Frauen häufiger betroffen als Männer Essstörungen - Magersucht, Bulimie, Binge Eating

Es beginnt mit einer harmlosen Diät, ein paar Pfunde sollen verschwinden. Am Ende kreisen die Gedanken nur noch ums Essen und bestimmen das ganze Leben. Wenn Menschen ihre Nahrungsaufnahme so sehr kontrollieren, bis sie spindeldürr sind oder riesige Mengen Essen zu sich nehmen, um hinterher zu erbrechen, dann ist das ein krankhaftes Verhalten. Informationen zu Ursachen, Symptomen und Folgen finden Sie hier. Außerdem erfahren Sie, wo und wie Betroffene Hilfe finden können.

Eine Person sitzt mit angezogenen Beinen neben einer Waage
Frauen leiden häufiger unter Essstörungen als Männer. Bildrechte: colourbox.com

Wer ist betroffen?

Etwa jede hundertste Frau erkrankt in Deutschland während ihres Lebens an Magersucht und etwa jede Fünfzigste an Bulimie. Männer sind etwa zwölfmal weniger davon betroffen. Deutlich an Gewicht gewinnt die Essstörung Binge Eating, regelrechte Fressattacken.

Essstörungen beginnen meistens im Jugend- oder im frühen Erwachsenenalter und gehen oft mit Depressionen, Angststörungen und Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten einher. Meist haben Essstörungen mehrere Ursachen: etwa ein übertriebenes Schönheitsideal oder sexuellen Missbrauch.

Wie erkennt man Magersucht (Anorexie)?

Magersucht äußert sich in erster Linie durch extremes Untergewicht, das durch unregelmäßiges Essen, exzessive sportliche Betätigung, Appetitzügler oder Erbrechen herbeigeführt wird. Das Gewicht liegt meist mindestens 15 Prozent unter dem normalen Gewicht.

Die starke Unterernährung wiederum führt u.a. häufig zu niedrigem Blutdruck, Beschwerden im Unterleib, Zahnausfall, Eiweiß- und Mineralienmangel.

Bulimie (Ess-Brech-Sucht) erkennen

Patienten, die unter Bulimie leiden, sind nicht gleich optisch erkennbar: Sie haben normales Gewicht, sind aber ständig mit dem Essen beschäftigt, weil sie Angst haben, zu dick zu werden. Deshalb wechseln sich Heißhungerattacken und Erbrechen bei ihnen meist ab.

Patienten mit Essattacken sind dagegen meist übergewichtig, weil sie ihre Heißhungerattacken nicht mit Erbrechen oder exzessiver sportlicher Betätigung ausgleichen.

Binge-Eating-Störung: regelmäßige Fressattacken

Menschen mit einer Binge-Eating-Störung essen wahllos große Mengen von Essen und werden hinterher von einem schlechten Gewissen, Ekel und Scham geplagt.

Die Fressgelage können Stunden dauern. Genuss, Hunger oder Sättigung spielen dabei keine Rolle. Betroffene halten zwischen den Attacken oft Diäten, werden von ihrer Sucht aber immer wieder überwältigt.

Behandlungsmethoden bei Essstörungen
Stationäre Behandlung Besteht aufgrund des starken Untergewichtes eine körperliche Gefährdung, müssen Essstörungen im Krankenhaus behandelt werden. Anschließend wird eine psychotherapeutische Behandlung empfohlen.
Psychotherapie Bei allen Essstörungen wird eine Psychotherapie empfohlen. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, die Familie aktiv in die Behandlung einzubeziehen. Die wichtigsten Ziele sind die Normalisierung des Essverhaltens und Gewichts und eine Behandlung der psychischen Beschwerden und Probleme. Dabei sollte auch ein angemessenes Selbstwertgefühl und soziale Kompetenzen entwickelt werden.

(Quelle: Bundespsychotherapeutenkammer)

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | BRISANT | 18. Oktober 2021 | 17:15 Uhr

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