Lästige Wildkräuter Moos, Löwenzahn und Co. - So bekämpfen Sie Unkraut im Garten

Für die einen sind es Wildkräuter, für die anderen ist es Unkraut. Für den ordnungsliebenden Klein- und Großgärtner sind die Pflanzen aber auf jeden Fall lästig. Welche Methoden es gibt, um ohne Chemie gegen Unkraut vorzugehen, erfahren Sie hier.

Unkraut jäten im Garten
Unkraut jäten gehört zu den nervigen Beschäftigungen im Garten. (Archiv) Bildrechte: dpa

Wenn die Pflanzen im Garten so richtig schön blühen, heißt es eigentlich nur eins: den Lohn für die mühsame Gartenarbeit ernten. Doch dann machen sich pflanzliche Störenfriede breit, die diesen Plan durchkreuzen. Lästiges Unkraut kann an allen Ecken und Enden des Gartens, auf dem Rasen und in Fugen sein Unheil treiben. Die Frage ist dann: Was tun?

Dem Wildwuchs früh den Kampf ansagen

Die drei wichtigsten Voraussetzungen für einen grünen, dichten Rasen im Garten sind ausreichend Wasser sowie regelmäßiges Düngen und Mähen. Trotzdem machen sich häufig unerwünschte Wildkräuter breit. Dabei zählen vor allem Löwenzahn, Klee und Moos zum besonders gefürchteten Wildwuchs. 

Mit der Unkraut-Bekämpfung beginnt man am besten so früh wie möglich. Schon Anfang März sollte Löwenzahn mit der gesamten Pfahlwurzel ausgestochen werden. Die Pflanzen hatten bis dahin noch nicht ausreichend Zeit, kräftige Wurzeln auszubilden. Deshalb kann man das Unkraut meist problemlos aus dem Boden ziehen. Zudem vermeidet man so die Blütezeit und damit die Samen, die sich sonst leicht verbreiten. Dieses Jäten, was die manuelle Tätigkeit beschreibt, Unkraut mit oder ohne Hilfsmittel zu entfernen, hilft auch gegen andere Wildkräuter wie z.B. Breitwegerich.

Löwenzahn mit Biene
Löwenzahn zählt zu den lästigsten Unkräutern. (Archiv) Bildrechte: Colourbox

Mähen und Vertikutieren

Was sehr wichtig ist: Wenn Gräser nach dem Winter wieder beginnen zu wachsen, sollten sie durch Mähen kurz gehalten werden. So haben es Unkraut wie Vogelmiere oder Persischer Ehrenpreis schwerer, sich auszubreiten. Auch der Vertikutierer ist ein praktischer Helfer, der Unkraut zum einen selbst entfernt und außerdem für Belüftung des Bodens sorgt. Er sollte mindestens einmal im Jahr zum Einsatz kommen.

Generell ist zu beachten: Regelmäßigkeit ist das A und O bei der Bekämpfung von Unkraut. Zudem sind einige Wildkräuter sehr hartnäckig. Man sollte im Kopf haben, dass die Bekämpfung langwierig und zeitintensiv sein kann. Folgende Tipps von MDR Garten helfen, die unliebsamen Pflanzen in Schach zu halten:

  • Ungebetene Pflanzen im Garten so früh im Jahr wie möglich entfernen und regelmäßig jäten
  • Unkraut mit der gesamten Wurzel aus dem Boden entfernen
  • Pfanzen-Ausläufer im Boden möglichst restlos entfernen, sonst treiben die Kräuter bald wieder aus
  • Den Rasen im späten Frühling und eventuell auch im frühen Herbst vertikutieren
  • Regelmäßig Mähen
  • Regelmäßig Düngen
  • Schon im Herbst Lücken durch Nachsaat schließen, damit der Rasen im Frühjahr einen Vorsprung hat

Rasenmäher
Regelmäßiges Rasenmähen ist wichtig im Kampf gegen Unkraut. (Archiv) Bildrechte: Colourbox.de

Die besten Wege zur Beseitigung von Unkraut

  • Jäten geht am besten bei feuchtem Boden, also z.B. nach einem Regenschauer. Dabei wird die Pflanze möglichst komplett mit Wurzel aus dem Boden gezogen. Eine kleine Handhacke lockert dabei den Boden auf. Es ist eine sehr anstrengende Form der Unkraut-Bekämpfung, aber auch die nachhaltigste. Als Geräte eignen sich Grabegabeln, Jäteschlaufen und sogenannte Sauzähne. Wichtig: Der Spaten ist kein ideales Mittel zur Unkrautbekämpfung. Mit ihm wird die Wurzel durchtrennt, was bei den meisten Wildkräutern für Vermehrung sorgt.

  • Beim Hacken wird in der Regel nur den oberen Teil der Pflanze entfernt. Deshalb muss die Prozedur regelmäßig wiederholt werden. Aber: Auch hartnäckige Wildkräuter werden durch regelmäßiges Hacken irgendwann so geschwächt, dass sie schließlich verschwinden. Ideale Geräte sind hierfür die Feldhaue und die Hacke.

  • Mulchen: Dabei wird der Boden zwischen den gewünschten Pflanzen mit Mulch bedeckt, so dass dort keine Wildkräuter mehr wachsen können. Zum Mulchen eignen sich unverrottete organische Materialien wie kleingehacktes Holz, Laub oder Mist und Stroh. Auch Grasschnitt kann zum Mulchen verwendet werden. Im Bau- und Gartenmarkt gibt es aber auch fertige Säcke zum Mulchen und spezielle Folien. Wichtig: Den Boden vor dem Abdecken noch mal auflockern, damit keine Staunässe und eventuell Schimmel entstehen.

  • Der Einsatz von kochendem Wasser bietet sich vor allem auf Wegen und gepflasterten Flächen wie Terrassen an. Das erspart mühevolles Fugenkratzen und ist vergleichsweise schonend zum Belag. Beim Einsatz von kochendem Wasser werden die Pflanzenzellen zum Platzen gebracht. Auch das Saatgut wird unschädlich gemacht. Die Wurzeln sterben dabei aber nicht zwingend ab, deshalb muss der Vorgang ca. zweimal im Jahr gemacht werden. 

Unkraut jäten
Unkraut jäten ist eine anstrengende, aber auch nachhaltige Methode, um Unkraut zu bekämpfen. (Archiv) Bildrechte: imago/Panthermedia

Unkrautbrenner als Alternative?

Unkrautbrenner vernichten, genau wie das kochende Wasser, Unkraut durch Hitzeeinwirkung. Die Pflanzen zwischen den Steinen werden abgeflammt und zerstört. Im Anschluss muss das unerwünschte Grün nur noch zusammengefegt werden und die Fugen der Pflastersteine bleiben lange Zeit unkrautfrei. Generell sind die Unkrautbrenner eine komfortable Alternative. Aber Vorsicht: nicht in der Nähe von brennbaren Stoffen verwenden und nicht zu nah an die eigenen Füße halten.

Wie beugt man Unkraut vor?

Soll ein Beet frisch bepflanzt werden, bedeckt man es am besten zunächst 14 Tage mit Folie oder Glas. Die Samen der Wildkräuter treiben aus und die jungen Wildkräuter können leicht gejätet werden. Das Beet kann nun mit den Kulturpflanzen bestellt werden.

(BRISANT/mdr Garten/mdr Jump)

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. Juni 2021 | 17:15 Uhr

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