Körperkunst Tattoo-Überdruss: Letzter Ausweg Laser-Entfernung

Für viele geht die Liebe unter die Haut - mit einem sogenannten Liebes-Tattoo. Andere lassen sich aus einer Laune heraus ein bestimmtes Motiv auf den Körper stechen. Doch was, wenn die große Liebe vorbei ist - oder die Körperkunst daneben geht? Wie wird man ein Tattoo wieder los? Und was sollte man in Sachen Nebenwirkungen bedenken, bevor man den Tätowierer zur Nadel greifen lässt?

Tattoo-Künstler bei der Arbeit
Lieber vorher nachdenken, als hinterher bereuen: Tattoos zu entfernen ist nicht ohne. Bildrechte: dpa

Die Liebe mit einem Tattoo zu krönen, das ist nicht nur unter Promis ein Trend. Doch irgendwann ist die Liebe weg - und das Tattoo bleibt. Die einen lassen sich den einstigen Liebesbeweis überstechen, andere tragen ihn weiterhin mit Stolz. So wie Florian Silbereisen, dessen Oberarm bis heute das Konterfei von Helene Fischer ziert. Aber so wirklich gelungen war das auch nicht ...

Die Tattoo-Fails der Stars!

Mittlerweile kann man sie via Laser entfernen - doch eigentlich sind Tattoos für eins gemacht: die Ewigkeit. Zu dumm, wenn bereits beim Tätowierer ein entscheidender Fehler unterlaufen ist.

