Notfall-Vorsorge Überleben in Krisensituationen: Welche Lebensmittel sollte man im Haus haben?

Naturkatastrophen und andere unvorhersehbare Ereignisse können dazu führen, dass einzelne Häuser oder ganze Ortschaften von der Versorgung abgeschnitten sind. Der Krieg in der Ukraine ist dafür ein mahnendes Beispiel. Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat vor diesem Hintergrund zur Vorsorge für den Krisenfall aufgerufen. Was sollte man stets im Haus bzw. der Wohnung haben, um für den Fall des Falles gewappnet zu sein?

Voller Einkaufswagen
Jeder Haushalt sollte für den Notfall vorsorgen. Bildrechte: imago/momentphoto/Robert Michael

Frisch, ausgewogen und gesund soll unser Essen sein. Und das kauft man liebsten in kleinen regionalen Läden: Nachhaltigkeit ist Trend. Prall gefüllte Vorratskammern gehören der Vergangenheit an, denn wenn etwas fehlt findet man immer einen Supermarkt, der bis 22:00 Uhr geöffnet ist. Doch was tun, wenn der plötzlich nicht mehr erreichbar ist? Was sollte in keinem Haushalt fehlen, um für einen eventuellen Versorgungsengpass gewappnet zu sein?

Bundesregierung gibt Tipps zu Vorratshaltung

Seit im Winter 2019 mehrere Dörfer der Alpenregion durch Erdrutsche und Lawinen für mehrere Tage von der Außenwelt abgeschnitten waren, animiert die Bundesregierung die Deutschen zu mehr Vorratshaltung. Die aktuelle Situation in der Ukraine und dem unbekannten weiteren Verlauf des Krieges unterstreicht diese Aufforderung. Bundesinnenministerin Nancy Faeser rät den Bürgerinnen und Bürgen vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges zur Vorsorge für den Krisenfall. "Denken Sie zum Beispiel an Cyberattacken auf kritische Infrastruktur", so Faeser.

Der Empfehlung der Bundesregierung zufolge sollte jeder Haushalt einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln vorhalten, der für mindestens zehn Tage reicht. Zusätzlich sollte man - ebenfalls für zehn Tage - je zwei Liter Wasser pro Person und Tag im Haus haben. Die ganze Checkliste gibt es hier.

Diese Lebensmittel sollten Sie bevorraten:

10-Tage-Vorrat pro Person (ca. 2.200 kcal pro Tag)
Lebensmittel Menge  
Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis 3,5 kg  
Gemüse, Hülsenfrüchte 4,0 kg Gemüse und Hülsenfrüchte im Glas oder in Dosen sind bereits gekocht, für getrocknete Produkte wird zusätzlich Wasser benötigt.
Obst, Nüsse 2,5 kg Bevorraten Sie Obst in Dosen oder Gläsern und verwenden Sie als Frischobst nur lagerfähiges Obst.
Milch, Milchprodukte 2,6 kg  
Fisch, Fleisch, Eier bzw. Volleipulver 1,5 kg Frische Eier sind nur begrenzt lagerfähig, Volleipulver ist mehrere Jahre haltbar.
Fette, Öle 0,357 kg  
Sonstiges (nach Belieben)   z.B. Zucker, Süßstoff, Honig, Marmelade, Schokolade, Jodsalz, Fertiggerichte, Kartoffeltrockenprodukte, Mehl, Instantbrühe, Kakaopulver, Hartkekse, Salzstangen

Einen guten Überblick darüber, welche Lebensmittel in welchen Mengen sich für den Notfall-Vorrat empfehlen, bietet der Vorratskalkulator des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Nützlich sind zudem die Tipps des BBK zum Kochen ohne Strom.

Ebenfalls im Haus haben sollte man...

  • HAUSAPOTHEKE: Verbandskasten, verordnete Medikamente, Schmerzmittel, Hautdesinfektionsmittel, Wunddesinfektionsmittel, Mittel gegen Erkältungskrankheiten, Fieberthermometer, Mittel gegen Durchfall, Insektenstich- und Sonnenbrandsalbe, Splitterpinzette


  • HYGIENEARTIKEL: Seife, Waschmittel, Zahnbürste, Zahnpasta, Einweggeschirr & -besteck, Haushaltspapier, Toilettenpapier, Müllbeutel, Campingtoilette, Ersatzbeutel, Haushaltshandschuhe, Desinfektionsmittel, Schmierseife


  • ENERGIEAUSFALL: Kerzen, Teelichter, Streichhölzer, Feuerzeug, Taschenlampe, Reservebatterien, Campingkocher mit Brennmaterial, Heizgelegenheit, Brennstoffe


(BRISANT/bbk)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. Mai 2022 | 17:15 Uhr

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