Giftig oder nicht? Sicher durch die Pilz-Saison

BRISANT | 21.10.2019 | 17:15 Uhr

Pilze sind nicht nur lecker, sondern enthalten auch wichtige Nährstoffe. Außerdem ist die Pilzsuche oft ein Highlight für Familien. Von Ende April bis Ende November kann man im Wald Glück haben.

Pilze
Pilze in einem Korb. (Archiv) Bildrechte: Colourbox.de

Beim Bestimmen der Pilzart helfen sogenannte Pilzsachverständige. Die gibt es überall in Deutschland und sie haben auch Tipps fürs Sammeln. Eine Faustregel dabei: Pilze, die Röhrenfutter haben, sind in der Regel nicht giftig. Bei Pilzen mit Lamellen ist es meistens andersrum. Aber es gilt dennoch: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Hat man doch einmal daneben gegriffen, sollte es schnellstmöglich zum Arzt gehen. Auch der Giftnotruf kann angerufen werden. Für die richtige Behandlung ist die Art des Pilzes wichtig. Deshalb sollte man die Reste der Pilze nicht wegschmeißen.

Für einen groben Überblick über giftige und genießbare Speisepilze können Sie sich hier durch die Galerie klicken.

Speisepilze und ihre giftigen Doppelgänger

Speisepilze sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. Ob ein Pilz genießbar oder giftig ist, kann man manchmal nur schwer unterscheiden. Hier eine Auswahl von leckeren Speisepilzen und ihren gefährlichen Doppelgängern

