Ratgeber Tiefdruck-Wetter = Kopfschmerz-Zeit - Was hilft?

Nach Orkan "Sabine" kündigen sich weitere Stürme an. Und Sturm und Regen bereiten Kopfschmerzen. Zumindest denjenigen, die wetterfühlig sind. Während es sich die einen mit einem guten Buch vor dem Kamin gemütlich machen, kämpfen die anderen gegen den pochenden Schmerz in den Schläfen. Was macht das Wetter mit uns? Und welche natürlichen Mittel helfen, das Leiden zu mindern?

Frau mit Kopfschmerzen
Nicht gleich zur Tablette greifen! Auch viele natürliche Mittel helfen gegen Kopfschmerzen. Bildrechte: IMAGO

Nach Orkan "Sabine" stürmt es weiter. Tiefdruck-Wetterlagen sind vor allem für Kopfschmerzpatienten ein Graus. Stürme und Winde sorgen für starke Temperaturschwankungen - und die machen so manchem Kopf zu schaffen.

Weshalb reagiert unser Kopf auf Wetterwechsel?

Die gute Nachricht: Wetterbedingte Kopfschmerzen sind zwar lästig, aber nicht gefährlich! Auslöser für die Reaktion auf schnelle Wetterwechsel sind Rezeptoren in der Halsschlagader. Sie melden Veränderungen von Temperatur und Luftdruck ans Gehirn - und das reguliert Herzfrequenz und Blutdruck.

Der kurzfristige Wechsel von tiefen, winterlichen Temperaturen auf milde, frühlingshafte Werte trifft vor allem Menschen mit niedrigem Blutdruck. Damit die Körpertemperatur nicht zu stark steigt, dehnen sich die Blutgefäße aus, um Wärme abzugeben. Erweiterte Blutgefäße im Gehirn sind ein häufiger Grund für Kopfschmerzen.

Auch Zugluft und kalter Wind können Ursache für Verspannungen der sensiblen Kopf- und Nackenmuskulatur sein. Bei empfindlichen Menschen kann das Kopfschmerzen auslösen. Mütze und Schal sollten bei ihnen zur Standardausrüstung gehören.

Grafik: Scherenschnitt von einem Menschen mit Kopfschmerzen
Wetterbedingte Kopfschmerzen sind zwar lästig, aber nicht gefährlich! Bildrechte: imago images/Ikon Images

Wenn das Wetter aufs Gemüt schlägt ...

Auch die psychische Befindlichkeit spielt in puncto Kopfschmerzen eine Rolle. Das schwindende Sonnenlicht wirkt sich auf den Serotonin-Stoffwechsel aus, der für die Stimmungslage eines Menschen mitverantwortlich ist. Antriebslosigkeit und Reizbarkeit enden häufig in familiärem oder beruflichem Stress: dem Hauptauslöser von Spannungskopfschmerzen.

Kopfschmerzen soll man nicht aushalten!

Alles nicht so wild? Definitiv falsch ist es, Kopfschmerzen zu ignorieren. Durchaus sinnvoll ist es, zunächst zu natürlichen Mitteln zu greifen. Zeigen die keine Wirkung, kann durchaus eine Tablette genommen werden, damit der Schmerz nicht schlimmer wird.

Grafik: Nahaufnahme einer Frau mit anhaltenden Kopfschmerzen
Lieber eine Tablette nehmen, als den Kopfschmerz aushalten! Bildrechte: imago/Ikon Images

Bewährte Hausmittel gegen Kopfschmerzen

Wasseranwendungen (Hydrotherapie)
Bei Kopfschmerzen haben sich sowohl kalt-warme-Fußbäder als auch entspannende Vollbäder bewährt.

Gezielte Reize an den Füßen wirken regulierend auf die Muskulatur und die Blutgefäße des Kopfes. Kalt-warme Fußbäder sind damit entspannend und anregend zugleich. Man benötigt zwei Gefäße, in die man beide Füße bequem hineinstellen kann. Eines enthält 38 Grad warmes Wasser, das andere ist mit 12 bis 18 Grad kaltem Wasser gefüllt. Das Wasser sollte bis eine Handbreit unterhalb der Kniescheibe reichen. Beide Beine werden dann für drei bis fünf Minuten in das warme Wasser gestellt, anschließend kommen die Beine für acht bis zehn Sekunden in das kalte Wasser. Dieser Wechsel ist dreimal hintereinander durchzuführen. Enden sollte die Anwendung immer mit einem kalten Fußbad.

Ein entspannendes Vollbad kann durch Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich verursachte Kopfschmerzen lindern. Bis zu den Ohrläppchen ins 36 bis 38 Grad warme Wasser eintauchen - und die wohltuende Wärme zehn bis 20 Minuten auf den verspannten Nacken einwirken lassen! Durchblutungsfördernde Badezusätze mit Wirkstoffen aus Fichtennadeln und Rosmarin verstärken die Entspannung. Zusätze auf Basis von Arnika und Heublumen wirken schmerzstillend.

Ätherische Öle
Wenn Stress die Ursache für den Kopfschmerz ist, helfen ätherische Öle aus der Baldrian-Wurzel. Sie wirken wie ein Filter und sorgen dafür, dass übermäßig starke Reize aus der Umwelt abgeschwächt werden. Auch Pfefferminzöl, großflächig auf Stirn und Schläfen verteilt, kann gegen akute Kopfschmerzen helfen.

Kaffee mit Zitrone
Viele Kopfschmerzpatienten schwören auf einen starken Kaffee mit einem Schuss Zitrone. Das Koffein gelangt mit dem Blut ins Gehirn und erweitert dort verengte Blutgefäße. Außerdem kurbelt es den Stoffwechsel an. Der Zusatz von Zitrone kann die körpereigene Schmerzminderung unterstützen. Wer keinen empfindlichen Magen hat, kann davon profitieren.

Akupressur
Bei der Akupressur handelt es sich um eine Art Druckmassage, die einen gestörten Energiefluss positiv beeinflusst. Mit den Fingerspitzen werden kreisende, nicht allzu kräftige Bewegungen auf bestimmte Punkte des Körpers ausgeübt. Zum Beispiel links und rechts der Schläfe, jeweils etwa einen Fingerbreit vom Ende der Augenbraue entfernt. Beide Punkte sind gleichzeitig zu stimulieren. Außerdem die Augen dabei schließen. So können vor allem Kopfschmerzen gelindert werden, die hinter der Stirn sitzen.

Junge Frau mit Kopfschmerzen
Mit den Fingerspitzen kreisende Bewegungen rechts und links der Schläfe durchführen! Bildrechte: Colourbox.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. Februar 2020 | 17:15 Uhr

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