Hintergrund Parkinson: Woran erkennt man die Krankheit?

Frank Elstner, Ottfried Fischer, Michael J. Fox - und jetzt auch Ozzy Osbourne. Sie alle sind mit der traurigen Nachricht an die Öffentlichkeit gegangen, an Parkinson erkrankt zu sein. Was verbirgt sich hinter dieser Krankheit, an der immer mehr Menschen leiden? Woran erkennt man sie - und wie sehen die Heilungschancen aus?

Illustration: Ein Arzt hält eine Tafel mit der Aufschrift «Parkinson».
Was verbirgt sich hinter der Krankheit Parkinson, woran erkennt man sie - und wie sehen die Heilungschancen aus? Bildrechte: imago/Panthermedia

Ozzy Osbourne hat seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht. Ein Schicksal, mit dem der Schockrocker nicht alleine dasteht. Seit vielen Jahren leidet auch Michael J. Fox an der neurodegenerativen Erkrankung, ebenso der deutsche Schauspieler Ottfried Fischer und Showmaster Frank Elstner. Der hat anlässlich der BAMBI-Verleihung 2019 eine bewegende Rede gehalten, in der er auch über seine Krankheit spricht.

Diese Prominente sind an Parkinson erkrankt!

Ozzy Osbourne hat seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht. Ein Schicksal, das der Schockrocker mit anderen teilt. Seit vielen Jahren leiden u.a. auch Michael J. Fox, Ottfried Fischer und Frank Elstner an Parkinson.

Ozzy Osbourne
Was ein Start ins neue Jahr: Gemunkelt und gemutmaßt wurde schon länger. Jetzt hat Schockrocker Ozzy Osbourne entschieden, seine Fans nicht länger im Unklaren zu lassen - und ein Jahr nach der Diagnose seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht. Bildrechte: imago/ZUMA Press
Ozzy Osbourne
Was ein Start ins neue Jahr: Gemunkelt und gemutmaßt wurde schon länger. Jetzt hat Schockrocker Ozzy Osbourne entschieden, seine Fans nicht länger im Unklaren zu lassen - und ein Jahr nach der Diagnose seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht. Bildrechte: imago/ZUMA Press
Frank Elstner
Showmaster Frank Elstner machte seine Parkinson-Erkrankung bereits 2019 öffentlich. In seiner Dankesrede für den Ehren-BAMBI, den er im vergangenen Jahr verliehen bekam, sprach er auch über sein Leben mit der Krankheit. Bildrechte: dpa
Ottfried Fischer
Schauspieler Ottfried Fischer gab seine Parkinson-Erkrankung im Februar 2008 bekannt. Der 66-Jährige arbeitet weiterhin als Schauspieler und Kabarettist. Bildrechte: BR/Jacqueline Krause-Burberg
Markus Maria Profitlich bei einem seiner Auftritte, 2015.
Comedian Markus Maria Profitlich sprach 2012 erstmals öffentlich darüber, dass er an Parkinson leidet. Bildrechte: imago/Rene Traut
Michael J. Fox bei einer Filmprämiere, 2019 in New York City.
Schauspieler Michael J. Fox erfuhr im Jahr 1991, im Alter von nur 30 Jahren, von der Erkrankung. Der heute 58-Jährige gründete eine Stiftung zur Erforschung von Parkinson. Bildrechte: imago images/ZUMA Press
Robin Williams, 2011
Vor seinem Selbstmord im Jahr 2014 kämpfte Schauspieler Robin Williams gegen seine Drogensucht, Depressionen und zuletzt auch eine Parkinson-Erkrankung. Bildrechte: dpa
Papst John Paul II., 1987
Papst Johannes Paul II. war am Ende seines Lebens stark von der Parkinson-Erkrankung gezeichnet. Er zitterte, konnte kaum noch sprechen und hatte Lähmungserscheinungen. Dennoch blieb er bis zu seinem Tod am 2. April 2005 im Amt. Bildrechte: dpa
Muhammad Ali
Boxlegende Muhammad Ali erhielt die Parkinson-Diagnose 1984. Er setzte sich bis zu seinem Tod für wohltätige Zwecke ein und gründete ein Zentrum, das sich auf die Diagnose und Behandlung von Parkinson spezialisiert hatte. 2016 starb Ali an den Folgen eines septischen Schocks im Alter von 74 Jahren. Bildrechte: IMAGO
Salvador Dali mit seinem Ozelot Babou.
Auch der spanische Künstler Salvador Dali erkrankte 1981 an Parkinson und litt unter einem starken Tremor. Für sein letztes Gemälde benötigte er zwei Jahre. 1989 starb er an Herzversagen. Bildrechte: IMAGO
Bildnis - Mao Tsetung
Ebenso soll der chinesische Kommunist Mao Tsetung an Parkinson gelitten haben. Belegt ist das allerdings nicht. Bildrechte: imago images/KHARBINE-TAPABOR
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Was ist Parkinson?

