Gesundheit Lachtraining: Weshalb Lachen wichtig ist und wie man es lernen kann

Nach mehr als einem Jahr Corona-Pandemie ist vielen nicht mehr nach Lachen zumute. Doch genau das ist falsch, denn zu lachen ist gesund. Was ist dran an dieser alten Weisheit? Was genau passiert beim Lachen mit dem Körper? Wie funktioniert Lachyoga - und wie kann man Lachen lernen?

Zwei Männer mit Clownsnasen lachen
Hat man im Alltag nichts zu lachen, sollte man sich bewusst zum Lachen motivieren. Denn: Lachen ist tatsächlich gesund. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Lachen ist gesund. Eine These, in der viel Wahrheit steckt. Das bestätigt die Gelotologie, eine Wissenschaft, die sich den Ursachen und Auswirkungen des Lachens widmet. Wer viel lacht, hat mehr Freude am Leben, ist gesünder und kann mit den Herausforderungen des Lebens besser umgehen.

Erwachsene lachen viel zu selten

Herzhaftes Lachen lockert die Muskeln, setzt Glückshormone frei und löst dadurch angestaute Emotionen. Kinder beherrschen das am besten. Sie lachen bis zu 400 Mal pro Tag. Bei Erwachsenen ist das durchschnittlich nur 15 Mal der Fall. Das sollten Sie ändern! Denn: Lachen kann man lernen.

Zwischen bewusst hervorgerufenem und echtem Lachen kann der Körper nicht unterscheiden. Beides hat eine heilsame Wirkung.

Ein lachender Junge
Kinder lachen bis zu 400 Mal pro Tag - daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Bildrechte: imago/photothek

Was passiert beim Lachen im Körper?

Rein körperlich betrachtet, ist Lachen eine Reflexbewegung, an der mehr als hundert Muskeln beteiligt sind - von der Gesichts- bis zur Atemmuskulatur. Für den Körper ist das Schwerstarbeit. Bei zehn Minuten Gelächter verbrennt man etwa 50 Kalorien.

Die deutlich tiefere Atmung während des Lachens wirkt sich positiv auf den gesamten Körper aus. Die Körperzellen werden mit mehr Sauerstoff versorgt, das regt das Herz-Kreislauf-System an. Außerdem wird die Produktion von Stresshormonen gebremst und die Schmerzempfindung verringert sich.

Dafür kommt es zu einer erhöhten Ausschüttung des Glückshormons Serotonin. Bereits ein paar Mal herzhaft zu lachen reicht aus, um die Abwehrstoffe im Blut zu vermehren. Damit unterstützt das Lachen sämtliche Heilungsprozesse im Körper. Kein Wunder also, dass Krankenhäuser - insbesondere bei Kindern - gern auf Klinik-Clowns zurückgreifen.

Lachtraining: Lachen kann man lernen

Doch wie soll man lachen, wenn einem eigentlich gar nicht danach zumute ist? Keine Sorge, das kann man trainieren - und zwar auf drei unterschiedliche Arten.

Eine Möglichkeit ist es, ganz bewusst auf belustigende Unterhaltung zu setzen. Das kann eine Comedy-Sendung im Fernsehen ebenso sein, wie die Witzeseite in der Tageszeitung oder eine Komödie im Theater. Worauf Sie jedoch verzichten sollten: sich auf Kosten anderer zu amüsieren.

Lachyoga - so funktioniert's

Eine besondere Form des Lachtrainings ist Hasya Yoga, das sogenannte Lachyoga. Die vom indischen Arzt Dr. Madan Kataria im Jahr 1995 entwickelte Methode besteht aus Atem- und Dehnübungen, pantomimischen Gesten und dem Hoho-Hahaha-Klatschen. Übungen, die einen dazu bringen, ohne äußeren Anlass zu lachen.

Vicki Orgill (Mitte) beim Lach-Yoga-Seminar in Laguna Beach
Eine besondere Form des Lachtrainings ist Hasya Yoga, das sogenannte Lachyoga. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Das Leben weise belächeln

Sicherlich am schwierigsten ist es, das Leben von seiner komischen Seite her zu betrachten. Das Leben ist zu ernst, um ernst genommen zu werden, lautet eine alte Lebensweisheit. Steht man über den Dingen, können einem die Verrücktheiten der Welt nichts anhaben. Man kann weise darüber lächeln oder eben herzhaft darüber lachen. Das ist deutlich besser (und gesünder) als ständig in Rage zu geraten und sich zu ärgern.

Lachyoga - Übungen für zu Hause

Normalerweise wird Lachyoga, angeleitet von einem Übungsleiter, in Gruppen praktiziert. Denn ursprünglich ist Lachen eine Form des Sozialverhaltens.

1. Atmung
Atmen Sie dreimal tief ein - und dann wieder aus. Beim ersten Ausatmen atmen Sie mit einem Lächeln aus. Beim zweiten Ausatmen mit einem lockeren Lachen, beim dritten Ausatmen lachen Sie richtig und aus vollem Hals.

2. Spiegelbild anlächeln
Nehmen Sie einen Bleistift oder Kugelschreiber quer in den Mund, so dass die Mundwinkel angehoben werden. Schauen Sie dann in den Spiegel und amüsieren Sie sich über Ihr Spiegelbild. Da unser Gehirn nicht unterscheiden kann, ob man wirklich lacht oder nur so tut als ob, werden Endorphine ausgeschüttet.

Alternativ können Sie auch zum Ritual machen, sich jeden Morgen beim Zähneputzen bewusst anzulächeln. Und schon starten Sie mit einer Extraportion Glücksgefühl in den Tag.

3. Lach-Smileys aufhängen
Im stressigen Alltag kommt es schon mal vor, dass man das Lachen vergisst. Hängen Sie sich deshalb einige Lach-Smileys in die Wohnung. Etwa ins Bad, in die Küche oder über die Waschmaschine. Fällt Ihr Blick darauf, speichert Ihr Hirn das Angelächelt-werden als positive Erfahrung ab und Sie fühlen sich besser.

Mann hält sich einen Smiley vor das Gesicht
Sie werden zu selten angelächelt? Ein Lach-Smiley an der Wand schafft Abhilfe. Bildrechte: imago/imagebroker/begsteiger

4. Den Weihnachtsmann nachmachen
Strecken Sie für diese Übung Ihren Bauch ganz weit raus. Es ist in Ordnung, wenn Sie dafür ein Hohlkreuz machen. Dann die Hände vor dem Bauch verschränken und ein tiefes "Hohoho" lachen - ganz wie der Weihnachtsmann.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. Mai 2021 | 17:15 Uhr

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