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Wie verhält man sich bei Stau richtig - und was kann man beitragen, dass es gar nicht erst zu Staus kommt? Bildrechte: imago images / Jan Zawadil

ReisezeitStaus vermeiden und richtiges Verhalten im Stau: Auf welchen Autobahnen wird es am Wochenende eng?

Stand: 14. Juli 2022, 15:43 Uhr

In gleich fünf Bundesländern gehen am Wochenende die Ferien los. Nach zwei Jahren coronabedingter Reisebeschränkungen ist die Reiselust groß. Das wird auf den Autobahnen zu zahlreichen Staus führen, so die Prognose des ADAC. Was können Autofahrer selbst dazu beitragen, Staus zu vermeiden, wie sollte man sich verhalten, wenn man im Stau steht - und welche Strecken sollte man möglichst meiden?

An verlängerten Wochenenden oder zur Ferienzeit ist kein Autofahrer davor gefeit, dass sich auf den Autobahnen der Verkehr staut. Dennoch kann jeder Einzelne dazu beitragen, Staus zu vermeiden: sowohl durch eine vorausschauende Reiseplanung als auch sein individuelles Fahrverhalten.

15. bis 17. Juli: Auf welchen Autobahnen ist am Wochenende mit Staus zu rechnen?

Am Wochenende dürfte es auf deutschen Autobahnen eng werden. In Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen starten die Schulferien, in Hamburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg haben sie bereits vor zwei Wochen begonnen. Auch Teile der Niederlande haben schulfrei.

Selbst Urlauber, die nicht an Schulferien gebunden sind, reisen aktuell in Richtung Meer oder Süden. Groß ist die Staugefahr auch auf den Zufahrtsstraßen in die Mittelgebirge, die Naherholungsgebiete und Seenlandschaften. Aufgrund des ersten Rückreiseverkehrs kann es dem ADAC zufolge auch auf den Autobahnen in Richtung Norden zu Störungen des Verkehrs kommen.

Mit Staus zu rechnen ist insbesondere am Freitagnachmittag, Samstagvormittag und Sonntagnachmittag. Etwas Erleichterung verspricht das Lkw-Ferienfahrverbot, das bis Ende August samstags von 7:00 bis 20:00 Uhr gilt.

Auf welchen Autobahnen wird es am Wochenende eng? Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Diese Autobahnen sind besonders betroffen:* Fernstraßen zur und von der Nord- und Ostsee
* Großräume Hamburg und Berlin
* A1 Bremen - Lübeck
* A3 Würzburg - Nürnberg - Passau
* A4 Kirchheimer Dreieck - Bad Hersfeld - Erfurt - Dresden
* A5 Karlsruhe - Basel
* A6 Nürnberg - Heilbronn
* A7 Hamburg - Flensburg
* A7 Hamburg - Hannover und Würzburg - Ulm - Füssen/Reutte
* A8 Stuttgart - München - Salzburg
* A9 Halle/Leipzig - Nürnberg - München
* A10 Berliner Ring
* A11 Berlin - Dreieck Uckermark
* A19 Dreieck Wittstock/Dosse - Rostock
* A24 Hamburg - Berlin
* A61 Mönchengladbach - Koblenz - Ludwigshafen
* A72 Leipzig - Chemnitz - Hof
* A93 Inntaldreieck - Kufstein
* A95/B2 München - Garmisch-Partenkirchen
* A99 Autobahnring München

Auf welchen Strecken im Ausland wird es eng?

Auch wer ins Ausland reist, sollte sich auf ungeplante Wartezeiten einstellen - und das bereits an den Grenzübergängen. In die europäischen Nachbarländer betragen diese etwa 60 Minuten. Deutlich mehr Zeit einplanen sollte, wer mit Pkw oder Wohnmobil nach Slowenien, Kroatien, Griechenland oder in die Türkei einreisen möchte.

Bei der Einreise nach Deutschland sind die Autobahngrenzübergänge Suben (A3 Linz - Passau), Walserberg (A8 Salzburg - München) und Kiefersfelden (A93 Kufstein - Rosenheim) besonders von Staus betroffen.

Zu den problematischen Strecken im Ausland zählen aktuell die Tauern-, Fernpass-, Arlberg-, Rheintal-, Brenner-, Karawanken- und Gotthard-Route sowie die Fernstraßen zu den italienischen, französischen und kroatischen Küsten. Auch in Richtung Nordeuropa soll der Verkehr deutlich zunehmen.

