Videos im Netz Spanner? Unbedingt anzeigen!

Unter der Dusche, in der Schwimmbad-Umkleidekabine - Orte, an denen man sich in seiner Intimsphäre unbeobachtet fühlt. Oder fühlen sollte? Immer wieder tauchen auf einschlägigen Video-Plattformen Filme auf, die heimlich aufgenommen wurden. Von Voyeuren, die genau daraus ihren Lustgewinn ziehen. Was tun, wenn man Opfer einer solchen Spanner-Attacke geworden ist? Kann man sich schützen, damit einem so etwas gar nicht erst passiert?

Junge blonde Frau schaut durch die auseinandergezogenen Lamellen einer Jalousie
Spannen und gaffen - ab wann kann man dagegen vorgehen? Bildrechte: dpa

Gucken erlaubt, Filmen verboten

Blicke, die einen ausziehen. So unangenehm sie auch sein mögen - gucken ist erlaubt! Treffen sie einen in Schwimmbad oder Sauna, kann man sich in seiner Intimsphäre bedrängt fühlen. Dann ist es ratsam, sich vertrauensvoll an den Bade- oder Saunameister zu wenden und um Hilfe zu bitten. Eine rechtliche Handhabe hat man jedoch nicht.

Erst wenn man feststellt, dass einem die Blicke durch eine Kamera folgen, gibt es gesetzliche Regelungen. Bislang macht sich nur derjenige strafbar, der ungefragt erstelltes Bildmaterial veröffentlicht. Doch das soll sich bald ändern. Dann soll bereits das nicht erwünschte Filmen und Fotografieren strafbar sein.

Bademeisterin Sandrine Krüger stellt am Dienstag (19.04.2011) in einer Kabine des Westbades im Bremer Stadtteil Walle eine Umkleideszene nach, während unter der Tür ein Mann mit seinem Handy Bilder macht. Heimliche Fotos über die Kabinenwand oder eine vermeintlich zufällige Berührung im Wasser - sexuelle Belästigung von Kindern und Frauen läuft in Schwimmbädern oft verdeckt ab.
Augen auf in öffentlichen Umkleidekabinen! Filmt da etwa jemand? Bildrechte: dpa

Wie kann ich mich vor Spannern schützen?

Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl! Fühlen Sie sich in der Gegenwart eines anderen Menschen allein aufgrund seiner Blicke unwohl, dann seien Sie misstrauisch. Hält er einen Gegenstand in Ihre Richtung, in dem eine Kamera versteckt sein könnte?

Werfen Sie einen prüfenden Blick in öffentliche Toiletten, Umkleidekabinen und Duschen, bevor Sie sie nutzen. In so manch zufällig drapierter Reinigungsmittel-Packung könnte sich eine Kamera befinden.

Ein Handoutfoto der Polizei Stralsund, veröffentlicht am 11.03.2014, zeigt eine Verpackung für WC-Frische Sticks, in die eine Mini-Kamera eingebaut wurde. Die Polizei hat einen Verdächtigen gefasst, der für mehrere Spanner-Attacken per Mini-Kameras auf Damentoiletten verantwortlich sein soll.
Eine Packung für WC-Frische-Sticks, in die eine Kamera eingebaut wurde. Bildrechte: dpa

Was tun, wenn ich heimlich gefilmt wurde?

Entdecken Sie ein Video von sich im Netz, das ohne Ihre Einwilligung dort hochgeladen wurde, dann sollten Sie umgehend Anzeige erstatten. Nur so können Sie sicher gehen, dass das Filmchen gelöscht - und sein Urheber dafür zur Rechenschaft gezogen wird.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 13. Juli 2020 | 17:15 Uhr

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