene Glasflaschen, Scherben oder Folien können wie Brenngläser wirken und Feuer entfachen.

Auf einem Hinweisschild werden die Kraftfahrer gebeten, die Zigarettenkippen nicht aus dem Fahrzeug zu werfen.
Auf einem Hinweisschild werden die Kraftfahrer gebeten, die Zigarettenkippen nicht aus dem Fahrzeug zu werfen. (Archiv) Bildrechte: dpa

Was ist mit offenem Feuer?

Offenes Lagerfeuer und Grillen ist nur an besonders gekennzeichneten Feuerstellen erlaubt. Ansonsten darf im Wald und in der Regel in einer Entfernung von 100 Metern zum Waldrand, in einigen Bundesländern nicht unter 50 Metern Abstand, kein Feuer entfacht werden.

Was sollten Autofahrer beachten?

Autofahrer sollten keinesfalls Zigarettenkippen aus dem Fenster werfen. Denn das kann schnell einen Brand auslösen. Beim Ausflug in die Natur sollten Autofahrer nur ausgewiesene Parkplätze nutzen, denn Grasflächen können sich durch heiße Katalysatoren von Fahrzeugen schnell entzünden.

Aus einem Polizeihubschrauber ist ein brennendes Waldstück in der Nähe von Potsdam zu sehen. (Archiv)
Aus einem Polizeihubschrauber ist ein brennendes Waldstück in der Nähe von Potsdam zu sehen. (Archiv) Bildrechte: dpa

Können Wälder gesperrt werden?

Das ist durchaus möglich. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt zum Beispiel können die Forstbehörden bei hoher Waldbrandgefahr den Wald oder bestimmte Flächen sperren. Das wird durch entsprechende Schilder gekennzeichnet.

Welche Strafen drohen?

Nach dem Strafgesetzbuch ist die fahrlässige und vorsätzliche Brandstiftung allgemein strafbar. Sehr schwere Fälle können mit Gefängnis bestraft werden. Die Waldgesetze der einzelnen Bundesländer regeln außerdem Strafen für diejenigen, die gegen die Vorschriften verstoßen und beim Zündeln erwischt werden. Das bloße Anzünden einer Zigarette zum Beispiel kann Raucher ein Bußgeld zwischen 80 und 100 Euro kosten. In Berlin sieht das Landeswaldgesetz sogar Strafen von bis zu 50.000 Euro vor.

Wie soll man bei einem Brand reagieren?

Bei einem Wald- oder Flurbrand muss sofort die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 oder eine Polizeidienststelle unter der Notrufnummer 110 alarmiert werden. Dabei sollten möglichst der genaue Brandort, das Ausmaß und die Art des Feuers - also ob es am Boden oder in den Wipfeln brennt - und der eigene Standort angegeben werden. Eigene Löschversuche können eine Ausbreitung der Flammen verhindern, allerdings sollte sich niemand unnötig in Gefahr bringen.

Übernimmt die Versicherung den Schaden?

Wer einen Waldbrand verursacht, sollte unbedingt eine private Haftpflichtversicherung haben. Die übernimmt je nach Einzelfall den Schaden. In der Haftpflicht ist lediglich vorsätzliches Handeln ausgeschlossen und somit nicht versichert. Grobe Fahrlässigkeit ist hingegen inbegriffen. Fahrlässigkeit heißt, dass jemand einen Schaden zwar nicht willentlich herbeiführt, aber die erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt. Je nach Schwere der Mitschuld wird zwischen einfacher und grober Fahrlässigkeit unterschieden.

Ein Feuerwehrmann bekämpft einen Waldbrand bei Treuenbrietzen
Ein Feuerwehrmann bekämpft einen Waldbrand bei Treuenbrietzen in Brandeburg. (Archiv) Bildrechte: dpa

Die Waldbrandgefahrenstufen im Überblick

Waldbrandgefahrenstufe 1

Waldbrandgefahrenstufe 1

Der Wald kann ohne Einschränkungen betreten werden und die Waldbrandwarnung ist aufgehoben.

Waldbrandgefahrenstufe 2

Waldbrandgefahrenstufe 2

Es gibt keine grundsätzliche Einschränkung beim Betreten des Waldes. Um Zündquellen zu vermeiden, ist erhöhte Vorsicht geboten. Fahrzeuge dürfen weiter auf Waldparkplätzen abgestellt werden. Wege mit trockener Bodenvegetation nur im unbedingten Notfall befahren.

Waldbrandgefahrenstufe 3

Waldbrandgefahrenstufe 3

Es besteht eine erhöhte Waldbrandgefahr. Die zuständige Behörde darf den Wald sperren. Das Betreten des Waldes ist weiterhin erlaubt, aber bei der Nutzung von Waldparkplätzen ist erhöhte Vorsicht geboten (Stichwort: heiße Auspuffanlagen). Öffentliche Feuerstellen oder Grillplätze im und am Wald dürfen nicht mehr genutzt werden.

Waldbrandgefahrenstufe 4

Waldbrandgefahrenstufe 4

In Waldgebieten sollten öffentliche Straßen und Wege, sowie Waldwege aller Art nicht verlassen werden. Die Fortbehörde kann ausgewiesene Parkplätze, sowie touristische Einrichtungen im Wald sperren. Die zuständigen Behörden treffen gegebenenfalls zusätzliche Brandschutzmaßnahmen.

Waldbrandgefahrenstufe 5

Waldbrandgefahrenstufe 5

Die Forstbehörde und der Waldeigentümer dürfen den Wald sperren. Der Wald sollte weder betreten noch befahren werden. Ausnahmen gelten nur zu Kontrolltätigkeiten durch die Forstbehörde, sowie für Kräfte des Brandschutzes, Rettungsdienstes oder Katastrophenschutzes.

red/afp

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. Juni 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juni 2019, 14:54 Uhr

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