Milch in Einwegverpackungen
Zuletzt war Frischmilch in Tetrapacks von einer Rückrufaktion betroffen. Bildrechte: imago/photothek

Frischmilch-Skandal Rückrufaktion für Lebensmittel: Wie funktioniert das?

BRISANT | 11.10.2019 | 17:15 Uhr

Listerien in der Wurst, Glassplitter in der Marmelade, Bakterien in der Milch - fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass ein Lebensmittel-Skandal den nächsten jagt. Verbunden sind viele dieser Negativ-Schlagzeilen mit einem so genannten Rückruf seitens der Hersteller. Aber: Wie funktioniert eine Rückrufaktion und wie erfahren vor allem die Verbraucher rechtzeitig davon? BRISANT hat nachgehakt.

Milch in Einwegverpackungen
Zuletzt war Frischmilch in Tetrapacks von einer Rückrufaktion betroffen. Bildrechte: imago/photothek

Wie funktioniert eine Rückrufaktion?

Trotz aller Sorgfalt kommt es immer wieder vor, dass ganze Produktchargen eines Lebensmittels mit bedenklichen bis gefährlichen Fremdkörpern oder gesundheitsgefährdenden Keimen in den Supermarkt-Regalen landen. Besteht ein hinreichender Verdacht, dass ein Lebensmittel die Gesundheit gefährden könnte, müssen die Hersteller und Händler umgehend reagieren.

Die Unternehmen sind verpflichtet, öffentlich vor der potenziellen Gefahr zu warnen und am Regal oder am Eingang eines Supermarkts darauf hinzuweisen, dass mit dem betroffenen Produkt etwas nicht in Ordnung sein könnte. Auch die zuständige Behörde - z.B. die Verbraucherzentrale eines Landes - kann eine Rückrufaktion anordnen. Um Haftungsrisiken zu vermeiden, reagieren Hersteller oft in vorauseilendem Gehorsam, um mögliche Konsequenzen zu vermeiden.

Stiller Rückruf: Was versteht man unter einer Rücknahme?

Ist das unsichere Lebensmittel noch nicht im Supermarkt gelandet bzw. noch nicht verkauft worden, erfolgt eine Rücknahme des Produkts. In diesem Fall fordert das Lebensmittelunternehmen seine Handelspartner auf, die Ware aus dem Verkehr zu nehmen. Häufig wird für diese Rücknahmen vom Markt der Begriff "stiller Rückruf" verwendet, da die Öffentlichkeit in der Regel nichts davon mitbekommt.

Wo kann man sich über Rückrufaktionen informieren?

Wer nicht regelmäßig die Aushänge studiert, kann sich auf dem Portal Lebensmittelwarnung.de des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) informieren. Bereits seit mehreren Jahren fassen die zuständigen Behörden hier wichtige Informationen für Verbraucher zusammen. Dazu gehören Warnungen zu Lebensmitteln und neuerdings auch Hinweise zu Bedarfsgegenständen und Kosmetik. Oft geben Unternehmen ihre Warnungen auch an Medien weiter.

Welche Rechte und Pflichten haben Verbraucher?

Betroffene Produkte können von Kunden auch ohne Kassenbon zurückgegeben werden. Am besten dort, wo sie es gekauft haben. Das Geld wird ihnen erstattet.

Kunden, die Sicherheitsmängel an einem Produkt feststellen, sollten den Hersteller informieren. Dabei ist es wichtig, den Mangel so genau wie möglich zu beschreiben. Nur dann kann der Hersteller die notwendigen Schritte unternehmen, um die Gefahr für andere Verbraucher zu beseitigen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. Oktober 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2019, 19:47 Uhr

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