Äskulapnatter  liegt im gebüsch
Durch ein aus dem Ruder gelaufenes Artenschutzprogramm ist es im Odenwald zu einer Schlangenplage gekommen. Die Äskulapnattern werden bis zu zwei Meter lang. Bildrechte: IMAGO

Tipps & Tricks Äskulapnattern: Was tun gegen die Schlangenplage?

BRISANT | 21.08.2019 | 17:15 Uhr

Im Odenwald herrscht eine regelrechte Schlangenplage. Bis zu zwei Meter lange Äskulapnattern schlängeln sich durch die Gärten und Wohnungen der Anwohner - ein aus dem Ruder gelaufenes Artenhilfsprogramm. Zwar sind die Reptilien nicht giftig, aber dennoch angsteinflößend und lästig. Wie bekommt man die unter Naturschutz stehenden Tiere aus Haus und Garten vertrieben? BRISANT.DE hat sich schlau gemacht!

Äskulapnatter  liegt im gebüsch
Durch ein aus dem Ruder gelaufenes Artenschutzprogramm ist es im Odenwald zu einer Schlangenplage gekommen. Die Äskulapnattern werden bis zu zwei Meter lang. Bildrechte: IMAGO

Die gute Nachricht zuerst: Äskulapnattern sind nicht giftig, zudem ist ihre Anwesenheit Beweis dafür, dass ein Ökosystem gesund ist. Die schlechte: Beißen können sie trotzdem. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass das stark erhöhte Aufkommen der artgeschützen Tiere im Odenwald für Angst und Schrecken sorgt. Wer will sein Wohnzimmer schon mit einer Schlange teilen?

Wie vertreibt man Schlangen aus geschlossenen Räumen?

Portrait einer jagenden Aeskulapnatter
Eigentlich sind Äskulapnattern ungiftig, sein Wohnzimmer möchte man mit den Tieren dennoch nicht teilen. Bildrechte: imago/blickwinkel

  • Feuerwehr rufen! Wenn man sich nicht wohl dabei fühlt, sich selber um die Schlange zu kümmern, sollte man die Feuerwehr um Hilfe bitten - auch wenn man erkennt, dass das Tier ungiftig ist. Ist die Schlange giftig, sollte sie immer von Experten eingefangen werden. Den Raum sichern, in dem sich das Reptil befindet - und auf Hilfe warten.
  • Die Schlange selber einen Weg nach draußen finden lassen! Gibt man ihnen Zeit und Möglichkeit dazu, verlassen Schlangen eine Wohnung von selbst. Innentüren schließen, Außentüren geöffnet lassen - und schon klärt sich das Problem von alleine.
  • Mit einem Besen in einen Eimer treiben! Einen möglichst großen Mülleimer auf die Seite legen, die Schlange mit einem Besen hineintreiben - und den Mülleimer flink mit dem Deckel verschließen. Dann das Tier in den Wald oder an eine andere Stelle (möglichst weit weg vom Zuhause) bringen.
  • Mit einer Schlangenfalle fangen! Fallen an den Wänden aufstellen - und später die eingefangene Schlange sicher nach draußen bringen. Wichtig: Regelmäßig die aufgestellten Fallen kontrollieren, damit eine gefangene Schlange nicht verhungert.

Wie vertreibt man Schlangen im Freien?

  • Die Schlange von alleine verschwinden lassen! Schlangen im Freien sind meist kein Problem und verschwinden von alleine wieder. Hat man Kinder oder Haustiere, sollte man die jedoch nicht in die Nähe von Schlangen lassen. Trifft man in seinem Garten häufiger Schlangen an, sollte man sich um Präventivmaßnahmen kümmern, anstatt einzelne Schlangen zu vertreiben.
  • Schlange mit Wasserschlauch bespritzen! Schlange leicht mit Wasser besprühen, damit sie sich vom Grundstück entfernt.
  • Mit Kescher aus dem Pool fischen! Hat sich eine Schlange in den heimischen Pool verirrt, kann sie mit einem Kescher oder Pool-Skimmer herausgefischt werden.
  • Fallen für den Außenbereich aufstellen! Schlangenfallen für den Außenbereich sind in der Regel Plastikboxen, in die die Schlangen durch spezielle Aromen oder Duftstoffe gelockt werden.

Wie verhindert man einen erneuten Schlangenbefall im Garten?

  • Pflanzen kürzen und Garten aufräumen! Schlangen lieben Büsche und hohes Gras. Kürzt man beides regelmäßig, ist der Garten für Schlangen weniger attraktiv. Umgefallene Baumstämme und hohle Baumstümpfe sollten entfernt werden, da sich Schlangen dort gern verstecken.
  • Mäuse, Insekten und andere Schlangen-Futterquellen entfernen! Schlangen fressen Mäuse, Grillen und andere Insekten. Hält man die Anzahl dieser Tiere gering, suchen Schlangen woanders nach Futter.
  • Haus unzugänglich machen! Hausfundament auf Risse und Löcher kontrollieren, Schornsteine und Lüftungen mit engmaschigen Gittern sichern.
  • Abwehrmittel gegen Schlangen! Abwehrmittel in flüssiger Form an die Außenwände des Hauses sprühen oder als Pulver im Garten verteilen. Die Abwehrmittel sind umweltfreundlich und schaden weder Haustieren noch Rasen.

Äskulapnatter
Die Äskulapnatter ist die mit Abstand größte einheimische Schlangenart.  Bildrechte: imago/Nature Picture Library

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. August 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2019, 22:04 Uhr

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