Arbeitsrecht Sturmwarnung: Auf Arbeit gehen - oder zu Hause bleiben?

Züge fallen aus, der Deutsche Wetterdienst warnt vor starkem Sturm. Zahlreiche Schulen haben reagiert und wegen Orkan "Sabine" ihre Pforten geschlossen. Andere Bildungseinrichtungen haben es den Eltern überlassen, für ihre Kinder zu entscheiden. Doch wie sieht es für die Erwachsenen aus? Haben Arbeitnehmer ein Recht auf Blaumachen, wenn vor der Tür Sturm und Unwetter toben? Und bekommen sie trotzdem ihr Gehalt?

Junge Frau hält Regenschirm gegen den Wind
Sich trotz Sturmböen auf den Weg zur Arbeit machen? Entscheidend ist die Unwetterwarnung. Bildrechte: Colourbox.de

Wegerisiko liegt beim Arbeitnehmer

Reihenweise fallen die Züge aus, nicht anders sieht es beim öffentlichen Nahverkehr aus. Doch so schwierig sich der Arbeitsweg auch gestalten mag: Blaumachen dürfen Sie trotzdem nicht! Berufstätige haben trotz wetterbedingter Beeinträchtigungen pünktlich an ihrem Arbeitsplatz zu erscheinen! Dazu ist jeder Arbeitnehmer laut Arbeitsrecht verpflichtet.

Gelingt es einem dennoch nicht, am Arbeitsplatz zu erscheinen, kann das Gehalt für diesen Tag futsch sein. Daher wäre es ratsam, dem Arbeitgeber anzubieten, die anstehende Arbeit (falls möglich) von zu Hause aus zu erledigen oder nachzuholen.

Ausnahmen gelten nur bei Unwetterwarnungen!

Ganz anders sieht es aus, wenn der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung herausgegeben hat, die für den Arbeitsweg gewisse Gefahren voraussagt. Dann ist der Arbeitsweg mit einem Risiko verbunden - und für den Arbeitnehmer nicht zumutbar. Umgestürzte Bäume oder ausgefallene Züge sind dann eine "begründete Arbeitsverhinderung". Und die gibt dem Arbeitnehmer das Recht, zu Hause bleiben. Ansonsten würde er sich in Gefahr begeben.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 10. Februar 2020 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2020, 19:26 Uhr

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