Alte Frau spricht in Telefonhörer
Vor allem ältere Menschen werden Opfer der Trickbetrüger. Bildrechte: Colourbox.de

Trickbetrug "Falsche Polizisten": So können Sie sich schützen!

BRISANT | 17.09.2019 | 17:15 Uhr

Sie gaukeln Sicherheit und Besorgnis vor - und nutzen so die Arglosigkeit vorwiegend älterer Menschen aus. Gut 60 Anzeigen zu Trickbetrügern aus dem Raum Köln, 30 davon aus Leverkusen, hat die Polizei in den letzten Wochen entgegen genommen. Die Masche der dreisten Betrüger ist jedes Mal ähnlich: Sie tarnen sich als (falsche) Polizisten und geben vor, die Betroffenen vor Betrügereien bewahren zu wollen. Wie kann man sich davor schützen? BRISANT hat mit der Polizei gesprochen.

Alte Frau spricht in Telefonhörer
Vor allem ältere Menschen werden Opfer der Trickbetrüger. Bildrechte: Colourbox.de

Trickbetrüger tarnen sich als Polizisten

Mann im Anzug steckt ein Bündel 50-Euro-Scheine in seine Hemdtasche
Ziel der Betrüger ist es, an das Geld der Rentner zu kommen. Bildrechte: Colourbox.de

Dreiste Trickbetrüger - getarnt als Polizisten, gern namentlich aus der Region - treiben insbesondere im Großraum Köln ihr Unwesen. Ihre Opfer sind vorwiegend ältere Menschen, die über ihr Festnetz kontaktiert werden. Das Vermögen des Betroffenen sei in Gefahr, gefälschte Banknoten im Umlauf, auf dem Konto sei Schwarzgeld gefunden werden, gaukeln die Fake-Beamten den arglosen Herrschaften vor. Und: Man möchte helfen. Der Betroffene solle sein Bargeld in einem Kuvert aufs Fensterbrett legen, dann kämen die Beamten vorbei, um es in Sicherheit zu bringen. Selbstverständlich - und das ist neu in der Trickbetrugs-Landschaft - könne sich der Betroffene von der Echtheit des Anrufs überzeugen, ein Rückruf unter "110" genüge.

Rückruf unter "110" soll Gefühl der Sicherheit geben

"110" - der Notruf suggeriert nicht nur älteren Menschen ein Gefühl der Sicherheit. Der Trick: Die Täter blockieren mithilfe technischer Manipulation die Festnetzleitung. Der Betroffene glaubt das Telefonat beendet zu haben, doch er tut es nicht wirklich. Wie die Täter die Leitung blockieren, verraten die Ermittler nicht, um Nachahmern vorzubeugen. Was sie verraten, ist, dass der Trick wirklich funktioniert. Die Täter würden von Callcentern aus agieren, die ihren Sitz in der Türkei haben.

Ein Polizist mit Handschellen und Dienstwaffe am Gürtel.
Polizei (Symbolbild) Bildrechte: dpa

WICHTIG!

Die echte Polizei würde niemals Menschen dazu auffordern, Geld in ein Kuvert zu stecken, das dann vor die Tür gelegt werden soll. Echte Polizisten würden auch niemals Wertgegenstände in Verwahrung nehmen, um sie vor Einbrechern zu schützen.

Tipps der Polizei gegen falsche Polizeibeamte

  • Lassen Sie sich den Namen des Anrufers nennen, legen Sie anschließend auf und rufen Sie Ihre örtliche Polizeibehörde an und schildern Sie den Sachverhalt.
  • Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über Ihre Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten.
  • Öffnen Sie unbekannten Personen niemals die Tür.
  • Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen, auch wenn sie sich als Mitarbeiter von Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichten oder Geldinstituten ausgeben.
  • Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie sich umgehend an die Polizei und erstatten Sie eine Anzeige.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 17. September 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2019, 22:55 Uhr

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