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Heute schon eingecremt? Was hat es mit Lichtschutzfaktor, UV-Strahlung und Co. auf sich? Bildrechte: dpa

Im Check:Sechs gefährliche Irrtümer zum Sonnenschutz

Stand: 06. August 2022, 14:55 Uhr

Sonnenanbeter aufgepasst: Die Temperaturen steigen und viele zieht es raus in die Sonne. Doch dabei bitte nicht das Eincremen vergessen! Pünktlich zur Urlaubssaison klären wir über die größten Irrtümer rund um Sonnenschutz auf.

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Sommer ist Urlaubszeit und das bedeutet für viele: ab zum Sonnenbaden! Ein schöner Teint ist dabei nur ein willkommener Nebeneffekt, viel wichtiger: Die Sonne ist essenziell für unser Immunsystem, für die Bildung von Vitamin D und natürlich auch für unser Gemüt. Doch den richtigen Umgang mit UV-Strahlen und Sonnenschutz haben nur die wenigsten raus.

Irrtum 1: Gebräunte Haut ist gesund 

Ein gebräunter Teint gilt allgemein als gesund und attraktiv. Tatsächlich aber ist die Bräunung nur eine Abwehrreaktion der Haut, um die schädigenden UV-Strahlen abzuhalten. Jede Bräune zeigt also letzten Endes nur an, dass die Haut verletzt wurde. Eine gesunde Bräune gibt es de facto nicht. 

Welche Legende sich ebenfalls in den Köpfen der Menschen hält: Nach einem Sonnenbrand ist man besser vor weiteren Sonnenbränden geschützt. Ein riskanter Irrglaube, denn ein Sonnenbrand ist eine Brandverletzung, die die Haut schädigt. Jeder Sonnenbrand erhöht also das Risiko für Hautkrebs. Deshalb raten Experten von der Deutschen Apotheker Zeitung (DAZ) in unseren Breitengraden dazu, sich von März bis Oktober täglich einzucremen.

Kinderhaut ist besonders empfindlich. Daher immer gut eincremen. Bildrechte: imago/localpic

Irrtum 2: Sonnencreme führt zu Vitamin-D-Mangel

Sonnenstrahlen sind zwar für unseren Körper wichtig, um Vitamin D zu produzieren, jedoch reichen je nach Hauttyp bereits fünf bis 25 Minuten täglich aus. Sonnencreme blockt UV-Strahlen zudem nicht komplett ab, man muss sich laut Studien also absolut keine Gedanken machen, dass man durch häufiges Eincremen zu wenig Vitamin D tankt. 

Irrtum 3: Sonnencreme hat kein Verfallsdatum

Wir kennen es bei Lebensmitteln: Da ist das Verfallsdatum oft nur ein ungefährer Richtwert. Einen abgelaufenen Joghurt essen wir oft auch noch ein paar Tage später. Bei Sonnenschutz sollten wir jedoch etwas genauer auf das Verfallsdatum schauen. 

Denn: Hier besteht das Risiko, dass der UV-Schutz mit der Zeit immer stärker abnimmt. Grund ist Sauerstoff, der bei geöffneter Tube eindringt und das Gemisch oxidieren lässt. Generell wird empfohlen: Eine Sonnencreme sollte man nach dem Öffnen innerhalb eines Jahres aufbrauchen. Die Sonnencreme bietet sonst nicht mehr genügend Schutz.

Sonnencreme ist nur begrenzt haltbar - meistens ein Jahr nach Öffnen. Bildrechte: dpa

Irrtum 4: An bewölkten Tagen brauche ich keinen Sonnenschutz

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Heißt beim Thema Sonnenschutz: Wo Sonnenlicht ist, da sind auch UV-Strahlen. Auch an bewölkten Tagen und im Schatten ist ein Sonnenschutz also ratsam. Ein Beispiel: Selbst unter dem Sonnenschirm bekommen wir noch rund 50 Prozent der Sonnenstrahlen ab. Besonders vorsichtig sollte man am Strand sein, denn das Wasser und der helle Sand reflektieren das Licht und verstärken somit die UV-Belastung.

Auch unterm Sonnenschirm sind wir nicht vor schädlichen UV-Strahlen sicher. Bildrechte: IMAGO / localpic

Gut zu wissen: Auch Wolken können UV-Strahlen reflektieren und nicht abschwächen, wie viele denken. Im schlimmsten Falle ist die UV-Strahlung an bewölkten Tagen also sogar stärker als bei wolkenlosem Himmel.

Irrtum 5: Einmal eincremen reicht aus

Keine Sonnencreme der Welt deckt das gesamte Spektrum der UV-Strahlen ab. Hinzu kommt, dass nur die wenigsten Menschen Sonnenschutz wirklich korrekt und ausreichend auftragen. Gerade große Hautflächen wie Rücken oder Bauch werden meist nur unzureichend eingecremt. Schwer erreichbare Körperstellen wie die Hinterseite der Arme oder der Handrücken werden häufig komplett vernachlässigt.

Experten der Deutschen Krebsgesellschaft empfehlen zwei Milligramm Sonnencreme pro Quadratzentimeter Körperoberfläche. Zur Orientierung: Für die gesamte Körperoberfläche eines Erwachsenen werden ungefähr drei Esslöffel Sonnencreme benötigt.

Wer sich korrekt eincremt, muss drei Esslöffel nehmen! Bildrechte: dpa

Irrtum 6: Nachcremen verlängert den Sonnenschutz

Diese Annahme ist nicht ganz falsch. Es stimmt: Regelmäßiges Nachcremen ist enorm wichtig, damit der Schutz durchgängig bestehen bleibt. Experten empfehlen, sich spätestens alle zwei Stunden nachzucremen. Doch allein das hält den Sonnenschutz nur aufrecht, es verlängert den Schutz jedoch nicht. Deshalb: Lieber die Uhr im Blick behalten und dann zurück ins Haus.

Tipps zum Eincremen 

  • Was bedeutet der Lichtschutzfaktor (LSF) überhaupt? Er ist der Faktor, um den sich die Zeit verlängert, die man nach Auftragen des Produktes ohne Bedenken in der Sonne verbringen kann. Konkret bedeutet das: Nach dem Auftragen einer Creme mit Lichtschutzfaktor 20 kann man sich zwanzigmal länger in der Sonne aufhalten.
  • Beim Eincremen besonders auf schwer zugängliche Stellen wie Rücken, Hinterseite der Arme, Handrücken, aber auch die Ohren achten.
  • Sonnencreme nach dem Motto "viel hilft viel" auftragen. Wenn zu wenig Sonnencreme benutzt wird, besteht das Risiko, dass der angegebene LSF nicht erreicht wird. 
  • Auch unter der Badebekleidung eincremen. 
  • Auf wasserfeste Sonnencreme setzen. Ansonsten: Nach jedem Badegang nachcremen!

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 04. August 2022 | 17:15 Uhr