Seltenes Himmelsphänomen Was ist eine Halbschatten-Mondfinsternis - und wo kann man sie am besten sehen?

Das neue Jahr beginnt mit einem Highlight für Hobby-Astronomen und Mondsüchtige! In den frühen Abendstunden wird über Deutschland eine partielle Halbschattenfinsternis des Mondes zu beobachten sein. Allerdings muss einer mitspielen, damit Sie das seltene Himmelsphänomen genießen können: das Wetter.

Der Blutmond hinter der Grabkapelle auf dem Württemberg.
Ein Blutmond wird am 10. Januar 2020 nicht am Abendhimmel erscheinen, jedoch ein Schleier über dem Mond deutlich sichtbar sein. Bildrechte: imago/Arnulf Hettrich

Der 10. Januar 2020 ist ein ganz besonderer Tag - zumindest für alle, die sich für Astronomie interessieren. Denn ab den frühen Abendstunden wartet der Himmel mit einem Ereignis auf, das man in dieser Form wohl erst in zwei Jahren wieder beobachten kann: eine partielle Halbschattenfinsternis des Mondes. Das Schauspiel beginnt kurz nach 18 Uhr.

Partielle Halbschattenfinsternis des Mondes am 10. Januar 2020: Was wird es zu sehen geben?

Bei einer Halbschattenfinsternis des Mondes wird der Mond nicht komplett finster. Vielmehr legt sich ein grauer Schatten über den Himmelskörper. Kurz nach 20 Uhr werden aus deutscher Perspektive 92 Prozent des Mondes mit einem Schleier verdeckt sein. Bei klaren Wetterverhältnissen kann man dieses Schauspiel mit bloßem Auge beobachten. Dennoch könnte ein Fernglas (oder Teleskop) hilfreich sein.

Was ist eine partielle Halbschattenfinsternis des Mondes?

Angestrahlt von der Sonne, wirft die Erde einen Schatten auf den Mond. Je gerader Sonne, Mond und Erde auf einer Linie liegen, desto weiter taucht der Mond in den Erdschatten ein. Wird der Mond von einem Halbschatten der Erde erfasst, spricht man von einer partiellen Halbschattenfinsternis des Mondes. Läge der Mond im Kernschatten der Erde, würde es sich um eine totale Mondfinsternis handeln. Bei einer partiellen Mondfinsternis sind es Teile des Mondes, die sich gänzlich verdunkeln. Das war zuletzt am 16. Juli 2019 der Fall.

Vollmond
Totale Mondfinsternis mit Blutmond am 20. January 2019 über Florida. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Wo kann man die Halbschattenfinsternis am besten sehen?

Was von der Halbschattenfinsternis des Mondes am 10. Januar zu sehen sein wird, hängt von den Wetterbedingungen ab. Metereologen schätzen die Sicht im Nordwesten Deutschlands als am besten ein. Außerdem könnten der südliche Teil Bayerns sowie Rheinland-Pfalz während des Himmelschauspiels einen wolkenfreien Himmel haben.

Wann gibt's in Deutschland die nächste Halbschattenfinsternis zu sehen?

Die nächste partielle Mondfinsternis gibt's bereits am 5. Juni zu sehen - allerdings nicht in Mitteleuropa. Das gilt auch für die weiteren beiden Mond-Ereignisse des Jahres 2020. Am 19. November 2021 gäbe es rein theoretisch erneut eine partielle Mondfinsternis in Deutschland zu beobachten - allerdings vormittags, wenn der Mond bereits untergegangen ist. Bleibt also auf den 16. Mai 2022 zu hoffen, denn dann gibt es in Deutschland die nächste totale Mondfinsternis zu sehen.

Menschen beobachten 2011 auf dem Großen Feldberg im Taunus die totale Mondfinsternis.
Hobby-Astronomen beobachten im Jahr 2011 auf dem Großen Feldberg im Taunus die totale Mondfinsternis. Bildrechte: dpa

Nicht verpassen! Besondere Himmelsphänomene im Jahr 2020

Datum Phänomen Bemerkung
10.01.20 Halbschatten-Mondfinsternis 18:00-22:00 Uhr
09.03.20 Vollmond in Erdnähe (Supermond)  
08.04.20 Erster Frühlingsvollmond, zugleich in Erdnähe (Supermond)  
05.06.20 Halbschatten-Mondfinsternis Sichtbar in Afrika, auf der Arabischen Halbinsel, in Asien und Australien.
21.06.20 Ringförmige Sonnenfinsternis in Asien In Europa nicht sichtbar!
12.08.20 Maximum der Perseiden-Sternschnuppen  
12.12.20 Maximum der Geminiden-Sternschnuppen  
14.12.20 Totale Sonnenfinsternis in Südamerika In Europa nicht sichtbar!

Quelle: epd, br.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 10. Januar 2020 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2020, 12:49 Uhr

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