Blick in eine Notunterkunft.
678.000 Menschen waren 2018 wohnungslos und teilweise auf Notunterkünfte angewiesen. (Archiv) Bildrechte: imago/Christian Mang

Mehr Wohnungslose in Deutschland Hilfe bei (drohender) Wohnungslosigkeit

Die Zahl der Wohnungslosen ist nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) im vergangenen Jahr auf 678.000 Menschen gestiegen. Hier erfahren Sie, wo es Hilfe für betroffene Personen gibt.

Blick in eine Notunterkunft.
678.000 Menschen waren 2018 wohnungslos und teilweise auf Notunterkünfte angewiesen. (Archiv) Bildrechte: imago/Christian Mang

Zahl der Wohnungslosen gestiegen

Die 678.000 Menschen bedeuten einen Anstieg um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie BAGW-Geschäftsführerin, Werena Rosenke am Montag (11.11.) mitteilte. Davon lebten 2018 etwa 41.000 Menschen ohne jegliche Unterkunft obdachlos auf der Straße. Laut Schätzung sind acht Prozent der Wohnungslosen Kinder. Rund 159.000 (67 Prozent) seien Männer, ein Viertel Frauen. "Die drohende Altersarmut der Generation der Billigjobber, der Solo-Selbstständigen und anderer prekär beschäftigter Menschen ist besorgniserregend", so Rosenke.

Unterschied zwischen obdachlos und wohnungslos

Als wohnungslos gelten laut Wohnungslosenhilfe Menschen, die in Einrichtungen wohnen, in denen die Aufenthaltsdauer begrenzt ist und in denen keine Dauerwohnplätze wie Übergangswohnheime, Asyle oder Herbergen zur Verfügung stehen. Obdachlos ist hingegen, wer auf der Straße lebt und unter Brücken oder in Parks übernachtet. Dazu zählten auch Menschen, die sich in Notunterkünften und sich nur zeitweilig in sogenannten niederschwelligen Einrichtungen aufhalten.

Ein obdachloser Mensch sitzt in viele Decken gewickelt an eine Mauer gelehnt
Wer auf der Straße lebt und unter Brücken oder in Parks übernachtet, gilt als obdachlos. (Archiv) Bildrechte: imago/localpic

Hier finden Sie Hilfe in deutschen Großstädten:

  • Berlin

Die Zentrale Beratungsstelle für Menschen in Wohnungsnot bietet Beratung und weiterführende Hilfen für Menschen ohne eigene Wohnung oder bei drohendem Wohnungsverlust an.

Telefon: 030 3904740


  • Hamburg

Die Diakonie Hamburg ist für Menschen da, die auf der Straße leben oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind.

Telefon: 040 40178211


  • München

Die Infothek der Stadt München ist die erste Anlaufstelle bei (drohender) Wohnungslosigkeit. Das Angebot reicht von der informativen Beratung bis hin zur Vermittlung von vorübergehenden und festen Wohnungen.

Telefon: 089 23340105


  • Köln

Wohnungslosen Menschen bietet die Stadt Köln umfangreiche Hilfen an. Dazu gehört nicht nur die Vermittlung von Notschlafstellen und Wohnangeboten, sondern auch finanzielle Hilfe sowie Beratung und Begleitung.

Telefon: 0221 22126538


  • Frankfurt am Main

Bei der Stadt Frankfurt finden obdachlose oder wohnungslose Einzelpersonen und Familien kompetente Ansprechpartner zu Fragen der Existenzsicherung und Unterkunft.

Telefon: 069 21230233


  • Stuttgart

Die Fachstelle für Wohnungssicherung der Stadt Stuttgart bietet verschiedenste Hilfsangebote für Obdachlose und Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind.

Telefon: 0711 21659169


  • Düsseldorf

Das Ziel der Beratungsstelle für Wohnungsnotfälle der Stadt Düsseldorf ist es, Wohnungslosigkeit zu vermeiden und dauerhaftes Wohnen zu sichern.

Telefon: 0211 8994477


  • Leipzig

Das Sozialamt der Stadt Leipzig bietet zahlreiche Hilfsmöglichkeiten. Diese reichen von Übernachtungshäusern bis hin zu Informationen zum Hilfebus der Stadt.


  • Dortmund

Die Zentrale Beratungsstelle für wohnungslose Menschen in Dortmund bietet verschiedene Hilfsangebote, die nach dem Grundsatz "Hilfe zur Selbsthilfe" agieren.

Telefon: 0231 8494109


  • Essen

Die Zentrale Beratungsstelle für wohnungslose Frauen und Männer leistet Hilfestellung bei der Vermittlung von Wohnmöglichkeiten.

Telefon: 0201 2664295202

Allgemeine Überlebenshilfen für Wohnungslose

Wohnungslose haben es häufig schwer, zu Ihrem Recht zu kommen. Doch sie haben Rechte - auf Arbeitslosengeld II, gesundheitliche Versorgung oder einen Schlafplatz. Die Caritas Deutschland gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen: Welche Angebote gibt es und wer übernimmt die Kosten? Alle Informationen gibt es hier.

ten/kna

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. November 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. November 2019, 18:52 Uhr

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