Survival-Tipps Wildschwein-Angriff: So verhält man sich richtig!

Zum Glück werden Wildschweine ihrem Namen nur selten gerecht. Grundsätzlich sind sie friedliebende Tiere, die sich vor den Menschen fürchten. Doch wenn sie sich angegriffen fühlen, kann sich das schnell ändern - und für den Menschen gefährlich werden. Wie erkennt man eine solche Situation und wie sollte man sich verhalten, um Schlimmeres zu verhindern? BRISANT mit Tipps für Begegnungen mit der wilden Sau.

Wildschwein schaut hinter einem Baum hervor.
Normalerweise sind Wildscheine friedliche Tiere, die den Kontakt zum Menschen meiden. Bildrechte: imago images / blickwinkel

Grundsätzlich sind Wildschweine friedliche Tiere und alles andere als aggressiv. Vor Menschen haben sie Angst und meiden ihre Nähe. Damit das so bleibt, sollte man es tunlichst vermeiden, die Wildtiere mit Futter zu locken. Für Hausbesitzer gilt, die Biotonne gut verschlossen zu halten und keine Essensreste auf den Kompost zu werfen.

In welchen Situationen können Wildschweine angreifen?

Dass ein Mensch im Wald von einem Wildschwein angegriffen wird, passiert äußerst selten. Am größten ist die Wahrscheinlichkeit im Winter, wenn die Keiler auf Paarungssuche gehen, und im Frühjahr (ab Februar), wenn die Bachen sich um ihren Nachwuchs sorgen.

Deshalb sollte man, so niedlich sie auch sind, den Kontakt zu Frischlingen vermeiden. Das Muttertier könnte die Annäherung als Gefahr einschätzen - und angreifen.

Auch zu verletzten Tieren - etwa durch den Straßenverkehr - sollte man Abstand halten. Das Wildschwein könnte einen Angriff vermuten und aggressiv reagieren. Sinnvoller ist es, im Auto zu bleiben und Polizei oder Jagdpächter zu informieren.

Ein Problem sind Wildschweine, die sich in besiedelten Gebieten aufhalten und die Scheu vor den Menschen verloren haben. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Meiden Sie den Kontakt zu diesen Tieren.

Wildschweine
Hat eine Bache Angst um ihre Frischlinge, kann sie durchaus angriffslustig sein. Bildrechte: IMAGO

Woran erkennt man ein angriffslustiges Wildschwein?

Wenn ein Wildschwein seinen Schwanz aufstellt, laut durch die Nase schnaubt, den Kopf hin und her wirft und mit den Zähnen klappert, ist eindeutig Gefahr in Verzug: ein Angriff steht kurz bevor.

Und der kann es durchaus in sich haben. Wildschweine können bis zu 200 Kilogramm schwer sein, bis zu 50 km/h schnell rennen und haben messerscharfe Zähne. Und mit denen beißen sie bei Gefahr auch zu.

Wie verhält man sich bei einem Wildschwein-Angriff?

Steht man einem Wildschwein gegenüber und fürchtet einen Angriff, gilt zunächst: Ruhe bewahren. Machen Sie sich möglichst groß und klatschen Sie laut in die Hände. Normalerweise verzieht sich das Borstentier dann.

Ist das nicht der Fall, sollte man zunächst stehen bleiben, beruhigend auf das Tier einreden und sich dabei langsam zurückziehen. Achten Sie auf ausreichend Abstand zum Wildschwein und engen Sie es nicht ein. Hektische Bewegungen sollten in jedem Fall vermieden werden. Auch Weglaufen ist sinnlos.

Klettern Sie - wenn möglich - auf einen Baum oder einen Hochsitz.

Wie greifen Wildschweine an?

Greift ein Wildschwein tatsächlich an, attackiert es zunächst die Beine des Menschen und versucht ihn umzuwerfen. Seine scharfen Zähne kommen mühelos durch jede Hose und können die Schlagadern an den Oberschenkel-Innenseiten verletzen. Das ist ernsthaft gefährlich.

Die gute Nachricht: Wildschweine greifen in der Regel nur einmal an - und laufen dann schnell weg.

Mit dem Hund unterwegs - was sollte man beachten?

Ein Hund schützt vor einem Wildschwein nicht. Kommt es beim Gassigehen zu einer Begegnung, sollte man versuchen, den Hund ruhig zu halten. Ansonsten könnte sich das Borstentier angegriffen fühlen und seinerseits angreifen.

Erkennt das Schwein den Menschen als denjenigen, der das Sagen hat, gilt der Angriff ihm. Sieht es den Hund als Aggressor, sollte man ihn von der Leine lassen, damit er die Chance hat wegzulaufen. Hunde sind oft schnelle und wendige Läufer und können einem Wildschwein durchaus entkommen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 10. Oktober 2021 | 17:00 Uhr

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