Wenn das Geld knapp wird Sparen ohne Verzicht - so kann es klappen

Gas, Öl, Strom - die Energiepreise steigen und treiben so manchem die Schweißperlen auf die Stirn. Doch "nur" Energie zu sparen reicht nicht aus, um die Preissteigerungen aufzufangen. Auch im Supermarkt muss man mittlerweile deutlich mehr bezahlen als noch vor einem Jahr. Wo also anfangen mit dem Sparen?

Holzfigur auf einer Leiter baut Mauer aus Steinen mit Eurozeichen
An welcher Stelle kann man einsparen was an anderer teurer wird? Bildrechte: IMAGO / Design Pics

Was ist besonders teuer geworden?

Seit Monaten steigen die Preise. Im April 2022 hat das Statistische Bundesamt mit einer jährlichen Inflationsrate von 7,4 Prozent den höchsten Preisanstieg seit 40 Jahren errechnet.

Den Statistikern zufolge sind die Preise in verschiedenen Bereichen teilweise sogar noch deutlicher gestiegen. Heizöl und Kraftstoffe kosteten im März 2022 gegenüber dem Vorjahrsmonat gut 30 Prozent mehr, ab Oktober kommt auch noch die Gaszulage dazu. Sein Heizverhalten zu überdenken sowie Strom und Wasser sparsam zu verwenden ist unabdingbar.

Doch auch viele Lebensmittel sind teurer geworden. Hier liegt der durchschnittliche Preisanstieg von März 2021 zu März 2022 bei mehr als 7 Prozent. Alles zusammen bedeutet für viele Haushalte, dass künftig noch genauer aufs Geld geschaut werden muss. Wie kann das gehen?

Heizung auf niedriger Einstellung
Ums Energiesparen kommt man die nächsten Jahre wohl nicht herum. Bildrechte: dpa

Überblick verschaffen - Wofür geben Sie Ihr Geld aus?

Wofür man sein Geld ausgibt, das bleibt selbstverständlich jedem selbst überlassen. Wichtig ist allerdings, dass man einen Überblick über seine Einnahmen und Ausgaben hat. Das klappt am besten mit dem guten alten Haushaltsbuch - auch wenn man dafür heutzutage vielleicht lieber das Smartphone nutzt.

  1. Regelmäßige Einnahmen notieren
  2. Alle festen Ausgaben ermitteln
  3. Verfügbares Budget ausrechnen
  4. Alle veränderlichen Ausgaben aufschreiben
  5. Einmal im Monat Bilanz ziehen

Mann hält einen Taschenrechner und berechnet seine Ausgaben
Wichtig: Den Überblick über die eigenen Finanzen haben! Dabei hilft ein Haushaltsbuch. Bildrechte: IMAGO / Jochen Tack

3 Prinzipien, mit denen man beim Einkaufen spart

Selbst wenn man unbedingt sparen muss - ums Einkaufen und um Neuanschaffungen kommt man nicht herum. Dennoch: Wendet man die folgenden drei Prinzipien an, kann man immerhin deutlich weniger Geld ausgeben - oder zumindest auf lange Sicht sparen.

1.) No-Name-Produkte statt Marke

Zwar gibt es Apps, mit denen man herausfinden kann, in welchem Supermarkt welches Markenprodukt gerade besonders günstig angeboten wird. Doch vielen Menschen fehlt für das Einkaufs-Hopping die Zeit. Auch die Spritkosten sollte man im Auge haben, wenn der Gang zum Supermarkt nur motorisiert möglich ist.

Was auf jeden Fall hilft: Es muss nicht immer das Markenprodukt sein! Viele Supermärkte bieten gleichwertige Produkte unter ihren eigenen Handelsmarken deutlich günstiger an. Vor allem bei Dingen die man regelmäßig oder in größeren Mengen benötigt, lohnt sich der der Griff zum No-Name-Produkt.

2.) Stromverbrauch bei Neuanschaffung von Haushaltsgeräten checken

Wenn in einer finanziell angespannten Situation auch noch Spül- oder Waschmaschine den Geist aufgeben, kann das schnell zu einem Sparen an der falschen Stelle führen.

Steht die Neuanschaffung eines Elektrogeräts an, sollte man insbesondere den Stromverbrauch als ein Entscheidungskriterium im Blick haben. Wenige Hundert Euro Mehrinvestition können sich durchaus rechnen, wenn man dafür deutlich weniger Energie benötigt - und das über Jahre.

Ebenso sollte man darauf achten, sich ein dem Haushalt angemessenes Gerät zu kaufen. Dass ein größerer Kühlschrank mehr Strom verbraucht als ein kleineres Gerät, liegt auf der Hand. Ein Zwei-Personen-Haushalt benötigt aber auch kein Gerät, das für eine mehrköpfige Familie konzipiert ist.

Ein Sparschwein steht in einer Waschmaschine.
Haushaltsgeräte sollten eine dem Haushalt angemessene Größe haben. Ansonsten verschwendet man Geld. Bildrechte: Colourbox.de

3.) Konten, Versicherungen, Abos und Mitgliedschaften überprüfen

Konten, Abos, Mitgliedschaften, Versicherungen, Krankenkasse - da kann man schnell den Überblick verlieren. Höchste Zeit zu überprüfen, was man monatlich bzw. jährlich dafür ausgibt.

Insbesondere bei Konten, Versicherungen und Mobilfunkverträgen lohnt ein regelmäßiger Preisvergleich. Dadurch kann man pro Jahr mehrere Hundert Euro sparen.

Auch ein kritisches Hinterfragen, welche Versicherung, welche Mitgliedschaft oder welcher Streamingsdienst in der aktuellen Situation nötig sind, spart bares Geld. Bestenfalls hat man nach der Kündigung nicht einmal das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen.

Ein Telefon lehnt an einem gelben Sparschwein.
Die Preisunterschiede zwischen Mobilfunkverträgen können gravierend sein. Bildrechte: IMAGO / Design Pics

Das sollte man in jedem Fall vermeiden: Dispo, Kleinkredite, Heim-Job-Angebote

Gerade wenn das Geld knapp wird, sollte man gewisse Fehler vermeiden, um nicht in eine Schulden-Spirale zu stürzen.

  • Niemals den Dispo ausreizen! Der Dispokredit ist ein Überziehungskredit für das Girokonto und kostet Zinsen, die in vielen Fällen sehr hoch sind.
  • Finger weg von unseriösen Kleinkrediten! Wenn man für den Kredit keine Schufa-Auskunft benötigt, sollte man misstrauisch werden. Auch beim Umschulden von laufenden Krediten sollte man vorsichtig und misstrauisch sein.
  • Niemals unseriöse Heim-Job-Angebote annehmen und dafür auf keinen Fall in Vorkasse gehen. In der Regel sind die gelieferten Waren ihr Geld nicht wert - und Sie bleiben darauf sitzen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. August 2022 | 17:15 Uhr

Mehr Ratgeber-Themen