ProminentRatgeberPodcastRedaktionService
In Europa leiden etwa 750.000 Menschen an Lungenfibrose. Eine von ihnen ist die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit. Bildrechte: Colourbox.de

Schwere KrankheitLungenfibrose - Was sind die Symptome und Ursachen - und wie wird die chronische Krankheit behandelt?

Stand: 06. Oktober 2022, 16:47 Uhr

Für das norwegische Königshaus war es ein Schock, als bei Kronprinzessin Mette-Marit im Jahr 2018 eine Lungenfibrose diagnostiziert wurde. Denn heilbar ist die schwere Krankheit nicht. Woran erkennt man sie, wodurch wird sie ausgelöst - und was kann Betroffenen helfen? Ein Überblick.

Was ist eine Lungenfibrose?

Lungenfibrose ist ein Sammelbegriff für mehr als 200 verschiedene, eher seltene Erkrankungen der Lunge. Diese können völlig unterschiedliche Ursachen haben. Ihnen gemeinsam ist, dass sie zu einer chronischen Entzündung des Bindegewebes der Lunge führen. Infolgedessen nimmt das Lungenbindegewebe stark zu, verhärtet und vernarbt.

Das Blut von Lungenfibrose Betroffener wird weniger gut mit Sauerstoff versorgt. Die fortschreitende Versteifung der Lunge kostet sie immer mehr Kraft beim Einatmen.

Schätzungen zufolge sind in Europa etwa 750.000 Menschen von einer Lungenfibrose betroffen, Männer häufiger als Frauen. In gut der Hälfte aller Fälle ist der genaue Grund für die Krankheit nicht bekannt.

Bei einer Lungenfibrose kommt es zu einer chronischen Entzündung des Bindegewebes der Lunge. Bildrechte: Colourbox.de

Diagnose: Lungenfibrose - was sind die Symptome?

Die Beschwerden sind im Anfangsstadium einer Lungenfibrose oft wenig spezifisch. Dass mit ihrer Gesundheit etwas nicht stimmt, bemerken Betroffene oft daran, dass ihre körperliche Belastbarkeit abnimmt. Mit dem Fortschreiten der Krankheit nehmen Symptome wie Kurzatmigkeit und ein trockener Reizhusten immer stärker zu.

Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium verfärbt sich die Haut einiger Betroffener infolge des Sauerstoffmangels bläulich. Zudem kann die Sauerstoff-Unterversorgung zu Veränderungen an den Fingern führen: Die Knochendicke der Fingerenden nimmt zu. Mediziner sprechen von Trommelschlegelfingern. Bei einigen Patienten wölben sich dabei auch die Fingernägel nach vorn.

Menschen mit einer Lungenfibrose neigen zu häufigen Atemwegsinfekten. Auch Krankheitssymptome wie Müdigkeit, leichtes Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen oder Appetitmangel und Gewichtsverlust sind möglich.

Bei fortgeschrittener Erkrankung leiden viele Patienten an einem erhöhten Blutdruck in der Lunge. Das kann sich negativ auf das Herz auswirken und zu Wasseransammlungen in den Gliedmaßen oder im Bauch führen.

Ursache: Wodurch entsteht eine Lungenfibrose?

Weshalb genau eine Lungenfibrose entstehen kann, ist bislang nicht final geklärt. Dafür sind umso mehr Auslöser bekannt, die eine Lungenfibrose begünstigen können. Dazu zählen u.a. Infektionen durch Viren und Parasiten - auch durch das Coronavirus, das Einatmen schädigender Stoffe wie Asbest oder Quarzstaub, chronisches Nierenversagen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder andere Krankheiten.

Heilbar ist Lungenfibrose bislang nicht. Bestenfalls kann die Krankheit gestoppt werden. Bildrechte: Colourbox.de

Heilung: Kann man eine Lungenfibrose stoppen?

Heilbar ist eine Lungenfibrose nicht, bestenfalls kann der Krankheitsverlauf gestoppt werden, in vielen Fällen aber auch nur verlangsamt. Ist die Ursache für die Lungenfibrose bekannt, gilt es zunächst diese zu behandeln. Darüber hinaus werden Betroffene mit entzündungshemmenden Mitteln oder sogenannten antifibrotischen Medikamenten behandelt, die die weitere Bildung von weiterem Bindegewebe in der Lunge hemmen.

Fällt der Sauerstoffgehalt im Blut zu sehr ab, können zusätzliche Sauerstoffgaben notwendig werden. Ist die Krankheit sehr weit fortgeschritten, hilft schlimmstenfalls nur noch eine Lungentransplantation.

BRISANT/netdoktor.de/lungenaerzte-im-netz.de

Zum Thema:

Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 29. September 2022 | 17:15 Uhr