Kochen und Backen Kulinarische Osterreise: Die besten Rezepte aus Europa

Keine Lust mehr immer den gleichen Osterzopf? Was kommt eigentlich in anderen Ländern auf den Tisch? BRISANT mit den besten Osterrezepten aus Italien, Österreich, Frankreich, England, Griechenland und Polen.

Colomba Pasquale
Wagen Sie sich doch mal an eine itaienische "Ostertaube" aus luftigem Hefeteig. Bildrechte: IMAGO / agefotostock

Griechenland: Hefezopf "Tsoureki"

Ein Hefezopf gehört nicht nur in Deutschland am Ostersonntag auf den Frühstückstisch. In Griechenland heißt das Gebäck "Tsoureki" - und schmeckt aufgrund zwei außergewöhnlicher Gewürze ganz besonders gut.

Zudem ist der griechische Osterzopf auch optisch eine echte Bereicherung. Denn geschmückt wird er traditionell mit einem oder mehreren rot gefärbten Eiern. In Griechenland ein Symbol für das Blut Christi.

Zutaten (für zwei Zöpfe):

  • 350 g Milch
  • 100 g Butter
  • 230 g Zucker
  • 2 Eier, 1 Eigelb
  • 1/2 TL gemahlener Machlepi (alternativ: Muskat & Vanille)
  • 1/2 TL gemahlener Mastix (alternativ: geriebene Zitronenschale)
  • 4 grüne Kardamomkapseln, zermahlen
  • 3 Päckchen Trockenbackhefe
  • ca. 1 kg Mehl (Typ 405 für einen weichen, fluffigen Zopf, oder Typ 550 für eine festere Konsistenz)

Zum Bestreichen:

  • 1 Eigelb
  • 1 EL Milch
  • 4 EL Mandelblättchen
  • hart gekochte, rot gefärbte Eier

Zubereitung:

  1. Milch, Butter und Zucker in einen Topf geben und bei niedriger Hitze erwärmen, bis die Zutaten gut vermischt sind. Dann vom Herd nehmen und die Gewürze dazu geben.
  2. Anschließend die Eier und das Eigelb verquirlen und mit der Mischung vermengen. Die sollte insgesamt lauwarm sein. Stimmt die Temperatur, kann die Hefe dazu gegeben und aufgelöst werden.
  3. Die flüssige Mischung in eine Schüssel geben. Nach und nach das Mehl hinzufügen und vermengen. Sobald der Teig nicht mehr flüssig ist, kann man mit der Hand oder dem Handmixer kneten. Immer etwas Mehl dazu geben und kneten, bis ein glatter, elastischer Teig entsteht, der ein bisschen klebrig ist. .
  4. Teig zugedeckt an einer warmen Stelle für etwa eine Stunde gehen lassen, bis sich sein Volumen etwa verdoppelt hat.
  5. Teig erneut durchkneten und in sechs gleich große Stücke teilen. Daraus zwei Zöpfe flechten und auf ein Blech legen. Die gefärbten, hart gekochten Eier dekorativ darauf platzieren. Anschließend den Teig noch einmal an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich sein Volumen erneut verdoppelt hat.
  6. Den Ofen auf 170 Grad (Umluft) vorheizen. Das Eigelb mit der Milch verquirlen und die Zöpfe gleichmäßig damit einpinseln. Mandelblättchen darauf verteilen. Anschließend für etwa 25 bis 30 Minuten backen.

Kaló Páscha!

Osterbrot und Ostereier
In Griechenland heißt der Osterzopf "Tsoureki" und wird mit roten Eiern gemückt. Bildrechte: IMAGO / agefotostock

Österreich: Mohnbutter aus Kärnten

Der Osterzopf zu trocken? Dagegen hilft eine Mohnbutter aus Kärnten. Die isst man zwar eigentlich zu einem Kärntner Reindling - doch bei einer kulinarischen Osterreise kann man sie auch zum griechischen Osterzopf oder britischen Hot Cross Buns servieren.

Zutaten:

  • 250 g Butter
  • 100 g Mohn, gemahlen
  • 1 EL Honig
  • 1 TL Vanillezucker
  • 1/2 TL Zimt
  • 1 Schnapsglas Rum
  • 2 EL heißes Wasser
  • 2 EL Rosinen

Zubereitung:

  1. Die Rosinen in etwas Wasser einweichen, nach etwa einer Viertelstunde gut ausdrücken, hacken und mit Rum vermischen.
  2. Mohn, Zimt, Honig, Vanille und Rosinen in einer Schüssel verrühren. Etwas Wasser dazu geben, damit eine streichfähige Masse entsteht.
  3. Weiche Butter in einem Rechteck etwa einen Zentimeter dick auf Backpapier streichen, die Mohn-Rosinen-Masse darauf verteilen und zu einer festen Rolle formen. Alternativ die Hälfte der Butter in eine passende Form streichen, die Mohn-Rosinen-Masse darüber verteilen und dann den Rest der Butter darauf geben.
  4. Gut zwei Stunden kalt stellen - und dann genießen!

