Unfälle mit jungen Fahrer Sicherheit auf der Straße - So kommen Sie schadlos durch den Verkehr

Vorfahrt nehmen, drängeln, blockieren: Der Straßenverkehr sorgt häufig für Unmut und dadurch für Unfälle. Vor allem junge Fahrer sind häufig betroffen und machen rund ein Drittel der Autounfälle aus. Warum das so ist und wie sich das verhindern lässt, erfahren Sie hier.

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei mit Blaulicht bei einem Unfall
Viele Unfälle lassen sich durch Rücksichtnahme vermeiden. (Archiv) Bildrechte: imago images/Fotostand

Sobald man sich als Autofahrer ans Steuer setzt, besteht ein gewisses Unfallrisiko. Das gilt sowohl für den Fahrer als auch für andere Verkehrsteilnehmer. Die häufigsten Ursachen für Pkw-Unfälle mit Personenschaden sind dabei Fahrmanöver, die aus dem Stand heraus folgen. Beispiele sind: Fehler beim Rückwärtsfahren, Abbiegen und Wenden und das Missachten der Vorfahrt. Abhilfe schafft hier ein Spiegel- bzw. Seitenblick. Man sollte sich also immer versichern, dass die direkte Umgebung frei von anderen Fahrzeugen ist und sich dort weder Fahrradfahrer, Fußgänger noch Kinder befinden.

Häufig Unfälle mit jungen Fahrern

Rund ein Drittel der Autounfälle geht auf junge Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zurück. Und das, obwohl sie nur knapp zehn Prozent der Autofahrer ausmachen. Junge Männer verunglücken dabei viermal häufiger als junge Frauen. Die Gründe für die häufigen Unfälle sind zum einen eine geringe Fahrerfahrung und zum anderen eine erhöhte Risikobereitschaft der jungen Generationen. Die Unfallursachen bei jungen Fahrern sind meistens: Falsche Straßenbenutzung, Nichteinhaltung der Sicherheitsabstände, unangepasste Geschwindigkeit und mangelnde Verkehrstüchtigkeit.

Auch wenn das Unfallrisiko von jungen Fahrern statistisch gesehen höher liegt, als das von älteren Fahrern, heißt das nicht, dass Fahranfänger in ständiger Angst Leben müssen, bald zu verunglücken. Wer vorsichtig fährt, sich eingesteht, dass er noch in der "Lernzeit" ist, kann die Gefahr deutlich reduzieren. Auch der Beifahrer oder die Beifahrerin kann zur Sicherheit beitragen, indem eine riskante Fahrweise offen kritisiert wird. Wie es aussieht, wenn ein Auto auf einer sogenannten "Discofahrt" mit 70 km/h gegen einen Baum kracht, können Sie hier in einem Video vom ADAC sehen.

Um solche und andere Unfälle zu vermeiden und zwar nicht nur als junger Autofahrer, sollte man folgende Tipps beachten. Was zu tun ist, wenn es doch mal kracht, erfahren Sie weiter unten.

Per Faustformel den richtigen Abstand halten

Eine der häufigsten Unfallursachen ist ein unzureichender Sicherheitsabstand. Doch, wie groß muss der Abstand eigentlich sein, damit nichts passieren kann? Neben gesetzlichen Vorgaben existieren verschiedene Faustformeln, mit denen Sie sich behelfen können.

Da gibt es zum Beispiel "Abstand gleich halber Tacho". Das bedeutet bei 100 km/h, dass der Abstand mindestens 50 Meter betragen sollte. Bei widriger Witterung muss selbstverständlich ein längerer Bremsweg für den Fall der Fälle einkalkuliert werden.

Ein Verkehrszeichen zur Geschwindigkeitsbegrenzung für die nächsten 57,0 Kilometer auf der Autobahn A13.
Abstandhalten ist eines der obersten Gebote im Straßenverkehr. (Archiv) Bildrechte: dpa

Aggression im Straßenverkehr

Besonders tragisch und häufig schwerwiegend ist der Zusammenstoß zwischen Autos und Fahrradfahren oder Fußgängern. Diese Verkehrsteilnehmer sind annähernd ungeschützt, weshalb auf sie ganz besonders geachtet werden muss.

