Russland-Ukraine-Krieg Mit Kindern über den Krieg sprechen - worauf sollte man achten?

Ein Krieg in Europa? Für viele Deutsche war das lange undenkbar. Umso betroffener machen die aktuellen Bilder aus der Ukraine. Die gehen auch an unseren Kindern nicht spurlos vorbei. Wie erklärt man ihnen, was aktuell vor sich geht - und was ein Krieg bedeutet?

Kleines Mädchen vor dem Fernseher
Wie erklärt man Kindern den Krieg? Auf jeden Fall nicht, indem man sie mit den Nachrichten allein lässt. Bildrechte: IMAGO / imagebroker

In der Regel sind Eltern darum bemüht, ihre Ängste, Nöte und Sorgen von den Kindern fern zu halten. Beim aktuellen Krieg in der Ukraine dürfte sich das allerdings schwierig gestalten. Denn der ist nicht nur in den Medien omnipräsent, sondern auch unter Kindern bereits ein Thema.

Am Wissensstand des Kindes ansetzen

Ein Kindergartenkind wird vom aktuellen Russland-Ukraine-Konflikt im besten Fall noch nichts mitbekommen. Bei Schulkindern sieht das vermutlich anders aus. Wurde das Thema in der Schule behandelt, ist es sinnvoll nachzuhaken, worüber gesprochen wurde.

Dann ist man nicht nur über den Wissenstand des Kindes informiert, sondern kann zugleich ein Gesprächsangebot unterbreiten. Wird das nicht angenommen, sollte das kein Problem sein. Vermutlich hat das Kind in diesem Fall keinen Gesprächsbedarf.

Sicherheit geben, aber nicht verharmlosen

Schlimme Dinge hält man von seinem Kind am liebsten fern oder redet sie gegebenenfalls schön. Der richtige Weg ist das allerdings nicht.

Vor allem, wenn ein Kind das Thema Krieg von sich aus anspricht, gilt es zu reagieren. Verharmlosen sollte man den Krieg nicht, dem Kind jedoch die Sicherheit geben, dass ihm selbst nichts zustoßen kann.

Mutter und Sohn schlafen im Bett
Geben Sie ihrem Kind die Sicherheit, dass ihm selbst nichts zustoßen kann. Bildrechte: imago images / Westend61

Immer bei der Wahrheit bleiben

Kinder spüren die Unruhe der Eltern. Ihnen die Wahrheit zu verschweigen, macht keinen Sinn und schürt nur das Misstrauen. Erklärt man den Kindern die eigene Aufgewühltheit und ordnet sie ein, können sie in der Regel damit umgehen.

Über Gefühle sprechen

Sprechen Kinder über ihre eigenen Gefühle, kann man sich auch selbst ein Stück weit öffnen. Das zeigt ihnen, dass sie mit ihren eigenen Gefühlen richtig lagen und auf sie vertrauen können.

Mit Bedacht formulieren

Dennoch: Es sollte mit Bedacht formuliert und erklärt werden - und vor allem möglichst einfach. Dramatisieren und emotionalisieren sollte man auf keinen Fall.

Wissenslücken zugeben

Zu erklären, wie es zum Krieg zwischen Russland und der Ukraine kam, ist alles andere als einfach. Noch schwieriger ist es, die Sachverhalte einem Kind zu erklären. Daher lieber mit dem Kind Fakten gemeinsam recherchieren als Halbwissen oder Unwahrheiten weiterzugeben.

Mit den Kindern die Nachrichten im Fernsehen verfolgen?

Sicherlich haben in den letzten Tagen deutlich mehr Menschen Nachrichten geschaut als sonst. Vor allem jüngere Kinder sollten daran allerdings nicht teilhaben. Die bewegten Bilder könnten sie dauerhaft überfordern - und das zuvor Besprochene überdecken.

Zeigt das Kind Interesse an der Thematik, können altersgerecht aufbereitete Kinder-Nachrichten gemeinsam geschaut werden.

Kind Smartphone
Sensibilisieren Sie Ihre Kind für Fake-News in sozialen Netzwerken und im Internet. Bildrechte: dpa

Für Fake-News in sozialen Medien sensibilisieren

Spätestens ab dem Teenager-Alter haben Eltern kaum noch Einfluss darauf, welche Nachrichten ihr Nachwuchs konsumiert. Umso wichtiger ist es, das Kind bzw. den Teenie für Fake-News in sozialen Netzwerken und im Internet zu sensibilisieren. Zeigen Sie Ihrem Kind, wo es vertrauenswürdige Nachrichten findet!

Mit dem Kind gemeinsam zur Demo?

Eigentlich haben Kinder auf den meisten Demonstrationen nichts zu suchen, da sie weder die Inhalte verstehen können noch einer unnötigen Gefahr ausgesetzt werden sollten. Das ist im Fall von Friedensmärschen, bei denen weder Aggression noch Gewalt zu erwarten sind, anders.

Zumal Kinder, die mit dem Thema Krieg konfrontiert worden sind, gerne etwas dazu beitragen möchten, dass sich die Situation ändert. Das kann ihnen helfen, ihre Gefühle zu verarbeiten.

Das kann ein Kind aber auch, indem es Bilder malt, Briefe schreibt - oder in Hilfeaktionen eingebunden wird.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 01. März 2022 | 17:15 Uhr

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