Spanien: Kaninchen mit Knoblauch

Hase, Kaninchen oder Lamm kommen an den Ostertagen bei vielen Familien auf den Tisch. Doch nicht zwingend muss der "Festtagsbraten" gutbürgerlich zubereitet sein. Wie wäre es in diesem Jahr mit einer spanischen Variante?

Zutaten:

  • 1 Kaninchen (ca. 2 kg)
  • Salz und Pfeffer
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 Zwiebeln
  • 8 Zehen Knoblauch
  • 5 Stangen Staudensellerie
  • 2 Tomaten
  • 125 ml trockener Weißwein
  • 300 ml Hühnerbrühe
  • 1 Zweige Thymian
  • 2 Lorbeerblätter
  • geriebener Muskat
  • 2 EL gehackte Petersilie

Zubereitung:

  1. Das Kaninchen in 6-8 Teile teilen. Waschen und trocken tupfen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  2. Öl im Bräter erhitzen. Das Fleisch darin kräftig anbraten.
  3. Zwiebeln und Knoblauch schälen und würfeln. Den Sellerie in Stücke schneiden. Die Tomaten kreuzweise einritzen, heiß überbrühen und die Haut abziehen. Dann das Fruchtfleisch würfeln. Den Thymian waschen und abzupfen.
  4. Zwiebeln, Knoblauch und Sellerie zum Fleisch geben und etwas mitschmoren. Wein und Suppe angießen. Dann die Tomaten, die Lorbeerblätter und und den Thymian hinzufügen.
  5. Das Kaninchen im geschlossenen Bräter ca. 50 Minuten bei 180-200°C Ober-Unterhitze schmoren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und mit Petersilie bestreuen.

Koch hält Wildkaninchenbraten
In Spanien wird das Kaninchen mit viel Knoblauch zubereitet. (Symbolfoto) Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Frankreich: Lamala aus dem Elsass

Osterlämmer werden auch in Deutschland gebacken - meist aus einem Rührkuchenteig. Ein "Lamala" oder auch "Agneau de Paques" aus dem Elsass ist dagegen aus saftig-leichtem Biskuit. Lecker zum Frühstück - oder für ein Kaffeetrinken.

Zutaten:

  • 125 g Zucker
  • 3 Eigelb
  • 2 Esslöffel kaltes Wasser
  • 100 g Mehl
  • 3 Eiweiß
  • Aroma: Vanille, Zitronenschale oder Orangenblütenwasser

Zubereitung:

  1. Zucker und Eigelb schaumig schlagen, bis eine cremig-weiße Masse entsteht.
  2. Zwei Esslöffel kaltes Wasser, Aroma und Mehl und 1/2 Teelöffel Backpulver hinzufügen.
  3. Eiweiß zu Schnee schlagen und unter die Masse heben.
  4. Den Teig in eine gebutterte, mit Mehl bestäubte Lamm-Form geben und bei 190°C ca. 45 Minuten backen.

Osterlamm aus süßem Rührteig
Lecker und dekorativ: ein Lamala nach elsässischem Rezept. Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Italien: Ostertaube "Colomba Pasquale"

Was in Deutschland zu Ostern der Hase ist, ist in Italien die Taube - und zwar in Form eines leckeren Gebäcks: der Colomba Pasquale. Ein fluffiger Hefekuchen, der beim traditionellen italienischen Osterpicknick als Nachtisch serviert wird.

Wer die Colomba stilecht backen möchte, kann sich die Backform aus Papier in Form einer Friedenstaube mit aufgespannten Flügeln im Internet bestellen. Sieht schön aus, ist aber kein Muss. Lecker schmeckt die Ostertaube auch aus einer herkömmlichen Springform.

Zutaten:

  • 150 ml lauwarme Milch
  • 500 g Mehl
  • 5 Eigelb
  • 1 Ei
  • 150 g Butter
  • 130 g Zucker
  • 1 Päckchen/Würfel Hefe
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 150 g Orangeat
  • 1 Bio-Orange bzw. abgeriebene Orangenschale
  • Hagelzucker (zum Bestreuen)
  • Mandeln (zum Bestreuen)
  • Puderzucker (zum Bestäuben)
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

  1. Die Hefe in einer Schüssel mit der warmen Milch, einer Prise Salz und einer Prise Zucker verrühren. Dann mit etwas Mehl bestäuben und zugedeckt an einem warmen Ort für ungefähr 30 Minuten gehen lassen.
  2. Anschließend den restlichen Zucker, das restliche Mehl, die Butter, die Eigelb, etwas abgeriebene Orangenschale und den Vanillezucker in die Schüssel geben und zu einem festen Teig verkneten.
  3. Dann das Orangeat zugeben und den Teig noch einmal ordentlich durchkneten, bevor er zu einer großen Kugel geformt wird. Den Teig mit einem Tuch abgedeckt noch einmal für eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.
  4. Während die Teigkugel ruht, die (Colomba-)Backform mit Butter einfetten und mit etwas Mehl bestäuben.
  5. Danach den Teig glatt in der Form verteilen und erneut für 30 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.
  6. Anschließend das (ganze) Ei in einer kleinen Schüssel verquirrlen und den Colomba großzügig damit bestreichen. Anschließend mit Hagelzucker und ganzen Mandeln bestreuen und für ungefähr 35 Minuten backen.
  7. Vor dem Servieren den Colomba auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Ostergebäck
Leckermäuler füllen die Ostertaube mit einer Creme aus Limoncello oder Beeren. Bildrechte: IMAGO / agefotostock

