Rotes Motorrad liegt auf Rasen am Randstreifen einer Straße.
Bildrechte: MDR/NWM

Erste Hilfe - Helm ab! Schwere Motorradunfälle - zwei Biker schwerverletzt

BRISANT | 30.03.2018 | 17:10 Uhr

In Niedersachsen hat es zwei schwere Unfälle mit Bikern gegeben. In beiden Fällen wurden die Motorradfahrer schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht. Was tun, wenn ein Verletzter mit Helm auf der Straße liegt? BRISANT zeigt's.

Rotes Motorrad liegt auf Rasen am Randstreifen einer Straße.
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Meppen - Unfall mit 26-jährigem Biker

Zwei Unfälle mit Motorradfahrern in Niedersachsen - in beiden Fällen müssen Biker schwerverletzt ins Krankenhaus. Das ist die traurige Bilanz des Freitagnachmittags. Im Meppener Ortsteil Schwefingen hat eine 52-jährige Autofahrerin eine Gruppe von Bikern übersehen, als sie auf eine Hauptstraße einbiegen will. Ein 26-jähriger Motorradfahrer kracht in die linke Seite Seite des Mercedes. Der nachfolgende Biker kommt kurz vor dem Pkw noch zum Stehen. Der Schwerverletzte wird mit einem Rettungswagen abtransportiert. Seine Bikerfreunde bleiben sichtlich geschockt an der Unfallstelle zurück.

Verunfalltes Motorrad im Hintergrund mit Aufschrift Kawasaki.
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19-Jähriger schwerverletzt - Autofahrer offenbar angetrunken

Fast zur gleichen Zeit knallt es auch in Hagen im Landkreis Osnabrück. Dort verunfallt ein junger Biker und wird ebenfalls schwerverletzt. Er hat erst wenige Monate seinen Führerschein. Ein Seatfahrer befährt eine Straße und möchte wenden. Offenbar übersieht er den von hinten kommenden Motorradfahrer. Der 19-Jährige auf seinem Zweirad fährt in die Fahrerseite des Autos und wird auf die Straße geschleudert. Zufällig kommen am Unfallort Feuerwehrleute vorbei und kümmern sich um den Verletzten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. Da der Pkw-Führer offenbar unter Alkoholeinfluss stand, wurde er einer ärztlichen Blutentnahme unterzogen und sein Führerschein sichergestellt, so die Polizei.

Unfallstelle mit Motorrad und Seat, im Hintergrund Rettungsfahrzeuge
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Erste Hilfe nach Unfall mit Motorradfahrern - was tun?

Für den Fall, dass Sie einem verunglückten Biker Erste Hilfe leisten müssen, haben wir hier zusammengefasst, worauf es ankommt.

Was tun? - Helm ab! Erste Hilfe für Motorradfahrer

Helm ab! Das ist wichtig, sollten Sie auf einen veruglückten Motorradfahrer treffen. Wenn möglich, sollten Sie dem Verunglückten mit einem weiteren Helfer vom Helm befreien, rät der ADAC. So geht es.

