Gewalt gegen Frauen
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Ratgeber Stalking: Wenn Liebe zum Wahn wird

BRISANT | 12.02.2019 | 17:15 Uhr

Stalking ist für die Opfer echter Psychoterror und kann auch gefährlich werden. Aber was versteht man eigentlich unter Stalking? Wer sind die Täter? Und was können Betroffene tun?

Gewalt gegen Frauen
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Was ist Stalking?

Stalking (engl.) meint eigentlich das Anschleichen, Anpirschen an das Wild. Inzwischen steht der Begriff für das Verfolgen, Belästigen und Terrorisieren eines Mitmenschen. Ob ehemalige Partner, Arbeitskollegin, flüchtiger Bekannter oder gänzlich Fremder - die oftmals gnadenlose Verfolgung, kann Monate, Jahre, manchmal ein Leben lang dauern. Stalking ist Psychoterror. Die Opfer leiden häufig unter Schlaflosigkeit, Depressionen und Stress.

Wer sind die Täter?

Die Stalker selbst haben oft Persönlichkeitsstörungen. Sie haben ein geringes Selbstwertgefühl und soziale Probleme. Australische Forscher unterscheiden folgende Typen von Stalkern:

  • Ex-(Ehe-)Partner, nahe Verwandte oder Freunde, die durch die Verfolgung eine Aussöhnung erreichen wollen.
  • Stalker, die in ihr Opfer verliebt sind. Sie versuchen eine intime Beziehung herzustellen. Sie sind sich oft nicht bewusst, dass ihre Opfer dies gar nicht wünschen.
  • Stalker, die versuchen, ein Treffen mit Menschen zu erreichen. Sie sind narzisstisch veranlagt, neigen zur Selbstüberschätzung und verstehen nicht, wenn ihre Opfer sie ablehnen.
  • Sogenannte "ärgerliche" Stalker belästigen ihre Opfer, um ihnen Angst oder Schrecken einzujagen. Sie sind oft paranoid und verfolgen häufig Rechtsanwälte oder Ärzte, von denen sie denken, dass sie ihnen in irgendeiner Weise geschadet haben.
  • Stalker, die das Ziel haben, ihr Opfer tätlich anzugreifen. Sie verfolgen ihre Opfer meist über Wochen und Monate. Vergewaltigungen sind in dieser Gruppe häufig. Sie versuchen, immer die Kontrolle zu behalten und zeichnen sich durch eine hohe Gewaltbereitschaft aus.

Wie erkennt man einen Stalker?

  • Zahlreiche Telefonanrufe zu den oft unmöglichsten Zeiten, auf der Arbeitsstelle oder privat
  • Bedrohende Nachrichten auf dem Anrufbeantworter
  • Verleumdungen, Beleidigungen
  • Ständige Anwesenheit des Verfolgers vor der Wohnung oder Arbeitsstelle des Opfers, ständiges Auflauern
  • Geschenke, Liebesbriefe, später mit Beleidigungen und Bedrohungen
  • Zahlreiche E-Mails und SMS
  • Sachbeschädigung, z.B. eingeworfene Fensterscheiben, zerstochene Autoreifen
  • Einbruch

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 12. Februar 2019 | 17:15 Uhr

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