Nachhaltiger Trend Katzen- und Hundewolle: Aus Tierhaar Wolle spinnen

Den geliebten Vierbeiner am eigenen Leib tragen? Hunde- und Katzenwolle machen's möglich. Das Einzige, was man dafür tun muss, ist, den tierischen Liebling regelmäßig zu kämmen - und die gewonnene Unterwolle zu sammeln. Den nächsten Schritt übernimmt eine Spinnererei - oder man macht sich selbst ans Spinnen. BRISANT verrät, wie's geht.

Ein Hund liegt auf dem Sofa
Auch aus dem Fell von Hund oder Katze lässt sich wärmende Wolle spinnen. Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Wer einen langhaarigen Hund hat, kennt das Problem. Haart der Hund ab, liegt die Wohnung voller Haarflocken und beim Auskämmen kommen Berge von Unterwolle zum Vorschein.

Zum Wegwerfen ist die viel zu schade. Denn bei Hunde- und auch Katzenwolle handelt es sich um einen reinen Naturstoff. Zudem ist die Wolle kuschelig weich, kratzt nicht und hat vor allem im Winter eine angenehm wärmende Eigenschaft. Hundewolle soll bis zu 80 Prozent wärmer als etwa Schafwolle sein - und so weich wie Angora.

Auskämmen von Hundewolle
Kämmt man seinen Hund aus, erhält man jede Menge wertvoller Unterwolle. Bildrechte: dpa

Wie wird aus dem Fell von Hund oder Katze Wolle?

Die ausgekämmte Unterwolle von Hund oder Katze sollte locker in einem Karton, einer Papiertüte oder einem alten Kopfkissenbezug gesammelt werden. Keinesfalls in einer Plastiktüte! Wichtig ist, dass die Haare atmen können, sonst beginnen sie zu müffeln und können klumpen.

Empfehlenswert ist es, zu den Haaren ein Lavendelsäckchen oder ein Stück Schafmilchseife zu legen. Das sorgt für einen angenehmen Duft und hält Ungeziefer fern.

UND: Flink zum Rasierer zu greifen ist keine Lösung. Die Wolle muss tatsächlich ausgekämmt worden sein. Denn geschnittenes Haar lässt sich in der Regel nicht verspinnen. Außerdem sollte das zu verspinnende Tierhaar mindestens drei Zentimeter lang sein.

Hundewolle in einem Korb
Zum Wegwerfen ist das ausgekämmte Tierhaar zu schade. Bildrechte: dpa

Spinnerei finden: Wer verspinnt Hunde- und Katzenwolle?

Spinnereien, die Hunde- oder Katzenhaar zu Wolle verspinnen, gibt es mittlerweile viele. Wer via Suchmaschine nach "Hundewolle spinnen lassen" sucht, wird im Internet fündig.

Nachdem man das Tierhaar dort vorbeigebracht hat, wird es zunächst gewaschen und dann kardiert (gekämmt). Anschließend wird daraus am Spinnrad strickfertiges Garn gesponnen und verzwirnt. Für ein Knäuel von 100 g muss man mit Kosten ab etwa 20 Euro rechnen.

Anleitung: Machen Sie ihre Hunde und Katzenwolle selber!

Wer mag, kann sich auch selbst ans Spinnen machen. Aber auch dann gilt es, das Tierhaar im Vorfeld zu sortieren und anschließend bei einer Temperatur von 40 Grad und mit Wollwaschmittel zu waschen.

Dann das Haar zunächst mit Küchentüchern trocknen tupfen, danach zum weiteren Trocknen auslegen. Zwischendurch sollte man das Haar immer wieder vorsichtig auseinanderzupfen, damit es nicht verfilzt.

Anschließend sollte die Wolle noch einmal gekämmt werden - am besten mit einem Kardiergerät. Eine Kardiermaschine besteht aus zwei großen Walzen, in der das Haar durchgekämmt wird. Das Ergebnis ist ein greifbares Vlies, das sich gut verarbeiten lässt. Ein Kardiergerät muss man nicht unbedingt kaufen. In der Regel kann man es - ebenso wie ein Spinnrad - ausleihen. Alternativ ist es möglich, auf eine sogenannte Handkarde zurückzugreifen.

Spinnen von Hundewolle mit einem Spinnrad
Hundewolle kann man in einer Spinnerei zu strickfertiger Wolle spinnen lassen. Bildrechte: dpa

Nach dem Kardieren und Spinnen geht's ans Stricken

Ist das Haar gekämmt, kann es am Spinnrad oder - was deutlich mühsamer ist - mit einer Handspindel gesponnen und anschließend verzwirnt werden.

TIPP: Ist das Tierhaar zu kurz, empfiehlt es sich, beim Verspinnen Schaf- oder Alpakawolle dazu zu nehmen.

Ob Sie nun aus der gewonnen Wolle einen Schal, eine Mütze oder einen Pullover stricken möchten - der Fantasie sind keinerlei Grenzen gesetzt.

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Hund und Katze
Bildrechte: Colourbox.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 26. November 2021 | 17:15 Uhr

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