Giftige Gase Wie gefährlich ist Teflon für Mensch und Tier?

Viele Menschen schwören auf mit Teflon beschichtete Bratpfannen. Denn: Sie sind günstig, leicht zu reinigen und es haftet fast nichts an. Doch wie gefährlich ist die Kunststoffbeschichtung für die Gesundheit von Mensch und Tier? Fälle von Haustieren, die infolge von Teflon-Dämpfen gestorben sind, lassen aufhorchen.

Eier mit SPeck in einer Pfanne
Wie gefährlich ist Teflon für die Gesundheit von Mensch und Tier? Bildrechte: imago images/CSP_Buki7

Sie sind günstig, leicht zu reinigen und beim Braten haftet fast nichts an. Kein Wunder, dass viele Menschen auf ihre teflonbeschichtete Pfanne schwören. Doch wie gefährlich ist die Kunststoffbeschichtung für die Gesundheit?

Was ist Teflon eigentlich?

Teflon ist keine chemische Substanz, sondern lediglich ein Handelsname. Hinter Teflon verbirgt sich der Kunststoff Polytetrafluorethylen, kurz PTFE, der von einigen Unternehmen als Teflon bezeichnet wird.

Mit PTFE beschichtete Pfannen - besser bekannt als Teflonpfannen - besitzen eine leicht wachsartige Oberfläche, die kälte- und wärmebeständig und gegen Chemikalien resistent ist.

Doch nicht nur Pfannen, auch andere Haushaltsgeräte setzen auf die günstige Antihaft-Beschichtung: zum Beispiel Raclette-Pfännchen, Sandwichmaker und Waffeleisen.

Molekulare Verbindungen
Teflon ist eigentlich nur ein Markenname, hinter dem sich der Kunststoff PTFE verbirgt. Bildrechte: imago/Science Photo Library

Wie gefährlich ist Teflon für den Menschen?

Ist die Teflonbeschichtung einer Pfanne beschädigt, kann sich das PTFE ablösen, ins zubereitete Essen gelangen und verschluckt werden. Doch laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist das nicht weiter schlimm: Da PTFE reaktionsträge ist, verdaut unser Körper die verschluckten Teilchen nicht, sondern scheidet sie unverändert wieder aus. Deshalb ist für den Menschen von keiner Gesundheitsgefahr auszugehen.

Und: Mittlerweile sind viele Teflonpfannen mit Keramikpartikeln verstärkt und deshalb deutlich härter. Ist das der Fall, zerkratzen sie nicht so schnell und Teilchen lösen sich langsamer ab.

Wie giftig sind Teflon-Gase?

Wird eine Teflonpfanne hoch erhitzt, können sich giftige Gase bilden. Für Menschen werden diese Dämpfe jedoch erst ab einer Temperatur von etwa 360 Grad Celsius gefährlich. Die Folge können grippeähnliche Symptome sein, die als Polymer- oder Teflonfieber bekannt sind.

Bei einer haushaltsüblichen Verwendung einer Teflonpfanne kann es dazu allerdings nicht kommen. Denn die Lebensmittel in der Pfanne würden bereits verbrennen, bevor die 360 Grad erreicht sind.

Zudem wären die freigesetzten Dämpfe nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung so gering, dass man eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen ausschließen kann.

Kleine Teflonpfannen mit verschiedenen Käsegerichten
Werden mit Teflon beschichtete Haushaltsgeräte stark erhitzt, können sich Teflon-Gase bilden. Bildrechte: imago images/CSP_margouillat

Haustiere: Vögel - Tod durch Teflon-Gase

Anders sieht das bei Haustieren aus. Insbesondere bei Vögeln können Teflondämpfe zu schweren Vergiftungen des Atemsystems führen, die in Atemnot und schweren Krämpfen enden können. Größeren Tieren, wie etwa Hunden und Katzen, können die Dämpfe nichts anhaben.

Schützen kann man die gefiederten Freunde nur, indem man auf teflonbeschichtete Haushaltsgeräte verzichtet. Die Tiere für die Dauer eines Raclette-Abends in einen anderen Raum zu bringen, hilft nicht. Teflon-Gase sind flüchtig - und machen selbst vor verschlossenen Türen nicht Halt. Auch ein Gegenmittel, um betroffenen Tieren zu helfen, gibt es bislang nicht.

Teflon - schädlich für die Umwelt

Auch für die Umwelt ist Teflon schädlich. Bei der Herstellung des Kunststoffs werden giftige Schadstoffe eingesetzt, die die Umwelt belasten. So soll unter anderem der Giftstoff PFOA (Perfluoroctansäure) in Wasser und Böden gelangen können.

Ein weiterer Minuspunkt: Werden alte Teflon-Produkte entsorgt, können sie nur verbrannt werden. Dabei entsteht giftige Flusssäure, die in den Verbrennungsanlagen neutralisiert werden muss.

Quellen: oekotest.de/verbraucherzentrale.nrw/bfr.bund.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 03. Dezember 2021 | 17:15 Uhr

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