Tierkauf Illegaler Welpenhandel: Worauf Sie beim Kauf eines Hundes achten sollten

Das Geschäft mit Hundewelpen boomt - vor allem in der Corona-Krise. Für viele Händler sind die Hunde eine Massenware - und Tierschutz ein Fremdwort. Aber wie erkennt man unseriöse Verkäufer und Züchter und was kann man dagegen tun?

Zwei Hundewelpen
Generell gilt: Kaufen Sie Tiere nur aus seriöser Zucht! Bildrechte: imago images/AAP

Ob im Internet oder über Kleinanzeigen - das Geschäft mit Hundewelpen boomt. Sogenannte "Wühltisch-Welpen" kommen vor allem aus Osteuropa. Für die Händler zählt allein der Profit. Damit Sie den illegalen Welpenhandel nicht unbewusst unterstützen, sollten Sie immer beachten: Kaufen Sie niemals ein Tier aus Mitleid und lassen Sie sich auf kein Tier-Schnäppchen ein - ob nun aus dem Internet, per Inserat oder auf der Straße!

Sogenannte Billigwelpen kommen oft aus einer Massenvermehrung, bei der die Hündinnen zu Gebärmaschinen degradiert werden. Zusammen mit den Deck-Rüden vegetieren sie in fensterlosen Verschlägen vor sich hin, sind häufig krank. Gen-Defekte und Krankheiten geben sie an ihre Welpen weiter.

Rechtlicher Hintergrund für den Welpenhandel

Wer gewerblich mit Welpen handelt, benötigt nach dem Tierschutzgesetz dafür die Erlaubnis des zuständigen Veterinäramtes, das auch Haltung und Züchtung kontrolliert.

Chip und Impfpass

Bei Welpen aus Deutschland ist ein Impfpass mit konkreten Eintragungen erforderlich (erste Impfung gegen Staupe, Parvovirose und andere Infektionskrankheiten in der achten Lebenswoche, Impfung gegen Tollwut in der zwölften Woche). Der junge Hund sollte gechipt sein. Die Länderkennzahl für Deutschland lautet 276. Stammt der Welpe aus einem anderen EU-Land, muss er mit einem EU-Heimtierausweis sowie mit einem tierärztlichen Gesundheitszertifikat ausgestattet sein.

Rechtliche Bestimmungen für Tiertransport

Der illegale Handel ist ein skrupelloses Millionengeschäft auf Kosten der Tiere: Die Welpen sind unterernährt, krank und nicht geimpft, werden viel zu früh von ihren Müttern getrennt und stundenlang eng zusammengepfercht zu ihren europäischen Zielorten gekarrt.

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes

Hunde aus Nicht-EU-Staaten dürfen frühestens im Alter von sieben Monaten einreisen. Auch für den Transport gelten einschlägige tierschutzrechtliche Bestimmungen.

Hundewelpen in einem engen Käfig im Kofferraum eines Autos
Kein seriöser Händler würde seine gezüchteten Welpen aus dem Kofferraum heraus verkaufen. Bildrechte: IMAGO

Welpenkauf: Woran erkennt man einen unseriösen Züchter - und worauf sollte man achten?

  • Finger weg von Welpen, die kaum die Augen öffnen und laufen können! Laut Tierschutz-Hundeverordnung dürfen Welpen erst im Alter von acht bis zwölf Wochen vom Muttertier getrennt werden. Das ist für die Sozialisierung des Tieres enorm wichtig. Bleiben die Welpen nur zwei bis vier Wochen bei der Mutter, leiden sie später oft unter massiven Verhaltensproblemen.

  • Ein offensichtlich schlechter Gesundheitszustand des Tieres. Dazu zählen allgemeine Schwäche, Lahmen, Augen- und Nasenausfluss. Diese Tiere sind weder entwurmt noch geimpft und überleben selten das erste Jahr. Seriöse Züchter werden eine Untersuchung durch einen Tierarzt vor dem Kauf nicht ablehnen.

  • Keine Kennzeichnung durch Mikrochip, keine Begleitpapiere wie eine Zuchtbuchnummer oder der Heimtierausweis. Oder die Dokumente sind unzureichend, falsch oder mit Rechtschreibfehlern ausgefüllt. Die eingetragenen Impfdaten stimmen nicht mit dem angegebenen Alter des Welpen überein. Für Zuchtpapiere wird Extrageld gefordert.

  • Lassen Sie sich ein Gesundheitszeugnis aushändigen. Aussagen wie "Der Hund braucht kein Zeugnis, der ist gesund!" sind unseriös.

  • Wenn Sie nicht gefragt werden, wie Ihre Wohnsituation ist, sollten Sie stutzig werden. Seriöse Züchter wollen damit herausfinden, ob es dem Hund später auch gut gehen wird, ob er genug Auslauf oder Zuneigung bekommt.

  • Verdächtig ist ein Angebot von Welpen unterschiedlicher Rassen zu Dumpingpreisen. Seriöse Züchter konzentrieren sich auf eine, höchstens zwei Rassen gleichzeitig.

  • Dubiose Händler liefern Welpen direkt ins Haus oder übergeben sie an öffentlichen Orten, oft durch Mittelsmänner. Nicht selten werden Mischlinge als Rassetiere oder Hunde mit gefälschtem Stammbaum verkauft.

Rennender Labrador Retriever Welpe
Bietet ein Händler Welpen verschiedener Rassen an, sollten Sie misstrauisch werden. Bildrechte: imago/Agentur 54 Grad

Verdächtiges Angebot? Das sollten Sie tun!

Wenn Sie den Verdacht haben, dass es sich um einen Welpendealer handeln könnte, verständigen Sie die Polizei. Notieren Sie ein verdächtiges Autokennzeichen. Äußert erst der Tierarzt nach dem Kauf den Verdacht auf illegalen Welpenhandel, melden Sie das gemeinsam der Polizei. Dubiose Verkaufsanzeigen im Internet oder in Zeitungen sollten Sie dem örtlichen Tierschutzverein melden.

Tierschützer raten auch vom Hundekauf in einer Zoohandlung ab, weil die jungen Hunde dort nicht stressfrei gehalten werden können und aus illegaler Haltung stammen könnten.

Übrigens: Die meisten Tierheimhunde werden ebenso gute Gefährten wie ein Hund von einem seriösen Züchter.

Woran erkennt man seriöse Züchter?

  • Schauen Sie sich vor einem Kauf den Aufzuchtsort und vorhandene Wurfgeschwister an. Bei einem seriösen Züchter ist der Besuch der Welpen vorab möglich und sogar empfohlen, damit sich das Tier langsam an sein neues Herrchen oder Frauchen gewöhnen kann.

  • Sehen Sie sich dort das Muttertier an. Ist es gesund? Sind auch die Welpen gesund und munter, haben sie einen Spiel- und Abenteuertrieb?

  • In Deutschland kosten Rassehunde-Welpen von anerkannten Züchtern je nach Rasse mindestens 800 bis 2.000 Euro.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. März 2021 | 17:15 Uhr

Mehr Ratgeber-Themen