Grafische Darstellung eines Schlaganfalls
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"Zeit ist Hirn" Schlaganfall: Wenn jede Minute zählt

BRISANT | 05.03.2019 | 17:15 Uhr

Ein Schlaganfall beginnt häufig mit einer halbseitigen Lähmung, Sprach- oder Sehstörungen und ist lebensbedrohlich. Wird die Situation früh erkannt, kann das Schlimmste oft verhindert werden!

Grafische Darstellung eines Schlaganfalls
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Knapp 270.0000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Schlaganfall. Der Grund ist häufig eine Durchblutungsstörung im Gehirn, zum Beispiel durch eine verengte Halsschlagader. In etwa 85 Prozent der Fälle ist eine Arterie, die das Gehirn mit Blut versorgt, durch ein Gerinnsel verstopft. Auch Hirnblutungen nach dem Riss eines Blutgefäßes im Gehirn können einen Schlaganfall auslösen, was knapp 15 Prozent ausmacht. Ein Aneurysma ist die seltenste Ursache für einen Schlaganfall. Dabei kommt es zu  einer Blutung aus einer Gefäß-Aussackung. Ein Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache.

Schlaganfall-Symptome

  • schlagartige Lähmung oder Gefühlsstörung einer Körperhälfte
  • plötzlich auftretende Sprechstörungen, Schwierigkeiten die Sprache von anderen zu verstehen
  • Sehstörungen, zum Beispiel Doppelbilder
  • schlagartig auftretende heftige Kopfschmerzen
  • plötzlicher starker Schwindel

Bei einem vorübergehenden Schlaganfall können die Symptome nur über wenige Minuten bis Stunden auftreten. Es kann ein erstes Signal für einen ernsthaften Notfall sein und sollte deshalb immer schnellstmöglich medizinisch abgeklärt werden, auch wenn die Symptome nach einer Zeit wieder verschwunden sind.

Behandlung eines akuten Schlaganfalls

Thrombolyse: Bis zu 4,5 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome können Neurologen das Blutgerinnsel mittels eines Medikamentes, der sogenannten Lyse, wieder auflösen. Ist dieses Zeitfenster überschritten oder ist das Gerinnsel besonders groß, kommt eine Thrombektomie zum Einsatz. Mithilfe eines Katheders wird das Gerinnsel dabei mechanisch entfernt. Dieser Eingriff ist im Einzelfall noch bis zu 24 Stunden nach dem Schlaganfall möglich.  

Ein Notarzt bringt einen Patienten zur Stroke Unit eines Krankenhauses
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Zeitfenster größer als gedacht

Unter Neurologen war es eine kleine Sensation, was eine amerikanische Studie Ende des vergangenen Jahres belegen konnte: Das Zeitfenster, in dem Schlaganfall-Patienten von einer Thrombektomie profitieren können, ist deutlich größer, als man bislang annahm. Noch bis vergangenes Jahr galt, dass geschädigtes Gewebe nur etwa sechs bis acht Stunden nach dem Schlaganfall gerettet werden kann. Inzwischen weiß man, dass auch lange darüber hinaus noch Hoffnung besteht.

Dennoch keine Zeit verlieren!

"Das bedeutet nicht, dass man lange warten sollte, um Hilfe zu holen," betont Dr. Alexander Reinshagen, Chef der neurologischen Abteilung am Sana Klinikum in Borna. Immer wieder erlebt er, dass Patienten sich nach dem Auftreten der ersten Symptome erst noch einmal hinlegen, um sich auszuruhen und sich vielleicht von selbst wieder zu erholen. "Das ist der schlimmste Fehler", warnt der Hirnexperte.

Es gilt immer noch: Mit jeder Minute sterben Hirnzellen ab und verursachen möglicherweise schwere Schäden am Gehirn, die nicht rückgängig zu machen sind.

Dr. Alexander Reinshagen

Therapieoptionen und Heilungschancen deutlich verbessert

Doch Dr. Reinshagen macht auch Mut: Durch moderne radiologische Bildgebung haben sich die Therapieoptionen und Heilungschancen heutzutage deutlich verbessert. Manche Hirnzellen, die man früher für abgestorben hielt, können wieder "aufgeweckt" werden. Viele Patienten profitieren selbst mehrere Stunden nach einem Schlaganfall noch von einem Kathedereingriff und können sich nach der Entfernung des Gerinnsels und einer Reha weitgehend erholen. Besonders wichtig ist das für Schlaganfälle in der Nacht, bei denen man nicht genau weiß, wann sie tatsächlich aufgetreten sind, was in 15 bis 20 Prozent der Fall ist.

Grafik erklärt FAST-Methode zum Erkennen von Schlaganfällen. F steht für "Face", man soll sich das Gesicht ansehen, ob es einseitig gelähmt ist. "A" steht für "Arme", man soll den Betroffenen beide Arme heben lassen. ""S" steht für Sprache": Man soll hören, ob der Betroffenen verwaschen spricht. "T" steht für "Time": Man soll keine Zeit verlieren und den Notruf 112 wählen.
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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. März 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. März 2019, 13:34 Uhr

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