Orlando Bloom mit seinem neuen Tattoo, das er auf seinem Unterarm hat. Das Tattoo besteht aus Zahlen und einem Morsecode, in dem sich ein Fehler eingeschlichen hat.
Da fehlt doch glatt ein Pünktchen! Jüngstes Tattoo-Opfer: Hottie Orlando Bloom. Wenn man sich schon sowas kompliziertes wie einen Morsecode auf den Unterarm stechen lässt, dann sollten die Pünktchen stimmen - zumal, wenn es sich um den Namen des eigenen Sohns handelt ... Bildrechte: Orlando Bloom
Orlando Bloom mit seinem neuen Tattoo, das er auf seinem Unterarm hat. Das Tattoo besteht aus Zahlen und einem Morsecode, in dem sich ein Fehler eingeschlichen hat.
Da fehlt doch glatt ein Pünktchen! Jüngstes Tattoo-Opfer: Hottie Orlando Bloom. Wenn man sich schon sowas kompliziertes wie einen Morsecode auf den Unterarm stechen lässt, dann sollten die Pünktchen stimmen - zumal, wenn es sich um den Namen des eigenen Sohns handelt ... Bildrechte: Orlando Bloom
Emma Watson auf dem roten Teppich bei einer Oscar Party
Fehlendes Apostroph Ein orthographischer Fauxpas ist selbst Brown-University-Absolventin Emma Watson beim Tätowierer passiert. Zum Glück war's nur ein fehlendes Apostroph, das die Schauspielerin ergänzen lassen konnte. UND: Sie trug das Versehen mit viel Humor ... Bildrechte: imago images/ZUMA Press/Javier Rojas
Rihanna
Wörter vertauscht ... Auch bei Superstar Rihanna gab's Sprachprobleme beim Tätowierer. Statt "fleur rebelle" (frz. rebellische Blume) prangt nun "rebelle fleur" auf ihrem Hals. Und das macht einfach keinen Sinn. Bildrechte: imago images/ZUMA Press/SMG
Tattoo auf Kelly Osbournes Rücken, 2010
Kauderwelsch Ganz ähnlich bei Kelly Osbourne! Wer des Italienischen nicht mächtig ist, sollte es einfach lassen. Was eine Liebeserklärung an Mutter Sharon werden sollte, ist jetzt schlicht und ergreifend: unverständlich. Bildrechte: IMAGO/PicturePerfect
Tattoos am Oberkörper und den Armen eines Fußballspielers.
David Beckham dem Sanskrit nicht mächtig Noch peinlicher liefs für Becks. Der hatte sich was ganz besonderes überlegt - und wollte sich den Namen seiner Liebsten auf Sanskrit auf den linken Unterarm stechen lassen. Doch dort steht jetzt "Vihctoria" ... Autsch! Bildrechte: dpa
Während einer Bühnenshow in Las Vegas/Nevada
Seltsam statt geheimnisvoll ... Ups, she did it again? Nach dem Fauxpas wohl eher nicht ... Das chinesische Schriftzeichen für "mysterious" sollte einst ihren Hüftknochen zieren. Herausgekommen ist ... "strange". Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Den Hüftknochen der La Spears gibt's seitdem nur bedeckt oder überschminkt zu sehen. Bildrechte: Getty Images/Kevin Winter
Tattoo auf dem Schulterblatt einer Frau.
Denglisch? Um Claudia Effenbergs Englischkenntnisse scheint's nicht zum Besten bestellt zu sein. Statt "die" hätte hier "dies" stehen müssen. Die dritte Person Singular verlangt im Simple Present das "s", liebe Claudia! Bildrechte: dpa
Tattoo im Nacken einer Frau.
Tonys Nummer im Nacken Nie den Namen des Liebsten stechen lassen! Diesen Fehler wird Schauspielerin Eva Longoria wohl nicht noch einmal machen. Die Rückennumer ihres Ex Tony Parker, die sich Eva einst in den Nacken tätowieren ließ, ist mittlerweile verschwunden. Bildrechte: dpa
Angelina Jolie
Gleiche Stelle, gleicher Fehler In Sachen Liebes-Tattoos ist Angelina Jolie eindeutig Wiederholungstäterin. Unter die Geburtskoordinaten ihrer sechs Kinder ließ sich die Schauspielerin auch die ihres mittlerweile Ex-Mannes Brad Pitt stechen. Aus Fehlern sollte man eben lernen, liebe Angelina. Denn an genau der gleichen Stelle ließ sie sich schon einmal ein Liebesbekenntnis entfernen - das war allerdings für Billy Bob Thornton. Bildrechte: imago images / Future Image
Pietro Lombardi
Liebe zum Sohn bleibt In die Liebestattoo-Falle ist auch Pietro Lombardi getappt. Wo jetzt eine Uhr mit der Geburtszeit von Filius Alessio prangt, hatte sich Pietro einst eine Liebeserklärung an Ex-Frau Sarah stechen lassen. Aber was soll's, hauptsache Alessio geht es gut ... Bildrechte: imago images / nicepix.world
Mann mit Helene-Fischer-Tattoo
Helene forever! Sorgt immer wieder für Gesprächsstoff: Florian Silbereisens Helene-Fischer-Tattoo. Wirklich ähnlich sieht es der Sängerin nicht. Jetzt ist Helene weg - und was passiert mit dem Tattoo? Das wird bleiben, versichert der Schlagerstar. Warten wir's ab ... Bildrechte: dpa
Alle (11) Bilder anzeigen

Tattoos per Laser entfernen lassen - am besten beim Hautarzt

Da die Entfernung eines Tattoos in vielen Bundesländern nicht als medizinischer, sondern ästhetisch-kosmetischer Eingriff bewertet wird, darf dort - rechtlich gesehen - jeder die Behandlung vornehmen. Neben Hautärzten bieten deshalb auch einzelne Kosmetikstudios und Tätowierer eine Laser-Entfernung an. Eine Schulung müssen sie dafür nicht vorweisen können.

Nicht zuletzt deshalb ist es ratsam, sich für den Eingriff einem Hautarzt anzuvertrauen. Auf der Website der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft (DDL) findet sich eine Liste von Hautärzten, die sich für die Laseranwendung besonders qualifiziert haben.

Dauer und Kosten einer Tattoo-Entfernung

Gestochen ist ein Tattoo vergleichsweise schnell. Für seine Entfernung muss man deutlich mehr Zeit einplanen. Für die vollständige Entfernung eines Tattoos sollte man (je nach Größe und Farbintensität) mit sechs bis zehn Sitzungen rechnen. Dazwischen sollten vier bis sechs Wochen Pause liegen, damit sich die Haut erholen kann. Auch die Kosten dafür sind nicht unerheblich - und liegen in der Regel deutlich über dem "Anschaffungswert". Eine einzelne Sitzung kann mit 75 bis 400 Euro zu Buche schlagen. Die Krankenkassen tragen die Kosten in der Regel nicht.

