Ratgeber Superschnäppchen als Lockmittel: Black Friday - lohnt sich das?

Im Vorfeld des Black Fridays wird in einem Schaufenster eines Bekleidungsgeschäftes für eine Rabattaktion geworben.
Bildrechte: dpa

"Die besten Deals", "Rabatte bis 90 Prozent", "Top-Angebote": Der Black Friday, die letzte große Rabattschlacht vor dem Weihnachtsfest? Neben vielen Online-Händlern lockt auch der Einzelhandel mit satten Rabatten. Doch schaut man genauer hin, sind wirkliche Schnäppchen eher die Ausnahme. Das zeigt eine großangelegte Untersuchung von Stiftung Warentest (Stand: 11/2019, Komplettabruf kostenpflichtig) für Spitzenprodukte. Das sind Waren, die mindestens das Testurteil "empfehlenswert" bekommen haben.

Nur vier Produkte im Vergleich preiswerter

Die Tester haben die Preise für insgesamt 50 Smartphones, Fernseher, Kaffeevollautomaten, Kopfhörer und Bluetooth-Lautsprecher von Anfang November 2018 bis Ende Januar 2019 verglichen. Nur bei vier Produkten waren laut der Tester am Black Friday die Preise niedriger als sonst im November. Mit solchen wenigen echten Schnäppchen lenken die Händler die Aufmerksamkeit von Kunden auf sich.

Da gibt’s dann wenige sehr gute Angebote, die dann auch solche Shopping-Feiertage wie den Black Friday legitimieren sollen und dann wird aber auf diesem Weg auch noch ganz viel anderer Kram verkauft.

Anne Kliem | Stiftung Warentest

Bis zu 30 Prozent Nachlass realistisch

In einer weiteren großen Untersuchung vom Preisvergleichsportal guenstiger.de zeigte sich, dass bei 60 Prozent der vermeintlichen Black-Friday-Angebote Käufer gar nichts sparten. Das Portal hatte dafür 240 Angebote in 12 Onlineshops untersucht. Dabei zeigte sich auch, dass Portale wie Amazon oder Saturn vergleichsweise viele echte Schnäppchen im Angebot hatten. Beim Onlineauftritt von Douglas dagegen mussten Käufer im Schnitt sogar 25 Prozent draufzahlen. Auch Elektronikriese Conrad fiel in dem Angebots-Checks negativ auf. Dort sollten Verbraucher ebenfalls draufzahlen. In der Untersuchung zeigte sich zudem, dass viele der besonders großen Rabatte eher Rechenspielerei als echter Nachlass waren.

Die höchste Ersparnis in unserem Test lag bei 30 Prozent. Die würde ich auch als realistische Grenze setzen.

Julia Schnell | guenstiger.de

Diese Produkte sollten Sie nicht am Black Friday kaufen

Auch das Verbraucherforum mydealz hat sich angebliche Black-Friday-Schnäppchen genauer angesehen. Dafür wurden die Preise von mehr als 60.000 Artikeln untersucht, die in den letzten fünf Jahren in der Woche vor dem Black Friday, der sogenannten Cyber Week und an dem Tag selbst mit Rabatten beworben wurden. Die Analyse zeigt: Bei Spielzeug und Elektronikartikeln, laut mydealz klassische Weihnachtsgeschenke, gehen die Preise nur leicht nach unten.

Zum gleichen Ergebnis kommt das Online-Verbraucherportal Finanztip. Die Experten empfehlen, Spielsachen und Winterkleidung nach dem Black Friday zu kaufen. Spielsachen sollen in den ersten zwei Dezemberwochen günstiger sein. Für wirkliche Rabatte bei Winterklamotten empfehlen die Finanztip-Experten, auf den Winterschluss-Verkauf zu warten.

Gerade Fernseher, Smartphones, Fitnesstracker und Spielkonsolen sind kurz vor dem Fest am günstigsten. Je länger man wartet, desto günstiger wird es.

Julia Schnell | guenstiger.de

Mit der richtigen Strategie sparen

Das wichtigste vorweg: Lassen Sie sich von den Rabatt-Versprechen nicht verunsichern und zu überstürzten Käufen verleiten. Klar, im Minutentakt tauchen am Black Friday neue Angebote auf. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Deshalb: Gut ist, sich eine Liste mit Produkten anzulegen, die man wirklich kaufen möchte.

Tipp: Preissuchmaschinen mit Preiswecker oder Preisradar nutzen

Dann sollten Sie die Preise der konkreten Produkte bei mindestens zwei Preissuchmaschinen checken, empfiehlt Anne Kliem von Stiftung Warentest. Mit Preisvergleichsportalen könnten Verbraucher herausfinden, welcher Markt- oder Verkaufspreis für das gewünschte Smartphone, das Spielzeug oder den Kaffeeautomaten gerade gilt. Zuschlagen sollte man erst, wenn das Black-Friday-Angebot niedriger ist.

Ich kann bei denen auch oft noch einen Preiswecker oder Preisradar einrichten, damit ich nicht immer selber gucken muss und kein günstiges Angebot verpasse.

Anne Kliem | Stiftung Warentest

Stichwort: Black Friday Immer am letzten Freitag im November, dem Tag nach Thanksgiving, findet in den USA der Black Friday statt. Viele Amerikaner nutzen den Brückentag für ihre Weihnachtseinkäufe. Dadurch hat sich der Black Friday in den USA zum umsatzstärksten Tag des Jahres entwickelt, an dem fast alle Geschäfte die Kunden mit besonderen Schnäppchen locken. Dieses für Händler extrem erfolgreiche Konzept wurde vom iPhone-Hersteller Apple nach Deutschland exportiert. Hier findet der Black Friday seit 2006 aber im Gegensatz zu den USA vor allem online statt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 28. November 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2018, 15:14 Uhr

Weitere Ratgeber-Themen