Neuer Trend Niksen - die Kunst des Nichtstuns

Nichtstun ist gesund - zumindest hin und wieder! Diese Erkenntnis hat sich ein neuer Trend zunutze gemacht. Der heißt "Niksen" und kommt aus den Niederlanden. Was Niksen bringt und wie Sie es sinnvoll in Ihren Alltag integrieren können - BRISANT hat nachgehakt.

Happy young couple lying on the floor at home sharing a watermelon
Niksen, die Kunst des Nichtstuns - ist ein neuer Lifestyle-Trend aus den Niederlanden Bildrechte: imago images/Westend61

Was ist Niksen?

Hygge und Lagom waren gestern. Niksen heißt der neue Trend, kommt aus den Niederlanden und bedeutet übersetzt "die Kunst des Nichtstuns". Während man das Gehirn bewusst ausschaltet, übernimmt das Unterbewusstsein die Kontrolle.

Doch ganz so einfach ist es gar nicht, einfach mal nichts zu tun. Denn selbst in ihrer Freizeit haben viele Menschen das Bedürfnis, einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen. Ob Sport, Freunde treffen, die Wohnung putzen oder in den Baumarkt fahren - schnell gleicht die vermeintlich freie Zeit einer endlosen To-Do-Liste.

Weshalb Nichtstun wichtig und gesund ist

Sich eine Pause von jeglichen Tätigkeiten zu nehmen ist wichtig, um Kraft zu tanken. Niksen bedeutet nicht, dass man Löcher in die Wand starrt, sondern lediglich etwas ohne Zweck zu tun. Ob das ein Tag auf der Sonnenliege oder ein Serienmarathon sind, muss jeder für sich entscheiden. Die Auswirkung aufs Unterbewusstsein ist gleich: Bewusste Pausen lassen Dinge wahrnehmen, die im Alltagsstress untergehen - und sorgen für so manchen Geistesblitz.

Portrait of happy girl lying in hammock
Wer hin und wieder nikst, ist danach umso energetischer. Bildrechte: imago/Westend61

Wer hin und wieder nikst, hat mehr Energie, ist ausgeglichener und schläft besser. Wer sich geistig erschöpft fühlt, kann nicht produktiv sein. Regelmäßige Pausen sorgen dafür, dass Körper und Geist wieder auftanken können. Das beugt einem Burn-out vor und hilft dem Gehirn, fit zu bleiben.

Wer seinen Terminkalender regelmäßig entrümpelt, verschwendet keine Zeit und Energie für Unwichtiges. Auf Dauer hilft das, zu erkennen, welche Dinge einem wirklich wichtig sind.

Fünf Tipps für erfolgreiches Niksen im Alltag

Marker Test: Was ist wirklich wichtig?

Sie haben keine Zeit nichts zu tun? Das ist das häufigste Argument gegen das Niksen. Nehmen Sie Ihren Terminkalender zur Hand und planen Sie Ihre kommende Woche.

  1. Schreiben Sie alles auf, was Sie in dieser Woche tun möchten - sowohl beruflich als auch privat.
  2. Was davon können Sie verschieben, delegieren oder einfach weglassen? Das streichen Sie jetzt mit einem dicken schwarzen Marker durch! Stehen bleiben dürfen nur die allerwichtigsten Aktivitäten und Aufgaben - und zu denen gehört auch eine tägliche Pause zum Niksen.

Die Pomodoro-Technik

Um bei großen Projekten konzentriert und produktiv zu bleiben, ist es wichtig, immer eine Pause in Sicht zu haben.

  1. Legen Sie zunächst die Aufgabe fest, die erledigt werden muss.
  2. Stellen Sie Ihren Kurzzeitwecker auf 25 Minuten.
  3. Arbeiten Sie konzentriert und ohne Unterbrechung, bis die Uhr klingelt.
  4. Fünf Minuten Pause! Tun Sie, was Sie wollen - solange es nicht mit der Arbeit zu tun hat.
  5. Nach vier Pomodori sollte eine längere Pause eingelegt werden.

Tomaten Uhr (Timer)
Alle 25 Minuten erinnert der Timer an die Pause. Bildrechte: Colourbox.de

Einfach nur Musik hören

Es fällt Ihnen schwer, nichts zu tun? Dann könnte Ihnen Musik helfen. Machen Sie es sich auf der Couch gemütlich - und hören Sie ganz bewusst ihre Lieblingsplaylist. Schließen Sie dabei ggf. die Augen, atmen Sie ganz bewusst und konzentrieren Sie sich nur auf die Musik. Und schon nehmen die Gedanken ihren Lauf ...

Bewusst Beobachten: Regentropfen, Menschen ...

Wann haben Sie das letzte Mal an einem verregneten Tag die herablaufenden Tropfen an der Fensterscheibe beobachtet? Eine Übung, die man zu Hause, im Bus oder auch am Arbeitsplatz machen kann. Einfach den Tropfen zuschauen und die Zeit vergehen lassen.

Alternativ kann man auch Menschen beobachten. Was gefällt Ihnen an den vorbei eilenden Passanten, welche Geschichten verbergen sich hinter ihren Gesichtern? Denken Sie sich dazu die Geschichten aus!

Raindrops on a window as a person is seen as a slight reflection taking the picture.
Wann haben Sie das letzte Mal an einem verregneten Tag die herablaufenden Tropfen an der Fensterscheibe beobachtet? Bildrechte: imago images/Paul Marriott

"Nein" zum Sozialstress

Kaum ist das Wochenden gekommen, geht es los mit dem Sozialstress. Ihnen ist das eigentlich alles zu viel? Dann sagen Sie "Nein"! Oder Sie überreden zumindest einen guten Freund dazu, mit Ihnen gemeinsam zu niksen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, stellt sein Handy für einzelne Zeitspannen in den Flugmodus. Dann wird man dabei auf jeden Fall nicht gestört.

Literatur zum Thema Niksen (Auswahl):

  •  Annette Lavrijsen: "Niksen: Wie man Glück im Nichtstun findet"
  • Sofie Bakken: "Nordische Lifestyle-Trends. Niksen und Friluftsliv: Mehr als Hygge - Lebensstile für mehr Wohlbefinden"
  • Olga Mecking: Niksen: Embracing the Dutch Art of Doing Nothing

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. April 2021 | 17:15 Uhr

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