Tipps fürs kühlende Nass Das ist an deutschen Badegewässern zu beachten

BRISANT | 23.07.2019 | 17:15 Uhr

Das Sommerwetter sorgt nicht zuletzt durch die aktuelle Hitzewelle für einen Ansturm auf Badegewässer. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) warnt deshalb eindrücklich vor Übermut und Selbstüberschätzung. Der Grund: Jedes Jahr ertrinken hunderte Menschen in deutschen Gewässern.

DLRG und Badegäste.
Im Sommer wird es voll am Badesee. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Wie viele Menschen ertrinken in Deutschland?

Im heißen Sommer 2018 ertranken mindestens 504 Menschen. Das waren etwa einhundert mehr als im Jahr davor. Auch in diesem Jahr sind bereits zahlreiche Menschen beim Baden ertrunken.

Wo ist das Risiko am höchsten?

An unbewachten Seen, Teichen und Flüssen - dort kamen 2018 allein 435 Menschen ums Leben, das waren 86 Prozent aller Opfer. An den von Rettungsschwimmern bewachten Badestellen und in Schwimmbädern ist es sicherer.

Was sind die häufigsten Ursachen?

Übermut, mangelnde Schwimmfähigkeiten, Selbstüberschätzung, Alkohol und die Unkenntnis möglicher Gefahren führen der DLRG zufolge am häufigsten zum Ertrinken - vor allem bei Männern. Vier von fünf Todesopfern sind männlich.

Darf ich erhitzt ins Wasser springen?

Das sollte vermieden werden. Manche Gewässer sind recht kühl. Ein Sprung ins Nass kann zu Unterkühlung und Krämpfen führen. Der Temperaturunterschied zwischen Luft und Wasser kann auch den Kreislauf belasten und vor allem für ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Herz-Kreislauf-System gefährlich sein. Schwimmer sollten langsam ins Wasser gehen und den Körper ans kalte Wasser gewöhnen. Sobald man friert, heißt es raus.

Rettungsschwimmer
Ein Rettungsschwimmer am Strand. (Archiv) Bildrechte: Getty Images

Was ist bei der Wahl der Badestelle zu beachten?

Unbekannte Gewässer bergen Gefahren. Deshalb nie übermütig in einen See springen. Die DLRG empfiehlt, nur an bewachten Badestellen schwimmen zu gehen und die Warnhinweise zu beachten. Eine rote Flagge am Meer beispielsweise bedeutet Badeverbot - im Sommer wird dies immer wieder ignoriert. Bei Wellengang entsteht eine Strömung, die staubsaugerartig ins offene Meer zurückzieht. Dies ist vor allem für Kinder im flachen Wasser gefährlich, weil sie leicht umgerissen werden können.

Kann auch in Flüssen gebadet werden?

Generell ja - in vielen deutschen Flüssen reicht die Wasserqualität zum Baden aus. Dies gilt auch für große Abschnitte der Elbe oder des Rheins. Vorsicht ist aber bei Niedrigwasser geboten, weil die Wasserqualität dann erheblich sinken kann. Gefahr entsteht zudem durch gefährliche Strömungen, die an der Wasseroberfläche oft kaum erkennbar sind, sowie durch den Schiffsverkehr, Brückenpfeiler und Unterwasserhindernisse.

Was ist bei Kindern zu beachten?

Wasser zieht Kinder magisch an. Eltern sollten sie an Gewässern daher nie aus den Augen lassen - das gilt übrigens auch für den flachen Gartenteich. Kleine Kinder können bereits in wenige Zentimeter tiefem Wasser ertrinken. Auch Luftmatratzen, Schlauchboote und Gummitiere bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken. Wenn ein Kind im Wasser in Not gerät, ist das für Außenstehende mitunter schwer zu erkennen, warnt die "Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.". Kinder ertrinken "leise".

Wie leiste ich Erste Hilfe?

Bei Atemstillstand ist sofort mit der Mund-zu-Mund-Beatmung zu beginnen, bei Herzstillstand sollte gleichzeitig eine Herzmassage erfolgen. Auf keinen Fall sollte versucht werden, Wasser aus Lungen oder Magen zu entfernen. Das bringt nichts und kostet wertvolle Zeit. Hier gibt es ausführliche Informationen zum Thema Erste Hilfe vom Deutschen Roten Kreuz.

red/afp

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. Juli 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2019, 16:33 Uhr

Mehr Ratgeber