Motorradfahrer liegt mit geschlossenen Augen auf dem Rücken auf der Straße
"Ein Motorradfahrer, der nach dem Unfall seinen Helm noch auf hat, geht es nicht gut", sagt Dirk Lampl vom ADAC. Die gelben Engel empfehlen: "Liegt der Motorradfahrer bereits am Boden, gilt folgende Vorgehensweise: Klappen Sie das Visier hoch, sprechen Sie ihn an und rütteln Sie leicht an beiden Schultern des Verletzten." Falls eine Reaktion ausbleibt, rufen sie einen zweiten Helfer. Mit ihm nehmen Sie den Helm ab. Bildrechte: ADAC
Motorradfahrer liegt mit geschlossenen Augen auf dem Rücken auf der Straße
"Ein Motorradfahrer, der nach dem Unfall seinen Helm noch auf hat, geht es nicht gut", sagt Dirk Lampl vom ADAC. Die gelben Engel empfehlen: "Liegt der Motorradfahrer bereits am Boden, gilt folgende Vorgehensweise: Klappen Sie das Visier hoch, sprechen Sie ihn an und rütteln Sie leicht an beiden Schultern des Verletzten." Falls eine Reaktion ausbleibt, rufen sie einen zweiten Helfer. Mit ihm nehmen Sie den Helm ab. Bildrechte: ADAC
Motorradfahrer liegt mit geschlossenen Augen auf dem Rücken auf der Straße
"Alles, was bunt am Helm ist, benutzen", rät Dirk Lampl. Stellen Sie den Helm anschließend möglichst gerade auf, also im 90 Grad-Winkel zum Boden, damit die Öffnung möglichst weit und der Kopf des Verletzten gerade ist. Versuchen Sie, im Helm möglichst viel Platz zu schaffen. Entfernen Sie Schals, Halstücher, usw., die sich problemlos lösen lassen. Öffnen Sie den Verschluss am Kinnriemen. Wenn es sich um einen Klapphelm handelt, kippen Sie die Kinnpartie nach oben. Bildrechte: ADAC
Motorradfahrer liegt mit geschlossenen Augen auf dem Rücken auf der Straße
"Idealerweise sind Sie spätestens jetzt zu zweit", raten die Profis vom ADAC. Notfalls versuchen Sie aber auch alleine, den Helm möglichst schonend abzuziehen. Ziehen Sie den Helm vorsichtig so weit in Ihre Richtung ab, bis Sie mit einer Hand den Hinterkopf des Verunfallten abstützen können. Ziehen Sie dann den Helm ganz ab und legen Sie den Kopf des Motorradfahrers vorsichtig ab. Bildrechte: ADAC
Motorradfahrer liegt mit geschlossenen Augen auf dem Rücken auf der Straße
Der ADAC empfiehlt: "Der andere Helfer kniet seitlich zu dem verletzten Motorradfahrer. Er folgt mit beiden Händen am Unterkiefer entlang und rückt in gleichem Tempo nach, in dem der andere Helfer den Helm nach oben zieht. Am Ende des Unterkiefers angekommen sollten die Daumen dann oberhalb der Ohren liegen, die anderen vier Finger jeder Hand stützen unterhalb den Hinterkopf." Bildrechte: ADAC
Motorradfahrer liegt mit geschlossenen Augen auf dem Rücken auf der Straße
Wenn der zweite Helfer den Helm vollständig entfernt hat, legen Sie den Kopf vorsichtig ab. Einer der Helfer kann nun den Notruf an die Rettungskräfte absetzen. Der andere kontrolliert die Atmung des Betroffenen. Überstrecken Sie dazu dessen Hals leicht. Dann beugen Sie sich mit dem Ohr dicht über Nase und Mund des Motorradfahrers - mit Blickrichtung Brustkorb - und überprüfen die Atmung. Bildrechte: ADAC
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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. März 2019 | 17:10 Uhr

Stabile Seitenlage, Herzmassage, Heimlich-Handgriff: alles Begriffe, die jeder kennen sollte, um Erste Hilfe leisten zu können. Die Erstversorgung durch Laien, bis professionelle Hilfe kommt, ist für viele Verletzte lebensrettend. Was Sie im Ernstfall tun müssen, hat Rettungsärztin Dr. Anke Görgner zusammengefasst.

Notrufnummer in Europa: 112

Egal ob Sie zu einem Verkehrs- oder Badeunfall hinzukommen, ob ein Kollege im Büro einen Herzinfarkt bekommt oder es zu Hause einen Unfall gibt, informieren Sie immer möglichst zuerst einen Notarzt. "So schnell Sie können, wählen Sie oder ein anderer Beteiligter die 112. Keine andere Nummer. Im Notfall zählt jede Minute. Fangen Sie nicht erst an, selber rumzudoktern. Als Laienhelfer sind Sie in der Regel mit einem Notfall sowieso überfordert. Je eher also die Profis kommen, desto besser", betont die Expertin.

Im Notfall Leben retten - auf Eigensicherung achten

Es gibt dazu nur eine Einschränkung: Kommen Sie unmittelbar zu einem Unfall, Brand, Stromschlag oder ähnlichem und befindet sich das Unfallopfer noch in einer lebensbedrohlichen Situation, dann versuchen Sie, es aus dieser unmittelbaren Gefahrensituation zu befreien und an einen sicheren Ort zu bringen. Bringen Sie sich bei der Hilfe nie selbst unnötig in Gefahr. Sollte Ihnen etwas passieren, können Sie anderen auch nicht mehr helfen.

Rufen Sie den Notarzt und leiten Sie Erste-Hilfe-Maßnahmen ein. Versuchen Sie andere, zur Hilfe hinzuzuziehen.

Die 5 W beim Notruf mitteilen Was ist passiert?
Wo?
Wie?
Wann und vor allem, wer meldet den Unfall?

In der richtigen Reihenfolge sichern Sie bei einem Notfall zuerst das Unfallopfer, dann die Unfallstelle.

Quellen: NWM, ADAC, Polizei, MDR Umschau

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. März 2019 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2018, 15:30 Uhr

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