Verpflichtende Volkszählung Zensus 2022: Wer einen Brief bekommt, muss antworten

Post zum Zensus 2022 erhalten? Dann werden Sie zu einem Interview eingeladen. Aber kann man die Befragung verweigern? Was wird überhaupt gefragt und was passiert mit meinen Daten? Das kommt beim Interview und Fragebogen auf Sie zu:

Der Schriftzug «Zensus» ist auf einem bedruckten Kugelschreiber zu lesen.
Für den Zensus 2022 werden mehr als zehn Millionen Einwohner in Deutschland befragt. Bildrechte: dpa

Was ist der Zensus 2022?

Der Zensus 2022 erhebt statistische Daten zur Bevölkerung. Dabei werden Ergebnisse zu aktuellen Zahlen sowie demografischen Daten der Bevölkerung und Wohnsituation gesammelt. Die erhobenen Daten dienen dem Bund, Ländern und Gemeinden beispielsweise für die Planung von Kitas, Pflegeeinrichtungen oder infrastrukturellen Projekten.

Der Zensus findet seit 2011 alle zehn Jahre statt. Eigentlich sollte die Befragung schon vergangenes Jahr durchgeführt werden. Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurde der Zensus aber verschoben. Nun wird er nachgeholt.

Wann findet der Zensus 2022 statt?

Die Datenerhebung findet von Mai bis August statt. Als Stichtag der Erhebung wurde der 15. Mai 2022 festgelegt.

Wer wird befragt?

Für die Haushaltsbefragung werden etwa 10,3 Millionen Einwohner in Deutschland befragt. Diese werden zufällig ausgewählt und erhalten die Information per Post.

Doch aufgepasst, es gibt Sonderregeln. Bewohner aus Wohnheimen oder Gemeinschaftsunterkünften sind nicht immer im Melderegister aufgeführt. Deshalb werden von allen Bewohnern Informationen erfasst.

An die Bevölkerungszählung schließt sich erstmals eine Gebäude- und Wohnungszählung an. 23 Millionen Eigentümer und Wohnraum-Verwaltungen müssen zu ihren Wohnimmobilien Auskunft geben.

Was wird gefragt?

Zunächst werden persönliche Informationen zum Namen, Geburtsdatum, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Beruf verlangt.

Es können weitere Fragen gestellt werden zur:

  • Bildung/Ausbildung
  • Erwerbstätigkeit
  • Wohnsituation
  • Migration

Eine Figurengruppe steht auf einer Strichliste.
In der Bevölkerungszählung müssen etwa drei viertel der Befragten Angaben zu ihrer Bildung machen. Bildrechte: dpa

Wie erfolgt die Befragung?

Die erste Grundlage liefern die Melderegister der Kommunen. Daraufhin werden in einer Befragung stichprobenartig Haushalte persönlich vor Ort interviewt. Etwa 100.000 Erhebungsbeauftragte fahren dazu von Tür zu Tür. Für das Gespräch sollten fünf bis zehn Minuten eingeplant werden. Gewisse Fragen können auch online über die Website beantwortet werden. Wer keinen Online-Zugang besitzt, kann sich den Fragebogen auch in Papier-Form zuschicken lassen.

Muss ich an der Befragung teilnehmen?

Ja! Man ist gesetzlich auskunftspflichtig. Verweigert man die Befragung nach mehrmaliger Erinnerung, können Zwangs- oder Bußgelder drohen. Wie hoch die Strafe dann sein kann, legt das jeweilige Bundesland fest.

Bekomme ich eine Aufwandsentschädigung?

Nein. Als Befragter erhalten Sie keine Aufwandsentschädigung.

Wer kann meine angegebenen Daten sehen?

Die gesammelten Daten werden anonymisiert ausgewertet. Man wird aus den Ergebnissen also keine Rückschlüsse auf einzelne Personen schließen können. Vielmehr sollen Durchschnittswerte berechnet werden.

Wann werden die Ergebnisse des Zensus 2022 veröffentlicht?

Die Ergebnisse lassen dann ein wenig auf sich warten. Ende 2023 kann man mit der Veröffentlichung der Daten rechnen.

Brisant/dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 17. Mai 2022 | 17:15 Uhr

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