Durch Laserbehandlung wird ein Tattoo entfernt.
Ein Tattoo per Laserbehandlung zu entfernen dauert länger, als sich ein neues stechen zu lassen. Bildrechte: dpa

Kann man jedes Tattoo vollständig entfernen lassen?

Trifft der Laserstrahl auf die tätowierte Haut, nehmen die Farbpigmente seine Energie auf und werden dadurch zersprengt. Anschließend werden die zerstörten Farbpartikel durch die Haut ausgeschwemmt und über die Lymphbahnen abtransportiert. Das hat den Effekt, dass die Tätowierung immer heller wird - und nach mehreren Behandlungen bestenfalls ganz verschwunden ist. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht.

Laien-Tattoos bzw. einfarbig blaue oder schwarze Motive lassen sich meist problemlos entfernen. Je bunter und kunstvoller ein Tattoo gestaltet ist, desto schwieriger wird es.

Nach einer Laserbehandlung kann die Haut wund wie eine leichte Schürfwunde sein. Bis sie verheilt ist, sollte regelmäßig desinfiziert und Baden vermieden werden. Beachtet man das nicht, können unschöne Narben zurückbleiben. Zu denen kann es auch kommen, wenn zu viele Laserbehandlungen notwendig sind. Denn die zerstören auch die natürliche Pigmentierung der Haut und verhärten sie.

Wie schmerzhaft ist eine Tattoo-Entfernung?

Bereits das Stechen eines Tattos ist nicht ohne. Seine Entfernung soll noch schmerzhafter sein. Kalte Luft und eine Betäubungscreme können das lindern. Manche Patienten greifen zusätzlich zu einem Schmerzmittel.

Einem Mann wird ein Tattoo entfernt.
Die Laser-Entfernung eines Tattoos soll schmerzhaft sein. Bildrechte: imago/Aurora Photos

Alternative Methoden der Tattoo-Entfernung

Es gibt zwar einige alternative Methoden, ein ungeliebtes Tattoo loszuwerden, doch empfehlenswert sind sie nicht. Einige Kosmetik- und Tattoo-Studios arbeiten mit sogenannten Blitzlampen. Das Wegblitzen schadet jedoch der Haut und hinterlässt unschöne Narben.

Auch flüssige Tattoo-Entferner stehen in der Kritik. Da sie Milchsäure enthalten, die häufig für Entzündungen sorgt, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung davor, sie zu verwenden.

Ein Tattoo sollte man sich gut überlegen!

Der Traum vom Tattoo kann schnell zum Alptraum werden. Da die gesundheitlichen Risiken der bunten Körperkunst nicht zu unterschätzen sind, sollte man lieber zweimal nachdenken, bevor man sich unter die Nadel legt.

Hände mit Henna-Tattoos
Henna-Tattoos als Alternative? Bildrechte: imago/ZUMA Press

Welche Wirkungen die in die Haut eingebrachten Farbpigmente auf den Organismus haben, ist noch weitgehend unerforscht. Sicher ist, dass sich die Pigmente bzw. ihre Abbauprodukte an anderen Stellen im Körper ansammeln können. Gesundheitliche Bewertungen liegen nur für einen Bruchteil der möglichen Farbpigmente vor. Daher bietet auch die Verbotsliste der deutschen Tätowiermittelverordnung nur wenig Sicherheit.

Außerdem ist "Tätowierer" kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Ein Tattoo-Studio kann im Prinzip jeder eröffnen. Daher sollte ein Tätowierer zumindest eine Hygieneschulung absolviert haben. Bei unsachgemäßen Nadelstichen ist die Verletzungs- und Entzündungsgefahr groß. Stimmt dann auch die Hygiene nicht, kann es zu gefährlichen Infektionen kommen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. Oktober 2020 | 17:15 Uhr

Mehr Ratgeber-Themen