Es kann jeden treffen! Depression: Was steckt dahinter und wie damit umgehen?

BRISANT | 28.11.2018 | 17:15 Uhr

Bisher ist unklar, welche konkreten Auslöser eine Depression verursachen. Es wird vermutet, dass viele Faktoren die Entstehung beeinflussen - genetische, Umweltfaktoren und aktuelle Ereignisse. Doch es gibt Warnsignale!

Eine junge Frau schaut traurig durch eine regennasse Fensterscheibe.
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Bekanntheit der ernsten psychologischen Krankheit soll helfen, Depressionen früh zu erkennen. So kann schnell geeignete Hilfe geleistet und möglicherweise Leben gerettet werden. Das ist wichtig, denn eine Depression könne jeden treffen, sagt Dr. Nicole Koburger. Sie ist Psychologin und Vorstandsvorsitzende des Leipziger Bündnisses gegen Depression.

Das kann der Nachbar von nebenan sein, der erfolgreiche Geschäftsmann, ein Politiker. Auch Kinder und Jugendliche können schon betroffen sein, aber auch alte Menschen. Man kann nicht sagen: Diese Person bekommt eine Depression, sie ist besonders anfällig.

Dr. Nicole Koburger | Leipziger Bündnis gegen Depression

Was ist eine Depression? Aus medizinisch-therapeutischer Sicht ist die Depression eine ernste Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen beeinflusst, mit Störungen von Körperfunktionen einhergeht und erhebliches Leiden verursacht. Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, können sich selten allein von ihrer gedrückten Stimmung, Antriebslosigkeit und ihren negativen Gedanken befreien. (Quelle: Stiftung Deutsche Depressionshilfe)

Es gibt Warnsignale

Bisher ist unklar, welche konkreten Auslöser eine Depression verursachen. Es wird vermutet, dass viele Faktoren die Entstehung beeinflussen - genetische, Umweltfaktoren und aktuelle Ereignisse. Doch es gibt Warnsignale: Wenn sich jemand über einen längeren Zeitraum stark verändert, könnte das auf eine Depression hindeuten.

Wenn sich die Person zum Beispiel zurückzieht und seine Freude an den Tätigkeiten verliert, die ihm bisher viel Spaß gemacht haben und jetzt kein Interesse mehr daran zeigt, kann das ein Hinweis sein. Auch wenn die Person viel im Bett bleibt, niedergeschlagen wirkt, antriebslos ist und keinen Appetit hat, könnte das auf eine Depression hindeuten.

Dr. Nicole Koburger | Leipziger Bündnis gegen Depression

Eine Frau sitzt zusammengekauert auf dem Boden
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So können Sie helfen!

Sollten Ihnen diese Veränderungen an Freunden, Bekannten oder Menschen aus der Familie auffallen, sollten Sie die Person direkt ansprechen, empfiehlt Nicole Koburger.

Viele Betroffene, die aus der Erkrankung rauskommen oder eine suizidale Krise überleben, berichten, dass es ihnen geholfen hat, dass sie jemand angesprochen hat. Oder dass sie sich gewünscht hätten, dass sie jemand anspricht. Es ist falsch zu denken, dass man damit Suizidgedanken auslöst. Es ist eine Entlastung, wenn man einfühlsam gesagt bekommt: 'Ich beobachte, du hast dich verändert. Was ist denn da los? Kann ich dir helfen?'

Dr. Nicole Koburger | Leipziger Bündnis gegen Depression

Außerdem gibt es viele Vereine, Stiftungen, Hilfshotlines- und Webseiten, die bei Depressionen helfen können. Auch der Hausarzt kann ein erster Ansprechpartner sein.

Depression als häufigste Ursache für Selbstmord Depression als ernsthafte Krankheit zu erkennen, ist für alle Betroffenen das Wichtigste. Darin sind sich alle Experten einig. Dabei helfen können beispielsweise der Hausarzt oder eine Beratungsstelle. Die Telefonseelsorge kann unter den Nummern: 0800 1110111 und 0800 1110222 erreicht werden.

Mehr Informationen gibt es bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Die Stiftung bietet Betroffenen und Angehörigen vielfältige Informations- und Hilfsangebote wie das Diskussionsforum Depression und das kostenfreie deutschlandweite Info-Telefon Depression (0800 3344533).

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 28. November 2018 | 17:15 Uhr

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