Schwerelos über den Wolken Wie funktioniert ein Parabelflug?

BRISANT | 26.03.2019 | 17:15 Uhr

Um auch außerhalb des Weltalls Schwerelosigkeit zu erzeugen, sind spezielle Flugmanöver nötig. Bei Parabelflügen absolvieren Flugzeuge wellenartige Kurven, auf deren oberstem Punkt die Insassen für etwa 20 Sekunden im Innenraum abheben können.

Von 2,5g auf 0g

Die Flugmanöver sind eindrucksvoll: In 6.000 Metern Höhe beginnen die Piloten mit dem steilen Aufstieg, das Flugzeug, ein speziell umgebauter Airbus, neigt sich dabei bis zu einem Winkel von 47 Grad schräg nach oben. Nach 20 Sekunden und in einer Höhe von rund 7.500 Metern erreicht die g-Kraft einen Wert von 2,5g, man spürt also das zweieinhalb-fache des Körpergewicht. Dann drosseln die Piloten schlagartig den Antrieb. Durch den enormen Schwung steigt das Flugzeug noch einen Kilometer höher, wird dabei jedoch von der Schwerkraft nach unten gezogen, sodass es einen Bogen fliegt - eine Parabel.

Grafik Parabelflug
Bildrechte: DLR/Gilles Le Barzic

22 Sekunden schwerelos

Wie ein Ball, den man hoch wirft und der an seinem höchsten Punkt für einen Augenblick bewegungs- und schwerelos in der Luft steht, herrscht an Bord während dieser Phase für 22 Sekunden annähernde Schwerelosigkeit - also 0g. Nach Passieren des Scheitelpunktes rast das Flugzeug wieder in Richtung Boden, die Nase zeigt 42 Grad steil nach unten, und die Piloten starten die Triebwerke, um den Sturzflug wieder abzufangen. Nach wenigen Minuten beginnen sie das Manöver von vorn.

Teilnehmer eines Parabelflugs des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) schweben in der Kabine des Airbus A300 Zero-G.
Bildrechte: dpa

Innenraum weich verkleidet

Der Innenraum des Flugzeuugs ist mit weichen Gummimatten verkleidet, sodass es an Bord keine Kanten gibt, an denen die Passagiere sich stoßen könnten. Das Bewegen in der Schwerelosigkeit will gelernt sein: Schon die kleinste Bewegung gibt dem Körper einen Impuls, der auf der Erde wegen der Schwerkraft und der Reibung keine Auswirkung hat, in der Schwerkraft aber den Körper drehen und trudeln lässt.

bri/swr/dlr

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 26. März 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 19:06 Uhr

Mehr Ratgeber