Die Parkinson-Krankheit ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung in Deutschland, Tendenz steigend. Bei Morbus Parkinson, wie die Krankheit korrekt heißt, sterben die Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn ab. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff für die Signalübermittlung zwischen Gehirn und Muskulatur. Patienten können sich nur noch verlangsamt bewegen, die Muskeln werden steif. Arme und Beine beginnen im Ruhezustand zu zittern. Viele Patienten bekommen außerdem Probleme beim Denken oder werden dement.

Zwar gibt es Medikamente, die einzelne Krankheitssymptome verhindern oder zumindest erheblich lindern können, doch heilbar ist Parkinson bislang nicht.

Illustration: Substantia nigra
Bei Parkinson sterben die Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn ab. Dadurch kommt es zu Störungen in der Signalübermittlung zwischen Gehirn und Muskulatur. Bildrechte: imago/Science Photo Library

Woran kann man erkennen, dass man an Parkisnon erkrankt ist?

Die Parkinson-Krankheit bleibt häufig über Jahrzehnte unbemerkt, während im Gehirn immer mehr Zellen abgebaut werden. Die ersten Symptome einer Parkinson-Krankheit treten auf, wenn bereits über 50 Prozent aller Dopamin produzierenden Nervenzellen abgestorben sind. Erste Frühsymptome sind so unspezifisch, dass sie auch Anzeichen des natürlichen Alterungsprozesses oder einer rheumatische Erkrankungen sein könnten. Von den Betroffenen selbst werden sie meist kaum bemerkt:

  • Schmerzen in der Nacken- und Schultergürtel-Region
  • einseitige Muskelverspannungen im Schulter-Arm-Bereich
  • Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • depressive Verstimmungen
  • plötzliche Schweißausbrüche
  • Verstopfung
  • eingeschränkter Geruchssinn

Symptome der fortgeschrittenen Parkinson-Krankheit

Mit dem Fortschreiten der Erkrankung setzen die ersten Symptome der für Parkinson typischen Bewegungsstörungen ein. Was anfänglich kaum Einfluss auf den Alltag des Betroffenen nimmt, wird im weiteren Verlauf der Krankheit immer ersichtlicher. Dazu zählen Schwierigkeiten bei feinmotorischen Tätigkeiten, ein veränderter und verlangsamter Gang, eine veränderte Handschrift, eine weniger lebhafte Mimik ("Maskengesicht") - und im Ruhezustand zitternde Hände.

Eine Frauenhand, die ein Wasserglas hält wird von einer anderen Hans gehalten.
Im Ruhezustand zitternde Hände sind ein typisches Symptom einer Parkinson-Erkrankung. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Bewegung wirkt in jeder Krankheitsphase

Die Symptome der Parkinson-Krankheit lassen sich mit Medikamenten behandeln. Allerdings wird durch zahlreiche Studien belegt, dass auch Sport sehr wirkungsvoll sein kann. Ob ein Fortschreiten der Erkrankung dadurch hinausgezögert werden kann, ist jedoch nicht bewiesen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. Januar 2020 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2020, 18:40 Uhr

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