Ein Mann und eine Frau halten einen Hund in den Händen
Herrchen oder Frauchen - wer bekommt nach der Trennung den Hund? Bildrechte: Colourbox.de

Vom Familienmitglied zum Zankapfel Trennungsstreit: Wer kriegt den Hund?

BRISANT | 16.08.2019 | 17:15 Uhr

Die Liebe geht, der gemeinsame Hund bleibt. Aber bei wem? Für gemeinsame Kinder gibt es mit Sorge-, Umgangs- und Aufenthaltsbestimmungsrecht ein umfangreiches Regelwerk, das nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern ein möglichst reibungsloses Miteinander ermöglichen soll. Für gemeinsame Haustiere gibt es das in dieser Form bislang nicht. Denn ein Haustier ist rein rechtlich gesehen vor allem Besitz.

Ein Mann und eine Frau halten einen Hund in den Händen
Herrchen oder Frauchen - wer bekommt nach der Trennung den Hund? Bildrechte: Colourbox.de
Texttafel "Und wer nimmt den Hund?" 2 min
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Mo 05.08.2019 13:54Uhr 01:53 min

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Die Liebe geht, der gemeinsame Hund bleibt. Aber bei wem? Diesem Thema widmet sich eine Scheidungskomödie, die im August in den Kinos angelaufen ist. In den Hauptrollen: Ulrich Tukur und Martina Gedeck. Doch so spaßig wie in "Und wer nimmt den Hund?" sieht es in der Realität meist nicht aus. Nicht nur Sorge- und Umgangsrecht für gemeinsame Kinder landen häufig vor Gericht, auch die "Sache" gemeinsamer Hund wird dort vermehrt verhandelt. Dabei gibt es eigentlich ganz klare Regelungen. Doch wie sehen die aus?

Vom Familienmitglied zum "Haushaltsgegenstand"

Bei einem Scheidungsverfahren werden Haustiere als Haushaltsgegenstände bewertet. Genauso wie Möbel oder Elektrogeräte, die während der Ehe gemeinsam angeschafft wurden. Geht die Ehe in die Brüche, sollen Haushaltsgegenstände entsprechend ihrem materiellen Wert gerecht aufgeteilt werden. So will es der Gesetzgeber. Klappt die Aufteilung nicht, sind Ausgleichszahlungen möglich. Ist das Tier jedoch expliziter Eigentum eines der beiden Ehepartner - etwa weil er bereits vor der Hochzeit angeschafft oder der Kaufvertrag von nur einem der Partner unterschrieben wurde - ist der Fall juristisch klar: Der Hund bleibt beim Eigentümer, der Ehepartner hat keinerlei Ansprüche.

Entscheidung zum Wohl des Hundes?

Eine Dogge
Zum Wohle des Hundes ein freiwilliges Umgangsrecht und Unterhaltszahlungen vereinbaren! Bildrechte: Colourbox.de

Wurde der Hund wärend der Ehe bzw. Partnerschaft von beiden Seiten gleichermaßen betreut, bietet es sich an, ein freiwilliges Umgangsrecht zu vereinbaren. Gleiches gilt für Unterhaltszahlungen, die ebenfalls nicht gesetzlich geregelt sind. Natürlich sind individuelle Regelungen auch für nicht verheiratete Paare ratsam. Ist man sich einig, können schriftliche Vereinbarungen, von beiden Partnern unterschrieben, ganz ohne rechtlichen Beistand getroffen werden. Denn: Die juristische Einordnung von Hunden als Haushaltsgegenstand hat Konsequenzen!

Anders als bei Kindern steht vor Gericht nicht das Wohl des Tieres, sondern die Eigentumsfrage, im Vordergrund. Ausschlaggebend ist nicht, bei welchem Partner der Hund es vermutlich besser hätte. Dennoch spielen in der Rechtsprechung auch tierschutzrechtliche Aspekte und sogenannten "Gründe der Billigkeit" eine Rolle. D.h. das Gericht klärt, was im verhandelten Fall vernünftig und angemessen ist.

Kann man einen Hund vererben?

Haustiere sind vererbbar und gehören im Erbfall - genau wie andere "Gegenstände" - zum Nachlass. Wer nach seinem Tod sicherstellen möchte, dass sein Haustier gut versorgt wird, sollte in seiner letzten Verfügung entsprechende Vorkehrungen treffen und eine bestimmte Person zur Pflege bestimmen. Natürlich sollten der als Erbe eingesetzten Person ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, damit sie das Erbe nicht ausschlägt. Zudem erhält die das Tier pflegende Person einen steuerrechtlichen Vorteil, da die Aufwendungen für das Haustier als Nachlassverbindlichkeit von der Erbschaftssteuer abgezogen werden können.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 16. August 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2019, 14:51 Uhr

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