Wenn Radfahrer und Autofahrer aufeinandertreffen gibt es häufig ein hohes Konfliktpotential. Autofahrer beschweren sich über die oft vogelwilde Fahrweise der Radler, und die prangern wiederum häufig die "Platzhirsch-Mentalität" der motorisierten Fahrer an.

Zu den Klassikern gehören in diesem Zusammenhang Radfahrer, die eine Einbahnstraße in der falschen Richtung befahren. Das ist laut Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht erlaubt und sorgt bei manchem Autofahrer für eine Kurzschlussreaktion. Aber auch Autos, die rücksichtslos und zu dicht an Radlern vorbeifahren, haben schon den einen oder anderen Seitenspiegel bei ihrer Aktion eingebüßt. Hier gilt: Ruhe bewahren. Auch wenn es hinter Steuer oder Lenker manchmal schwer fällt.

Ein Radfahrer fährt auf dem Radweg neben einem Lkw.
Zwichen Rad- und Autofahrern gibt es häufig Konflikte. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Rücksichtnahme als oberstes Gebot

Auch Melanie Mekulla vom ADAC plädiert für mehr Verständnis unter den Verkehrsteilnehmern: "Man sollte nicht immer aufs eigene Recht pochen. Auch nicht als Autofahrer, man ist zwar der Stärkere, aber man kann ja auch mal Platz machen. Man sollte beide Seiten sehen. Und als Radfahrer sollte man sich auch nicht das Recht holen wollen", so Mekulla gegenüber dem MDR.

Rücksichtnahme ist also die Empfehlung von Experten. Trotzdem kommt es immer wieder zu Unfällen. Wie sollte man sich im Fall der Fälle verhalten?

Was ist als erstes dran?

Zuerst solltet ihr nach einem Unfall euch selbst absichern, indem ihr einen Warnweste anzieht, und danach die Unfallstelle sichern, empfiehlt der ADAC. Eine eingeschaltete Warnblinkleuchte und ein aufgestelltes Warndreieck warnt den folgenden Verkehr vor der Situation. Sollte jemand verletzt sein, solltet ihr natürlich erste Hilfe leisten.

Wann muss die Polizei verständigt werden?

Die Polizei muss man vor allem rufen, wenn man mit einem Miet- oder Firmenwagen unterwegs ist. Denn das ist meistens in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgelegt. Vom ADAC heißt es dazu: "Wenn es sich nur um einen Bagatellschaden handelt und ich mir mit dem Unfallgegner einig bin, dann muss ich nicht die Polizei rufen. Das kann ich selber klären."

Wer räumt die Scherben weg?

Wenn nach einem Unfall alle wichtigen Daten und Zeugeninformationen notiert und Schäden fotografiert wurden, muss die Unfallstelle unverzüglich geräumt werden. Das gilt auch für Blechteile, Scherben und Fahrzeugteile. Diese Teile müssen von den Menschen, die in den Unfall verwickelt waren, beseitigt werden, heißt es vom ADAC.

Kann das Auto in die Werkstatt?

Bevor die Schäden mit der Versicherung besprochen wurden, sollte man nicht in die Werkstatt fahren, heißt es vom ADAC. Demnach reicht der Versicherung bei Schäden, deren Beseitigung bis zu 1.000 Euro kosten meistens ein Kostenvoranschlag der Werkstatt. Wird es teurer, kommt meistens einen Gutachter ins Spiel, bevor es in die Werkstatt geht.

Grundlegende Tipps

Um das Unfallrisiko zu verringern, sollte man sich möglichst ausgeschlafen ans Steuer setzen. Nur so ist man aufmerksam genug, um vorausschauend zu fahren und auf die Fehler anderer Verkehrsteilnehmer reagieren zu können. Zudem ist es mehr als ratsam, eine Freisprecheinrichtung zum Telefonieren im Auto zu verwenden. Denn das Handy am Ohr lenkt nicht nur ab, sondern ist in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern auch verboten.

bri/mdr/wdr/adac

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. Oktober 2021 | 17:10 Uhr

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