Zum Weltnichtrauchertag So gewöhnen Sie sich das Rauchen ab

BRISANT | 31.05.2019 | 17:15 Uhr

Etwa die Hälfte aller Raucher will zwar aufhören, aber nur 20 Prozent schaffen es. Wem es gelingt, wird mit einer höheren Lebenserwartung belohnt. Doch wie gewöhnt man sich den Griff zum Glimmstengel wirklich ab?

Viele ausgedrückte Zigaretten
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Wie so oft gibt es nicht das eine Patentrezept, um vom Rauchen loszukommen. Es gibt viele Alternativen, die Hilfestellungen dafür bieten. Nicht selten werden verschiedene Methoden miteinander kombiniert. Die vielversprechendsten Maßnahmen, um sich das Rauchen abzugewöhnen, haben wir hier aufgelistet.

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie ist eine der erfolgreichsten Maßnahmen zur Rauchentwöhnung und gilt als Hilfe zur Selbsthilfe. Sie basiert darauf, dass menschliche Verhaltensweisen die erlernt wurden auch wieder "verlernt" werden können. In der Therapie werden die bisherigen Gewohnheiten und die Ursachen des Rauchens hinterfragt und die Zusammenhänge zwischen Situationen des Alltags und dem Griff zur Zigarette erläutert. Nach der Analyse des Rauchverhaltens erlernt man Strategien, um den Alltag in Zukunft rauchfrei zu meistern und Rückfälle zu vermeiden. Die Verhaltenstherapie kann in Einzelsitzungen oder als Gruppentherapie erfolgen. Die Kosten einer solchen Therapie werden meist sogar von der Krankenkasse übernommen. Besonders wirksam ist eine Verhaltenstherapie in Kombination mit Nikotinersatzpräparaten.

Menschen sitzen in einem Gesprächskreis zusammen.
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Nikotinersatzpräparate

Mit diesen Präparaten wird dem Körper auch nach dem Rauchstopp Nikotin zugeführt – allerdings in geringeren Mengen, als sie vorher durch die Zigaretten aufgenommen wurden. Die Produkte geben das Nikotin langsamer und sicherer ab als eine Zigarette und enthalten – anders als Zigaretten – weder Teer noch Kohlenmonoxid und auch keine der vielen, krebserregenden Substanzen des Tabakrauches. Für eine Entwöhnung sind sie gut geeignet, da sie die körperlichen Entzugssymptome, unter denen 50 Prozent der Aufhörwilligen leiden, durch die dosierte Nikotinzufuhr lindern. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Nikotinersatzpräparate die Erfolgschancen erhöhen. Wer aufhören will zu rauchen, kann sich dabei mit vier verschiedenen Nikotinersatzpräparaten helfen.

  • Nikotinpflaster

Nikotinpflaster werden auf die Haut geklebt und geben den ganzen Tag über kontinuierlich Nikotin ab. Sie erzeugen so einen gleichbleibenden Nikotinspiegel im Körper. Die Pflaster sollten wegen einer möglichen Hautreizung jeden Tag an einer anderen Stelle aufgebracht werden. Sie werden in drei Stärken angeboten und ersetzen 10, 20 oder 30 Zigaretten in 16 bzw. 24 Stunden. Der Preis für 21 Stück liegt zwischen 45 und 60 Euro. Wer unter starken Entzugserscheinungen leidet, kann die Pflaster mit anderen Ersatzpräparaten kombinieren.

Nikotinpflaster wird auf einen Arm geklebt
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  • Nikotinkaugummi

Beim plötzlichen Verlangen nach einer Zigarette kann man zum Kaugummi greifen. Der sollte maximal 30 Minuten gekaut werden. Dann hat er das in ihm enthaltene Nikotin vollständig an die Mundschleimhaut abgegeben. Diese transportiert es zu den Nikotinrezeptoren und das wiederum lindert den Entzug. Die Kaugummis können die Mundschleimhaut reizen und zu Schluckauf und Sodbrennen führen. Angeboten werden sie in Stärken von zwei und vier Milligramm. Für 100 Stück muss man zirka 20 Euro ausgeben.

Auf einem Tisch liegt eine Zigarette und Nikotinkaugummis
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  • Nikotinlutschtablette

Nikotinlutschtabletten unterscheiden sich in Wirkung und möglicher Nebenwirkung nicht vom Kaugummi. Kaufen kann man sie in den Stärken von ein, zwei und vier Milligramm und ähnlich wie bei den Kaugummis kosten 100 Stück zirka 20 Euro.

Zigaretten und Tabletten
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  • Nikotinnasenspray

Nikotinnasenspray wird über die Nasenschleimhaut zugeführt. Das Nikotin kann auf diesem Weg sehr schnell und hochdosiert vom Körper aufgenommen werden. Deshalb ist das Produkt besonders für Aufhörwillige geeignet, deren Zigarettenkonsum über 30 Zigaretten pro Tag lag. Die Dosierung der Sprays liegt mit 15 Milligramm über der von Kaugummi und Lutschtablette. Eine Dose Spray mit 150 Hüben kostet zirka 23 Euro.

Eine Frau sprüht sich Nasenspray in die Nase.
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Alternativen zu Nikotin-Präparaten sowie weitere Methoden wie Akupunktur, Hypnose, Apps und E-Zigaretten werden hier bei der MDR Umschau erläutert.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 31. Mai 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Mai 2019, 13:13 Uhr

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