Gesundheit Schimmel in Haus und Wohnung entfernen - was hilft wirklich?

Schimmel in Wohnung und Bad? Keine appetitliche Angelegenheit - und für die Gesundheit eine echte Gefahr. Doch die Chemiekeule muss man nicht zwingend schwingen, um den grauen Flecken zu Leibe zu rücken. Welche Hausmittel bieten sich an - und was muss man beim Einsatz chemischer Schimmelentferner beachten?

Schimmelbefall unter der Decke eines Zimmers
Unschöner Anblick - und für die Gesundheit eine Gefahr: Schimmel in der Wohnung. Bildrechte: imago images/Shotshop

Ob Alt- oder Neubau, Schimmelbildung ist in vielen Häusern ein Problem. Leben sollte in einer schimmligen Wohnungen auf Dauer niemand. Die Schimmelpilze sind nicht nur ein unschöner Anblick, sie können auch die Gesundheit beeinträchtigen.

Ursache kennen: Weshalb ist der Schimmel entstanden?

Um Schimmel in der Wohnung wirkungsvoll und dauerhaft zu bekämpfen, muss man seine Ursache kennen.

Schimmel benötigt Feuchtigkeit, um zu wachsen - und die ist in einer intakten Wohnung normalerweise nicht gegeben. Befinden sich eventuell undichte Stellen oder Risse in der Wand, durch die Wasser von außen eindringt? Auch wegen mangelhafter Isolierung kalte Stellen können der Grund für den Pilzbefall sein. Ebenso ein defektes Wasser- oder Abwasserrohr in der Wand.

Häufig ist eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum die Ursache für den Schimmelbefall in der Wohnung. Meist ein selbstverschuldetes Unglück, das durch regelmäßiges Lüften behoben werden kann.

Schimmel vorbeugen durch regelmäßiges Lüften und Heizen

Schimmel effektiv vorbeugen kann man, indem man regelmäßig die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung kontrolliert und ausreichend lüftet. Dabei hilft ein Hygrometer, das die Luftfeuchtigkeit misst und den Wert in Prozent anzeigt. Er sollte zwischen 40 und 60 liegen.

Messgeräte - analog oder digital - gibt es ab etwa zehn Euro im Handel. Wohnungen, in denen neue, dicht schließende Fenster eingebaut sind, müssen übrigens häufiger gelüftet werden.

Des Weiteren hilft es, Möbelstücke wie Schränke oder Sofas nicht zu dicht an Außenwände zu stellen. Badezimmerfenster sollten nach dem Duschen oder Baden geöffnet werden und auch unbewohnte Zimmer sollten im Winter leicht beheizt werden. Ist das nicht möglich, die Türen im Winter vorwiegend geschlossen halten.

Schwarzer Schimmel an den Fugen einer Badewanne
Regelmäßiges Lüften ist das A und O gegen Schimmel - vor allem im Bad. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Darf man Schimmel selbst entfernen?

Sind die Schimmelflecken klein, kann man sie bedenkenlos selbst entfernen. Ist mehr als ein halber Quadratmeter schwarz, sollte lieber ein Fachmann damit beauftragt werden. 

Hausmittel gegen Schimmel - ganz ohne Chemie

Um Schimmel von Wänden oder Fugen zu entfernen, muss man nicht zwingend die Chemiekeule schwingen. Zur Bekämpfung eignen sich auch Alkohol, Backpulver, Essig und Hefe.

Essig
Essig oder Essigessenz hat fast jeder im Haushalt. Gegen Schimmelpilzbefall hilft das Allheilmittel nur bedingt - denn die Sporen bleiben verschont. Man muss sich also darauf einstellen, häufiger gegen die schwarzen Flecken zu kämpfen.

Reinigungsalkohol und Spiritus
Auch Alkohol tötet den Schimmel zwar ab, ist aber keine Langzeitlösung. Die Sporen können sich weiterhin vermehren und der Schimmel kommt nach einiger Zeit zurück.

Am besten eignet sich 70-prozentiger Alkohol zum Putzen. Das geruchsneutrale Hausmittel stellt keine Belastung für die Umwelt oder die Gesundheit des Menschen dar und kann auf allen Untergründen angewendet werden.

Schimmel
Alkohol darf zur Schimmelentfernung auf allen Untergründen angewendet werden - auch auf Tapete. Bildrechte: Colourbox

Hefe
Um Hefe gegen Schimmel in Dusche oder Bad einzusetzen, muss sie vorab in Wasser gelöst werden. Die Lösung dann großflächig auf den befallenen Stellen verreiben. Nach einer Einwirkzeit von etwa zehn Minuten kann die Lösung wieder abgewischt werden. Bis man eine Wirkung sieht, muss der Vorgang mehrere Male wiederholt werden.

Backpulver
Backpulver im Verhältnis 3:1 mit Wasser mischen und auf die betroffenen Stellen auftragen. Danach Fliesen und Fugen gründlich abtrocknen.

Chemische Hausmittel gegen Schimmel

Wasserstoffperoxid
Effektiv lässt sich Schimmel mit Wasserstoffperoxid entfernen. Eine dreiprozentige Lösung ist ausreichend, um Schimmelsporen auf Putz, Silikonfugen und zwischen den Fliesen zu entfernen.

Vorsicht: Wasserstoffperoxid hat eine bleichende Wirkung. Auf Tapete sollte man das Mittel deshalb besser nicht anwenden.

Nagellackentferner
Auch Nagellackentferner eignet sich für die Bekämpfung vom Schimmelbefall. Etwas davon auf einen Lappen tropfen und die betroffenen Stellen damit abtupfen. Für Tapete ist auch dieses Hausmittel weniger geeignet.

Schimmel-Entferner gegen Schimmel an einem Fenster
Im Handel sind zahlreiche chemische Schimmelentferner erhältlich. Bildrechte: imago/Sabine Gudath

Chemische Schimmelentferner aus dem Handel - mit und ohne Chlor

Helfen Hausmittel nicht weiter, kann man auf zahlreiche chemische Präparate zur Schimmelbeseitigung zurückgreifen. Meist sind das aggressive Mittel, die Chlor enthalten und eine reizende Wirkung auf Haut und Schleimhäute haben. Deshalb sollten sie nicht in geschlossenen Räumen und nur bei geöffnetem Fenster angewendet werden. Den Mix aus verschiedenen Putzmitteln sollte man vermeiden!

Der Vorteil: Chlorhaltige Mittel beseitigen nicht nur den Schimmelpilz, sondern auch seine Sporen. Wegen ihrer bleichenden Wirkung sollte man bei der Anwendung auf Mustertapeten Vorsicht walten lassen. Im Bad können sie in der Regel keinen Schaden anrichten.

Eine Alternative zu chlorhaltigen Schimmelentfernern sind Produkte mit dem Wirkstoff Benzalkoniumchlorid. Er ist Experten zufolge weniger schädlich für Umwelt und Gesundheit.

Der Nachteil: Damit der Schimmel so gründlich wie mit einem chlorhaltigen Schimmelentferner beseitigt wird, muss man kräftig schrubben.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 19. Mai 2022 | 17:15 Uhr

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