Ratgeber Risse in der Wand - Wann wird's gefährlich?

Ungewöhnlich sind sie nicht, aber dennoch ärgerlich und manchmal sogar gefährlich: Risse in Haus- oder Wohnungswänden. Damit es kein böses Erwachen gibt, sollte unbedingt abgeklärt werden, um welche Art Riss es sich handelt. BRISANT sagt Ihnen, worauf dabei zu achten ist.

Eine Puppe sitzt hinter einem Fenster.
Risse in der Hauswand können gefährlich werden. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Westend61

Feine und oftmals zackig verlaufende Risse in der Hauswand sind nicht nur unschön sondern manchmal auch tückisch. Meistens gibt es jedoch Entwarnung, da die häufigsten Risse nicht problematisch für die Statik des Hauses sind. Sie treten auf, weil sich im Bauwerk etwas bewegt, und das ist völlig normal und bedeutet erst einmal keine Gefahr.

Spannungsriss

Anders kann es sein, wenn es sich um einen Spannungsriss handelt. Spannungsrisse entstehen, wenn das Mauerwerk unter Spannung steht. Sie treten häufig bei Fugen zwischen Wand und Decke auf, wenn diese aus unterschiedlichen Bauelementen bestehen oder nicht fest miteinander verbunden sind. Spannungsrisse treten dann auf, wenn sich im Material Spannungen aufbauen, die größere Kräfte erzeugen als das Material aufnehmen kann. Kritisch werden Spannungsrisse, wenn sie an nicht-tragenden Wänden auftreten. Dort dürfen solche Kräfte normalerweise nicht auftreten.

Die weiߟe Wand über dem in Gold gerahmten Gemälde hat einen Riss.
Spannungsrisse entstehen, wenn das Mauerwerk unter Spannung steht. (Archiv) Bildrechte: dpa

Setzriss

Setzrisse entstehen, wie der Name schon vermuten lässt, durch die Setzung des Mauerwerks. Die Risse verlaufen meist kreuz und quer und können sowohl innen als auch außen auftreten. Sind die Setzrisse sehr groß, deuten sie auf ein statisches Problem des Gebäudes hin. Jedes neugebaute Gebäude "setzt" sich nach der Errichtung noch einige Millimeter in den Boden. Je nach Untergrund kann das einige Monate, aber auch Jahrzehnte dauern. Ist der Boden uneben bzw. nicht gleichmäßig beschaffen, kann das Setzen eine Schiefstellung des Hauses auslösen. Vorbeugen kann man hier, wenn ein Gutachter vor Baubeginn die Bodenbeschaffenheit genau untersucht.

Hebungsriss in den Häuserfassaden durch Erdwärmebohrungen, die den Boden um einige Zentimeter angehoben haben, in der historischen Altstadt von Staufen im Breisgau.
Bei Setzrissen sollte unbedingt fachmännische Hilfe eingeholt werden. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Putzriss

Die häufigsten und auch harmlosesten Risse sind die sogenannten Putzrisse. Sie treten auf, wenn sich Beton oder Putz beim Trocknen zusammenziehen. Sind sie großflächig und netzartig spricht man von Schwindrissen. Sie deuten darauf hin, das Putz oder Oberfläche zu schnell getrocknet sind. Das kann dann passieren, wenn die Oberflächen beispielsweise starker Sonneinstrahlung ausgesetzt sind oder die Luft zu trocken ist.

Eine Frau untersucht einen Riss im Putz einer Wand.
Putzrisse treten häufig auf und sind in der Regel harmlos. (Archiv) Bildrechte: dpa

Allgemeine Hinweise

Generell gilt: Je größer und tiefer ein Riss in der Wand ist, desto gefährlicher ist er. Haarrisse bis zu einer Stärke von 0,2 Millimeter sind in der Regel unbedenklich und lassen sich durch Überstreichen verdecken. Wächst der Riss, kann ein Sachverständiger weiterhelfen, da das auf einen Mangel im Bau hinweisen könnte. In jedem Fall sollten die Risse dokumentiert werden. Kleiner Trick: Bleistift-Markierungen an der Wand können über eine Vergrößerung des Risses Auskunft geben. Die gesammelten Informationen sind mit Datum versehen immer auch wichtige Hinweise für den Vermieter.

(BRISANT/vpb/zdb)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 24. August 2021 | 17:15 Uhr

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