England: Hot Cross Buns

In der Osterzeit findet man sie in Großbritannien in wirklich jeder Bäckerei: Hot Cross Buns. Ihren Namen verdanken sie dem Kreuz, das auf die süßen Brötchen gespritzt wird. Je nach Geschmack wird das süße Gebäck mit verschiedenen Zutaten gepimpt. Wir haben uns für Schokolade entschieden.

Zutaten:

  • 100 g backstabile Schokotropfen
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 unbehandelte Zitrone
  • 530 g Mehl
  • 70 g weiche Butter
  • 2/3 Würfel Hefe
  • 70 g Zucker
  • 1/2 TL Zimt
  • 250 ml Milch

Für die Kreuze:

  • 1 TL Puderzucker
  • 4 EL Aprikosenkonfitüre
  • 75 g Mehl
  • 4-5 EL Wasser

Zubereitung:

  1. Die Milch erhitzen, bis sie lauwarm ist und die Hefe hinein bröseln. Dann das Mehl mit dem Zucker in eine Schüssel geben, die Milch hinzufügen und alles verrühren. Anschließend das Salz, den Zimt, den Zitronenabrieb, die Butter und das Ei ebenfalls dazu geben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Zum Schluss die Schokotropfen unterkneten.
  2. Den Teig mit einem feuchten Tuch bedecken und an einem warmen Ort für eine Stunde gehen lassen. Er sollte seine Größe etwa verdoppeln.
  3. Danach den Teig zu einer Rolle formen und zwölf gleichgroße Brötchen daraus formen. Die werden dann auf ein mit Backpapier belegtes Blech gelegt, abgedeckt und sollen erneut für etwa 30 Minuten an einem warmen Ort gehen.
  4. Den Ofen auf 190 Grad Ober-Unterhitze vorheizen.
  5. Für den Guss das restliche Mehl und den Puderzucker mischen, Esslöffelweise das Wasser hinzufügen und vermischen, bis eine dickliche Creme entstanden ist. Die in eine Spritztülle füllen und auf jeden Bun ein Kreuz spritzen.
  6. Anschließend die Buns für ca. 25 Minuten goldbraun backen.
  7. Zum Schluss die Aprikosenkonfitüre in einem kleinen Topf erhitzen, durch ein Sieb streichen und die noch warmen Brötchen damit bepinseln.

Hot Cross Buns
Gibt's zur Osterzeit in jeder englischen Bäckerei: Hot Cross Buns Bildrechte: imago images/natashabreen

Polen: Überraschungseier "Jajka-niespodzianki"

Was tun mit all den hart gekochten Eiern, die man im Garten gesucht hat? In Polen werden sie u.a. zu einem kalten Abendbrot gereicht - und dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Besonders luxuriös ist die Variante mit Kaviar.

Zutaten:

  • hart gekochte Hühnereier
  • eventuell hart gekochte Wachteleier
  • Tomaten
  • saure Gurken
  • Mayonnaise
  • Zwiebelschalen
  • Kaviar
  • Lachs (in Scheiben)
  • Schnittlauch
  • Petersilie

Zubereitung:

Fliegenpilze:
Die Eier pellen, saure Gurken in Scheibchen schneiden und Tomaten halbieren. Die Eier auf die Gurkenscheiben stellen und die Tomatenhälften als Pilzhüte drauflegen. Anschließend die Pilzhüte mit Mayonnaise-Tupfern verzieren.

Verpackte Wachteleier:
Die Eier pellen, in Lachsscheiben wickeln und mit Schnittlauch zusammenbinden.

Marmorierte Eier:
Die Zwiebelschalen aufkochen, die Schale der hart gekochten Eiern anschlagen und die Eier zusammen mit den Zwiebelschalen weitere fünf Minuten kochen. Eier herausnehmen und pellen. Das Ergebnis sieht wirklich toll aus!

Gefüllte Eier mit Kaviar:
Die hart gekochten Eier pellen, halbieren, die Eigelbe herausheben. Eigelbe und Mayonnaise verrühren und nach Geschmack würzen. Die Eihälften mit Kaviar und der Eigelb-Mayonnaise-Paste füllen und mit Petersilieblättern garnieren.

Gefüllte Eier
Gefüllte Eier - in Polen nicht nur zu Ostern eine Spezialität. Bildrechte: Artur Agiello (Foodblaster.com)

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 28. März 2021 | 17:00 Uhr

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