Ratgeber So nehmen Sie Ihrem Kind die Angst vorm Zahnarzt!

Zähne zusammenbeißen ist keine Lösung! Zumindest nicht beim Zahnarzt. Denn dort heißt es, den Mund weit zu öffnen. Und das fällt schon vielen Erwachsenen nicht leicht. Die Angst vorm Zahnarzt ist weit verbreitet. Wie vermittelt man seinem Kind ein gutes Gefühl, wenn der nächste Zahnarztbesuch ansteht? Und was kann man tun, damit die Angst vorm Zahnarzt gar nicht erst entsteht?

Kleines Mädchen hält sich eine Hand vor den Mund
Angst vorm Zahnarzt? Muss nicht sein! Bildrechte: Colourbox.de

Zahnärzte sind etwas ganz Normales!

Kinder haben feine Sensoren, registrieren alles, was ihre Eltern sagen oder tun. Insbesondere, wenn Sie selbst dem nächsten Zahnarztbesuch mit gemischten Gefühlen entgegen sehen, sollten Sie Ihr Verhalten gegenüber ihrem Kind genau beobachten. Vermeiden Sie es, dem Termin übermäßig große Beachtung zukommen zu lassen. Seien Sie nicht hektisch und versetzen Sie Ihr Kind auch nicht anderweitig in Aufregung. Ein Zahnarztbesuch ist etwas völlig Normales, wenn es darum geht, seine Zahngesundheit erhalten zu wollen. Genau das sollten Sie auch Ihrem Kind vermitteln.

Erlebnis vor Ort: Mitnehmen statt erzählen

Indem Sie Ihr Kind verbal auf einen Zahnarztbesuch vorbereiten, können Sie ihm eine erste Angst nehmen. Doch viel wichtiger ist das direkte Erlebnis vor Ort. Gehen Sie mit Ihrem Kind deshalb dann zum ersten Mal zum Zahnarzt, wenn noch gar nichts zu machen ist. Vertrauen zum Arzt baut Ihr Kind am besten auf, wenn er lediglich eine Kontrolluntersuchung durchführt.

Erstmal einen Kinderzahnarzt wählen ...

Kinderzahnärzte sind auf junge Patienten spezialisiert, verfügen meist über besondere Fähigkeiten und Methoden im Umgang mit ängstlichen Heranwachsenden. Außerdem führen sie die Kinder spielerisch an die Behandlung heran. Das hilft Ihrem Kind, Vertrauen auf- und Ängste abzubauen.

Negatives über den Zahnarzt? Verboten!

Niemand geht gerne zum Zahnarzt. Dennoch sollten Sie darauf verzichten, in Gegenwart Ihres Kindes Negatives über Ihren Zahnarzt zu erzählen. Versuchen Sie stattdessen, sich neutral und positiv zu geben.

Kuscheltier nicht vergessen!

Das Lieblingskuscheltier kann in Krisensituationen wahre Wunder wirken. Außerdem kann der Zahnarzt das Spielzeug in die Behandlung einbeziehen. Zunächst ist das Kuscheltier dran, dann der kleine Patient.

Ein Teddy im Heldenkostüm
Nehmen Sie das Lieblingskuscheltier mit zum Zahnarzt! Ist Teddy ein Held, lässt sich auch das Kind nicht lumpen ... Bildrechte: Colourbox.de

Erklären ist wichtig

Kinder haben viele Fragen. Ihnen darauf kindgerechte Antworten zu geben, ist wichtig. Dies gilt auch für den ersten Besuch beim Zahnarzt. Die Geräusche des Bohrers und die vielen seltsamen Geräte wirken auf viele Kinder verunsichernd. Umso wichtiger ist es, eventuelle Fragen ehrlich und kindgerecht zu beantworten - oder auch auf fragende Blicke zu reagieren.

Druck lähmt

Niemand lässt sich gerne unter Druck setzen - Kinder schon gar nicht. Sollte ihr Kind sich vehement weigern, beim Zahnarzt den Mund zu öffnen, lieber einen neuen Termin vereinbaren. Erpressungen und Drohungen werden den gewünschten Erfolg nicht bringen.

Nicht vorher trösten, aber ehrlich sein

Lügen ist keine Lösung! Ihr Kind wäre enttäuscht von Ihnen, falls Sie vor dem Zahnarztbesuch keinerlei Schmerzen versprechen, die Realität dann aber ganz anders aussieht. Nutzen sie für die Beschreibung von Schmerz verniedlichende Worte (wie zum Beispiel "pieksen") oder vergleichen sie ihn mit bereits durchstandenen Situationen (z.B. eine Impfung), die das Kind gut gemeistert hat.

Auch Trost sollte man im Vorfeld vermeiden. Denn wofür sollte getröstet werden, wenn es doch angeblich gar nicht schlimm wird ...

An einer Spritze hängt ein Tropfen Blut
Auf die richtige Wortwahl achten: Eine Spritze tut nicht weh, sondern piekst! Bildrechte: imago/imagebroker

Belohnen, nicht bestechen

In manchen Situationen hilft es, Kinder zu belohnen. Waren Angst und Anspannung vor dem Zahnarztbesuch groß, dann ist es angemessen, im Nachgang einen kleinen Wunsch zu erfüllen. Allerdings nicht dafür, dass das Kind lediglich seinen Mund geöffnet hat ... Und: Kündigen Sie die Belohnung nicht detailliert an. Denn bestechen sollte man Kinder niemals.

Letztes Mittel: sedieren und hypnotisieren

Ist eine Behandlung anders nicht möglich, können Hypnose oder ein leichtes Sedieren helfen. Das allerdings nur in Absrache mit dem behandelnden Zahnarzt und nicht in Eigenregie.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 12. Februar 2020 | 17:15 Uhr

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