Radfahren Poller, toter Winkel, Kreuzungen - So radeln Sie sicher durch den Straßenverkehr

Immer mehr Menschen fahren Fahrrad - das ist gesund und schützt die Umwelt. Doch wenn Poller im Weg stehen oder die Kreuzung unübersichtlich ist, kommt es oft zu Unfällen. Unsere Tipps für sicheres Radfahren.

Radfahrer im Straßenverkehr auf einem Radweg
Besonders Ampelkreuzungen können Gefahrenquellen sein. Bildrechte: imago images/Rüdiger Wölk

Ein grauer Metallpfosten mitten auf dem asphaltierten Radweg - da ist der Unfall programmiert. Besonders, wenn man in einer Radgruppe oder mit dem Kinderanhänger unterwegs ist. Auch graue Metallketten, die eine Fußgängerzoge absperren, stellen eine Gefahr dar. Denn Radfahrer haben keine Knautschzone!

Radweg Poller
Kein Durchkommen für breite Räder: die Wilhelmstraße in Berlin. Bildrechte: imago images/Jürgen Ritter

Sicher, aufmerksam sollte man als Radfahrer schon unterwegs sein und seine Augen auf die Straße richten, statt auf die Natur oder den Nebenfahrenden. Aber nahezu unsichtbare Poller (grau auf grauem Untergrund!) erzeugen ein unnötiges Gefahrenpotenzial.

Umlaufsperren oder Drängelgitter stehen oft an Bahnübergängen oder Straßenkreuzungen. Gedacht sind diese Barrieren für Fußgänger, nicht aber für Fahrräder mit Gepäcktaschen, mit Kinderanhängern, Handbikefahrer, Liegefahrräder oder Lastenräder. Denn die passen durch die engen Gitter gar nicht durch.

Handbike
Handbikes sind ideale Räder für Menschen mit Querschnittslähmung. Bildrechte: imago/Hoch Zwei

ADFC kritisiert Poller und Gitter

Poller, Sperrpfosten oder Drängelgitter werden in der Fachsprache "Einbauten" genannt. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) kritisiert diese Gefahrenpotenziale schon seit langem.

Der ADFC fordert in einem Papier, Einbauten auf Radwegen baulich zu verändern oder auf sie hinzuweisen.

  • 1,30 Meter Mindestdurchfahrtbreite bei Pollern
  • 1,50 Meter Mindestdurchfahrbreite zwischen Gittern
  • Auffällige farbliche Markierungen rund um die Einbauten, gern reflektierend, damit die Einbauten nachts zu sehen sind
  • Warnhinweise (Schild, Bodenmarkierung o.ä.)
  • Breitere Radwege zum Ausweichen

Durch biegsame Poller geschützter Radfahrstreifen
So geht Poller: Diese hier in München sind gut sichtbar und trennen den farblig markieren Radweg vom Autoverkehr. Bildrechte: IMAGO / snapshot

Tipps für den sicheren Straßenverkehr

  • Nehmen Sie die Schilder ernst! Wo "Radfahrer absteigen" steht, sollten Sie das tun.
  • Fahren Sie langsam genug, um reagieren zu können.
  • Halten Sie genügend Abstand zu Vorausfahrenden. Gilt auch für Gruppen.
  • Halten Sie Abstand zu parkenden Autos (damit Sie nicht mit geöffneten Türen kollidieren)
  • Fahren Sie nicht auf dem Gehweg - der ist für Fußgänger.
  • Halten Sie lieber an als auf ihr Recht zu bestehen. Gerade beim Rechtsabbiegen nehmen Autofahrer gern die Vorfahrt.
  • Suchen Sie Blickkontakt zu Abbiegenden, geben Sie eindeutige Handzeichen
  • Überqueren Sie Schienen im 90-Grad-Winkel, damit Sie nicht darin stecken bleiben.

Tragen Sie einen Helm! Das sollte selbstverständlich sein, auch wenn die Frisur darunter leidet. Eine nicht ganz günstige Erfindung aus Schweden ist der "unsichtbare" Helm. Das ist ein als Schal getarnter Airbag, der den gesamten Kopf schützt. Leider ein Einmal-Produkt.

Radfahrer mit Rücklicht am Helm
Helme gbt's auch mit Rücklicht. Bildrechte: IMAGO / Eisend

In der dunklen Jahreszeit das Licht nicht vergessen! Helle oder reflektierende Kleidung kann auch nicht schaden.

Und wenn Sie sich im Kreuzungsbereich einer Großstadt absolut unsicher fühlen, dann schieben Sie Ihr Rad über die Ampelschaltung des Fußwegs. Sicher ist sicher!

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. November 2021 | 17:15 Uhr

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