Ein Schild weist auf dem Gelände des Virchow-Klinikums der Charite den Weg zur Anmeldung bei einem Verdacht auf Masern, Windpocken, Infektionskrankheiten und Haustkrankheiten.
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Alarm an Schulen und Kindergärten Nicht immun gegen Windpocken? Kinder müssen zu Hause bleiben!

BRISANT | 05.04.2019 | 17:15 Uhr

Ein Schild weist auf dem Gelände des Virchow-Klinikums der Charite den Weg zur Anmeldung bei einem Verdacht auf Masern, Windpocken, Infektionskrankheiten und Haustkrankheiten.
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Nach dem Ausbruch von Windpocken an einem Gymnasium im schwäbischen Königsbrunn dürfen rund 40 Schüler vorübergehend nicht mehr in die Schule gehen.

Zur eigenen Sicherheit

Der Ausschluss sei eine Maßnahme zur eigenen Sicherheit der nicht geimpften oder durch frühere Krankheit immunisierten Schüler, teilte das Landratsamt Augsburg mit. An dem Gymnasium hatte es zuvor zwei Fälle der Viruserkrankung gegeben.

Einer Sprecherin des bayerischen Kultusministeriums zufolge gilt der Ausschluss vom Unterricht solange, bis eine Ansteckung ausgeschlossen ist. Grundlage für die Anordnung des Gesundheitsamtes sei trotz geltender Schulpflicht das Infektionsschutzgesetz. An anderen Schulen im Freistaat waren dem Ministerium keine weiteren Fälle bekannt.

Ein Junge zeigt seinen Rücken, auf dem das typische Bild von Windpocken - rote Pusteln - zu erkennen ist.
Windpocken sind hoch ansteckend und treten meistens im Kindesalter auf. Wer einmal die Windpocken hatte, ist ein Leben lang immun. Bildrechte: imago/Schöning

Kein Einzelfall!

Auch in Brandenburg sind Kinder zeitweise an verschiedenen Schulen und Kindertagesstätten ausgeschlossen worden, weil sie nicht gegen Windpocken geimpft sind. Vier Einrichtungen waren betroffen – und damit mehr als 140 Kinder. Auch hier ist die Begründung eindeutig: "Die Maßnahmen sind keine Schikane. Sie dienen dem Schutz der Schüler und Lehrer“, verteidigt das Gesundheitsministerium das Vorgehen. "Wenn es auftritt, müssen wir etwas unternehmen.“

Dem Robert-Koch-Institut wurden 2019 aus Brandenburg bislang rund 100 Windpocken-Fälle übermittelt. Den Gesundheitsämtern empfiehlt die Einrichtung: Kinder und Erwachsene, die nicht geimpft sind und die Krankheit nicht gehabt haben, 16 Tage lang vom Besuch öffentlicher Einrichtungen auszuschließen.

Gegen diese Krankheiten werden Schutzimpfungen empfohlen

Das Foto zeigt Hepatitis-B-Viren neben menschlichen Zellen.
Hepatitis B Diese Infektionskrankheit der Leber ist eine der häufigsten Virusinfektionen weltweit. Sie ist mehr als 82 Millionen Jahre alt. Bildrechte: somersault18:24
An Masern erkranktes Kind.
Masern Masern sind in erster Linie durch einen typisch roten Ausschlag zu erkennen. Die Krankheit verursacht Fieber und schwächt den Körper massiv. Bildrechte: dpa
Das Foto zeigt Hepatitis-B-Viren neben menschlichen Zellen.
Hepatitis B Diese Infektionskrankheit der Leber ist eine der häufigsten Virusinfektionen weltweit. Sie ist mehr als 82 Millionen Jahre alt. Bildrechte: somersault18:24
Ein Impfbuch mit markierten Feldern Diphterie (l-r), Tetanus (Wundstarrkrampf), Pertussis (Keuchhusten), Polio und Masern liegt auf einem Tisch.
Diphterie Diphterie wird durch eine Bakterien-Infektion der oberen Atemwege hervorgerufen. Symptome können Heiserkeit, Stimmlosigkeit, sowie eitriger Schnupfen oder gelblicher Belag im Rachenraum mit faulig-süßlichem Geruch sein. Bildrechte: dpa
ein Kind wird geimpft
Tetanus Diese häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit befällt die muskelsteuernden Nervenzellen. Bildrechte: colourbox
Impfung
Polio (Kinderlähmung) Diese Infestionskrankheit befällt die Nervenzellen des Rückenmarks und kann zu bleibenden Lähmungserscheinungen führen. Bildrechte: Colourbox
Grippeschutzimpfung
Keuchhusten Diese durch Bakterien hervorgerufene Infektionskrankheit verursacht anfallsartige Hustenattacken. Bildrechte: colourbox.com
Ein kleiner Junge soll geimpft werden
Mumps Diese Virusinfektion befällt vor allem die Speicheldrüsen und verursacht schmerzhafte Schwellungen. Bildrechte: Colourbox.de
Röteln-Ausschlag an der Wange eines Jungen.
Röteln Diese hochansteckende Infektionskrankheit zeigt sich durch rote Hautflecken. Auch Lymphknotenschwellungen und eine Bindehautentzündung sind möglich. Eine Röteln-Erkrankung ist in Deutschland meldepflichtig. Bildrechte: imago/Niehoff
Ein Junge zeigt seinen Rücken, auf dem das typische Bild von Windpocken - rote Pusteln - zu erkennen ist.
Windpocken Diese Viruserkrankung wird durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Symptome sind juckende rote Flecken, aus denen später Knötchen und Bläschen entstehen. Auch Windpocken sind in Deutschland meldepflichtig. Bildrechte: imago/Schöning
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Impfung angeraten

Windpocken sind äußerst ansteckend. Der Erreger verbleibt im Körper und kann im Erwachsenenalter die Gürtelrose auslösen. Seit 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut die Impfung aller Kleinkinder beginnend im Alter von elf bis 14 Monaten, was zu einem starken Rückgang der Windpockenerkrankungen geführt hat. Bei Kindern verläuft die Erkrankung meist komplikationslos. Infizieren sich Erwachsene, können schwere Komplikationen wie Gehirnhautentzündung (Meningitis), Lungenentzündung oder Magen-Darm-Erkrankungen auftreten.

Ist es bereits zu einer Erkrankung gekommen, sind im häuslichen Umfeld neben der Basishygiene zumeist keine speziellen Maßnahmen notwendig. Allerdings sollten immungeschwächte sowie ungeimpfte Patienten für die mittlere Inkubationszeit von 16 Tagen keinen Kontakt zu Erkrankten haben, heißt es beim Robert-Koch-Institut.

Zuletzt aktualisiert: 05. April 2019, 17:30 Uhr

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