Schüler nutzen im Unterricht Smartphones und Tablet-PCs.
Bildrechte: Colourbox.de

TU Chemnitz Digital Detox: Wenn das Netz nervt

Immer online – selbst "Digital Natives" sind von der digitalen Welt gelegentlich genervt. Chemnitzer Forscher haben acht Problemfelder ausgemacht aber auch ganz einfache Lösungsvorschläge gefunden.

Schüler nutzen im Unterricht Smartphones und Tablet-PCs.
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Viele reden davon, er hat´s getan: Grünen-Spitzenpolitiker Volker Habeck hat seine Accounts bei Facebook und Twitter gelöscht. Damit hat er sich verhalten wie ein "Digital Native", der mit und in der digitalen Welt aufgewachsen ist: Einschränken der Reichweite und bewusster Verzicht auf Technik sind nämlich zwei Strategien von insgesamt acht, die Digital Natives anwenden, wenn das Internet sie nervt. Zu diesem Ergebnis ist Dr. Christian Papsdorf in einer kleinen Untersuchung mit Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren gekommen. Papsdorf ist Juniorprofessor für Techniksoziologie an der TU Chemnitz.

Was auch Junge im und am Netz nervt

In einem ersten Schrit erfragte er, welche Felder der Internetnutzung sie problematisch finden. Dabei identifizierte er folgende Problemfelder: Störungen in Arbeits- oder Konzentrationssituationen, Missverhältnis von Informationsqualität und -quantität, Erreichbarkeitsdruck, auf Kontaktangebote direkt reagieren zu müssen, Verlust der Privatsphäre, technische Probleme, Internet-Abhängigkeit, gesundheitliche Beeinträchtigungen am Bewegungsapparat, sowie Erschöpfung- und Konzentrationsstörungen, ethische Bedenken gegenüber sozialen Medien.

Digital Detox - Methoden der Digital Natives

In einem zweiten Schritt untersuchte er die "Digital-Detox"-Strategien der jungen Nutzer: Als einfachste Lösung nannten viele der Befragten eine bewusste und freiwillige Nichtnutzung des Internets, Umstieg auf Kommunikation via Messenger-Dienste oder direkte Gespräche. Andere Strategien nannten die Befragten in den Interviews Technikanpassungen, indem sie den Personenkreis einschränkten, der Postings sehen darf und die Reduzierung der eigenen Reichweite durch gezieltes Ausdünnen der Freundeslisten. Generell stellte Papsdorf fest:

Die Befragten sehen keine Alternative zur Internetnutzung und stellen die auch nicht grundlegend in Frage.

Und das bleibt auch ein Schwachpunkt der Untersuchung. Die Lösungsvorschläge der Befragten stellen immer nur Einzelfälle dar. Verallgemeinerbare Lösungen für problematische Entwicklungen wie etwa den Erreichbarkeitsdruck hat Papsdorf nicht gefunden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 08. Januar 2019 | 07:27 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2019, 15:27 Uhr