In Österreich ist entlang von Inntal-, Brenner- und Tauernautobahn aufgrund der Sperrung von Ausweichrouten mit einem erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen. In den Niederlanden sind zuletzt immer wieder einzelne Strecken von protestierenden Bauern blockiert worden.

Stau am Gotthard-Tunnel in der Schweiz. Bildrechte: IMAGO / U. J. Alexander

Staus vermeiden - was kann jeder einzelne dafür tun?

Reise vorausschauend planen: Starten Sie Ihre Reise am frühen Morgen oder späten Abend. Dann dürften Sie zumindest für einen Teil Ihrer Reise dem Stau entgehen. Reisen Sie - falls möglich - an Tagen, an denen auf der Straße weniger los ist. Also nicht gleich zu Beginn einer freien Woche, sondern kurz davor oder danach. Informieren Sie sich vor Reiseantritt über mögliche Stauprognosen - und planen Sie vorab Ausweichrouten.

Auch mit Ihrem Fahrverhalten können Sie dazu beitragen, Staus zu vermeiden. Nutzen Sie die Beschleunigungsspur an Autobahnauffahrten immer voll aus. Wer bereits am Anfang der Spur auf die Autobahn drängelt, bringt den fließenden Verkehr zum Stocken.

Auf der Autobahn gilt: Rechts fahren! Die linke Spur ist ausschließlich zum Überholen da. Chronische Linksfahrer verleiten andere Verkehrsteilnehmer dazu, von rechts zu überholen. Das ist allerdings nur dann (und mit äußerster Vorsicht!) erlaubt, wenn der Verkehr auf allen Spuren zäh fließt.

Das Reißverschlusssystem ist Pflicht! Halten Sie Abstand, um Lücken freizulassen und fädeln Sie sich bei Verengungen erst kurz vorher ein.

Das Reißverschlusssystem ist kein Angebot, sondern eine Pflicht! Bildrechte: IMAGO / Rolf Poss

Fahren Sie gleichmäßig und vorausschauend. Wer abrupt beschleunigt und abbremst gefährdet sich und andere Verkehrsteilnehmer, fährt unökologisch und behindert den Verkehrsfluss.

Wer die Autobahn verlassen möchte, sollte sich rechtzeitig in die rechte Spur einordnen. Plötzliche Fahrbahnwechsel führen zu Panikbremsungen und erhöhen die Unfallgefahr.

Ausweichrouten, die das Navigationsgerät vorschlägt, sind nur bedingt zu empfehlen. Meist bilden sich auch auf den Nebenrouten Staus.

Dos and Don'ts: Richtiges Verhalten im Stau

Fahren Sie mit gedrosseltem Tempo auf das Stauende zu und halten Sie ausreichend Sicherheitsabstand. Machen Sie die Autofahrer hinter sich über die Warnblinkanlage auf den Stau aufmerksam.

Halten Sie eine Rettungsgasse frei! Bei einer dreispurigen Autobahn liegt diese zwischen der mittleren und der linken Fahrspur. Die Rettungsgasse darf weder von Auto- noch Motorradfahrern genutzt werden.

Das Handy am Steuer in die Hand zu nehmen, ist verboten. Auch dann, wenn es nur langsam voran geht. Anders sieht das aus, wenn alles still steht. Dann darf man sich übrigens auch mal abschnallen.

Der Standstreifen darf nicht befahren werden - auch nicht bei Stau. Es sei denn, die Polizei oder die Beschilderung fordern Sie dazu auf.

Stellen Sie den Motor ab, wenn es gar nicht mehr vorwärts geht.

Selbst wenn alles steht, dürfen Sie Ihr Auto nur im Notfall verlassen. Die Autobahn zu betreten oder sich vom Auto zu entfernen, ist prinzipiell verboten. Achten Sie auf Motorradfahrer, die sich unerlaubterweise zwischen den Autos durchschlängeln könnten.

Das Auto zu verlassen, ist selbst bei Stau nur im Notfall erlaubt. Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

Rückwärtsfahren oder Wenden ist auf der Autobahn strengstens verboten!

Hat sich der Stau aufgelöst, versuchen Sie nicht, verlorene Zeit durch besonders schnelles Fahren wieder aufzuholen.

BRISANT/ADAC/allianzdirect.de

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 15. Juli 2022 | 17:15 Uhr