Pilz
Steinpilze Sie gehören zu den beliebtesten Speisepilzen überhaupt: Steinpilze. Von ihnen gibt es mehrere Arten, die für die meisten Pilzsammler kaum zu unterscheiden sind. Die Bezeichnung rührt daher, dass ihr Fleisch fester ist, als das der meisten anderen Pilze. Steinpilze bilden eine eigene Sektion in der Gattung der sogenannten Dickröhrlinge. Von anderen Gattungsvertretern heben sie sich durch jung weiße, später auch blassgelb verfärbende Röhren ab. Ein weiteres Merkmal: Bei Bruch oder Anschnitt verfärbt sich das Fleisch von Steinpilzen nicht. Bildrechte: Colourbox.de
Pilz
Steinpilze Sie gehören zu den beliebtesten Speisepilzen überhaupt: Steinpilze. Von ihnen gibt es mehrere Arten, die für die meisten Pilzsammler kaum zu unterscheiden sind. Die Bezeichnung rührt daher, dass ihr Fleisch fester ist, als das der meisten anderen Pilze. Steinpilze bilden eine eigene Sektion in der Gattung der sogenannten Dickröhrlinge. Von anderen Gattungsvertretern heben sie sich durch jung weiße, später auch blassgelb verfärbende Röhren ab. Ein weiteres Merkmal: Bei Bruch oder Anschnitt verfärbt sich das Fleisch von Steinpilzen nicht. Bildrechte: Colourbox.de
Gemeiner Gallenröhrling
Gallenröhrling Als zumindest ungenießbarer Doppelgänger von Steinpilzen hat der sehr bittere Gallenröhrling so manchem Pilzfreund schon das Essen verdorben. Vor allem jung kann er Steinpilzen sehr ähneln. Anders als dieser hat er jedoch eine dunkle Netzzeichnung auf dem meist ocker-gelblichen Stiel, während der Steinpilz vor allem am oberen Stielende ein weißes Stielnetz aufweist. Darüber hinaus färben sich die Röhren des Gallenröhrlings im Alter schmutzig-rosa, die des Steinpilzes jedoch oliv. Kostet man eine kleine Probe des Gallenröhrlings wird man seine Bitterkeit sehr deutlich bemerken. Giftig ist der aufgrund seines Geschmacks auch als Bitteröhrling bekannte Pilz allerdings nicht. Bildrechte: imago/blickwinkel
Wiesen-Champignon
Wiesen-Champignon Besonders hoch ist die Verwechslungsgefahr von Speise- und Giftpilzen vor allem bei sogenannten Blätter- oder Lamellenpilzen. Auch die sehr beliebten und schmackhaften Wiesen-Champignons gehören dazu. Sie sind häufig auf Wiesen, Weiden und sogar im eigenen Garten zu finden. Ganz wichtig! Beim Anschnitt der Stielbasis sollte das Fleisch weiß bleiben oder sich leicht rötlich verfärben. Auf keinen Fall darf es aber kräftig gelb anlaufen! Bleiben die Lamellen hell oder gar weiß, kann es sich sogar um einen gefährlichen Giftpilz wie z.B. den Weißen Knollenblätterpilz handeln. Bildrechte: imago/Leemage
Karbolegerling Giftchampignon Karbolchampignon
Gift-Champignon Der dem Wiesen-Champignon sehr ähnlich sehende Gift-Champignon wächst ebenfalls auf Wiesen und Weiden. Allerdings riecht der Gift-Champignons sehr unangenehm, was ihm auch den Namen Karbol-Champignon eingebracht hat. Außerdem färbt sich seine Stielbasis im Schnitt schnell und intensiv gelb. Der Gift-Champignon gilt als schwach giftig. Vergiftungen führen zu heftigem Erbrechen und Durchfall, in schweren Fällen auch zu Schwindel und Sehstörungen. Bildrechte: IMAGO
Egerlingsschirmling
Auch der nicht essbare Egerlingsschirmling wird gelegentlich mit dem Wiesenchampignon verwechselt. Bildrechte: imago/Metodi Popow
Frauentäubling . Russula cyanoxantha
Frauentäubling Auch bei den beliebten Täublingspilzen sollte man stets genau hingucken. Am sichersten ist der Frauentäubling zu bestimmen: ein großer, kompakter Pilz, der vor allem in Buchenwäldern, aber auch unter Eichen und Fichten vorkommt. Andere Täublingsarten sind entweder schwer bestimmbar oder das Sammeln lohnt kaum. Ganz wichtig! Täublinge haben niemals einen Ring oder eine Manschette, geschweige denn eine Knolle an der Wurzel. Bildrechte: IMAGO
Grüner Knollenblätterpilz . Amanita phalloides
Grüner Kollenblätterpilz Grün gefärbte Täublinge können bei Leichtfertigkeit mit dem hochgiftigen Grünen Knollenblätterpilz verwechselt werden. Das ist schon passiert. Für eine sichere Bestimmung sollte man die Pilze deshalb immer vorsichtig herausdrehen und nicht abschneiden! Der Verzehr nur geringer Mengen des Fruchtkörpers dieses Giftpilzes kann zu einer tödlichen Pilzvergiftung führen, da die enthaltenen Gifte ein Leberversagen verursachen. Bildrechte: IMAGO
Perlpilz
Perlpilz Auch der häufig gefundene und weit verbreitete Perlpilz kann leicht verwechselt werden. Der auch als Rötender Wulstling oder Fleischchampignon bekannte Speisepilz kommt sowohl in Laub- als auch in Nadelwäldern vor. Markant und namensgebend ist die rosarote bis rötliche Verfärbung an verletzten Stellen. Ältere Fruchtkörper sind häufig mit ebenso verfärbten Madengängen durchzogen. Wichtig! Die Manschette bei Perlpilzen ist stets gerieft. Bildrechte: IMAGO
Pilz
Pantherpilz Anders beim giftigen Pantherpilz, der häufig mit dem Perlpilz verwechselt wird. Dessen Manschette ist stets ungerieft. Der Pantherpilz ist für Menschen giftig. Knapp sieben Prozent aller Pilzvergiftungen gehen auf sein Konto. Ein bis zwei Stunden nach dem Verzehr des Pilzes und der damit verbundenen Vergiftung treten Übelkeit, Durchfall und Erbrechen ein, die Haut rötet und die Pupillen weiten sich. Anschließend macht sich ein Übergang zu Erregungs- und Rauschzuständen bemerkbar, Krampfanfälle und Verwirrtheit können ebenso auftreten. Bildrechte: IMAGO
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Quellen: red, MDR Jump, MDR Wissen

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. Oktober 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2019, 19:14 Uhr

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