Ratgeber Krebsvorsorge - Diese Untersuchungen können Leben retten

Das frühe Erkennen einer Krebserkrankung kann entscheidend dafür sein, wie hoch die Heilungschancen sind. Auf welche Vorsorgeuntersuchungen Sie einen Anspruch haben und warum die Früherkennung so wichtig ist, erfahren Sie hier.

Termin für eine Darmspiegelung (Krebsvorsorge)
Bildrechte: Colourbox.de

Stress im Job, im Alltag und in der Familie lassen bei vielen Menschen das eigene körperliche Befinden in den Hintergrund rücken. Doch keine Beschwerden und Schmerzen zu haben, ist leider auch keine Garantie dafür, dass man nicht an Krebs erkrankt ist. Aus diesem Grund hat jeder gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf verschiedene Vorsorgeuntersuchungen.

Krebs frühzeitig erkennen

Eine Früherkennung bei Krebserkrankungen bedeutet, dass zu dem Zeitpunkt zwar Veränderungen am Gewebe entdeckt werden, diese jedoch noch keine schmerzhaften oder beeinträchtigenden Symptome mit sich bringen. Aus ärztlicher Sicht liegt die Hoffnung demzufolge darin, dass sich örtlich begrenzte und kleine Tumore besser behandeln lassen als große Tumore, die schon gestreut haben.

Brustkrebsgewebe, mikroskopischer Schnitt
Mikroskopischer Schnitt von Brustkrebsgewebe. (Archiv) Bildrechte: imago/blickwinkel

Vorsorgeuntersuchungen für Frauen

Um einer Krebserkrankung vorzubeugen, werden folgende Vorsorgeuntersuchungen für Frauen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt:

Ab 20 Jahren

  • Jährliche Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen im Genitalbereich (Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge)

Ab 30 Jahren

  • Jährliche Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust und der Lymphknoten (Brustkrebs/Lymphknotenkrebs-Vorsorge)

Ab 35 Jahren

  • Alle zwei Jahre eine Ganzkörperuntersuchung der Haut (Hautkrebs-Vorsorge)

Ab 50 Jahren

  • Alle zwei Jahre Brustkrebsvorsorge durch Mammographie-Screening
  • Jährliche Untersuchung des Dick- und Enddarms, jährliche Tests auf verborgenes Blut im Stuhl (Darmkrebsvorsorge)

Ab 55 Jahren

  • Alle zehn Jahre Darmspiegelung und Test auf verborgenes Blut im Stuhl (Darmkrebsvorsorge)

Vorsorgeuntersuchungen für Männer

Von den gesetzlichen Krankenkassen werden diese Vorsorgeuntersuchungen für Männer bezahlt:

Ab 35 Jahren

  • Alle zwei Jahre eine Ganzkörperuntersuchung der Haut (Hautkrebs-Vorsorge)

Ab 45 Jahren

  • Jährliche Prostatauntersuchung, Genitaluntersuchung und Tastuntersuchung der Lymphknoten (Prostatakrebs/Lymphknotenkrebs)

Ab 50 Jahren

  • Jährliche Untersuchung des Dick- und Enddarms, jährliche Tests auf verborgenes Blut im Stuhl (Darmkrebsvorsorge)
  • Alle zehn Jahre Darmspiegelung (Darmkrebsvorsorge)

Ab 55 Jahren

  • Alle zwei Jahre Test auf verborgenes Blut im Stuhl (Darmkrebsvorsorge)

Ärztin untersucht einen männlichen Patienten
Ein Mann bei einer Ganzkörperuntersuchung der Haut. (Archiv) Bildrechte: imago/Westend61

Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen

Auch bei Kindern und Jugendlichen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse verschiedene Vorsorgeuntersuchungen. Dabei werden die "U-Untersuchungen" (U1 bis U9) von der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr zur Früherkennung von Krankheiten und Entwicklungsstörungen durchgeführt. Dabei werden die körperliche sowie die geistige Entwicklung des Kindes überprüft. Zwischen dem 13. und 14. Lebensjahr folgen die "J-Untersuchungen" für Jugendliche.

Weitere Informationen zum Thema "Krebsfrüherkennung" gibt es hier beim Bundesministerium für Gesundheit:

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 01. August 2020 | 17:10 Uhr

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