Scheuer Vierbeiner Begegnung mit dem Wolf - So verhalten Sie sich richtig

Begegnungen mit Wildtieren wie dem Wolf sind in oder außerhalb von deutschen Städten in Deutschland äußerst selten. Da sich die Population aber stetig vergrößert, sind Aufeinandertreffen nicht ausgeschlossen. Beachtet man einige Regeln, besteht allerdings kaum Gefahr.

Ein Wolf im Wald.
Begegnungen mit Wölfen sind selten, aber nicht ausgeschlossen. (Archiv) Bildrechte: dpa

Wölfe sind von Natur aus eher vorsichtig und meiden direkte Begegnungen mit dem Menschen. So weichen die Tiere dem Menschen bereits aus, bevor sie vom Zweibeiner überhaupt bemerkt werden. Ein direktes Zusammentreffen ist somit eher selten. Es ist aber nicht ausgeschlossen, immerhin gibt es nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) inzwischen rund 160 Rudel, 30 Paare und 20 Einzeltiere in Deutschland.

Lebensräume überschneiden sich

Allerdings müssen Wölfe damit umgehen, dass es überall in ihrem Lebensraum menschliche Siedlungen gibt. Es bleibt daher nicht aus, dass sie an diesen vorbei laufen oder gelegentlich auch hindurch. Das kommt auf Grund der überwiegenden Nacht- und Dämmerungsaktivität der Wölfe vor allem im Schutze der Dunkelheit vor. Die Haltung von Schafen und Ziegen in Siedlungen und an Gehöften ohne geeignete Umzäunung bietet daher insbesondere über Nacht keinen sicheren Schutz. Vereinzelt können Wölfe jedoch auch im Hellen im Siedlungsbereich gesehen werden, ähnlich wie dies von Füchsen, Rehen oder Wildschweinen bekannt ist.

Zwei Wölfe stehen nebeneinander
Die Lebensräume von Mensch und Wolf überschneiden sich immer mehr. (Archiv) Bildrechte: Colourbox.de

Angriffe auf Menschen sehr selten

Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere treten immer wieder auf. Angriffe auf Menschen sind nach Angaben des Norwegischen Instituts für Naturforschung (NINA) hingegen sehr selten. Laut ihrer umfangreichen Studie, für die Wolfsangriffe auf Menschen und ihre Ursachen in Skandinavien, Mitteleuropa, Asien und Nordamerika zusammengetragen und ausgewertet wurden, gab es nur wenige Fälle, in denen gesunde Wölfe einen Menschen angegriffen oder gar getötet haben. Wolfsangriffe auf Menschen lassen sich demnach vor allem auf drei Ursachen zurückführen: Tollwut, Provokation und Futterkonditionierung.

Wichtige Verhaltensregeln

Sollte es zu einem Aufeinandertreffen kommen, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und Abstand zu halten. Besonders Jungtiere sind noch neugierig und ziehen sich eventuell nicht sofort zurück. Auf keinen Fall sollte man in solch einer Situation davonrennen, da dies ein Verfolgungsverhalten des Tieres auslösen könnte. Sollte der Wolf sich Ihnen wider Erwarten nähern, bleiben Sie stehen und machen Sie sich groß. Nähert sich das Tier weiter, sollten Sie eher einen Schritt auf den Wolf zugehen, als zurückweichen und versuchen, das Tier damit einzuschüchtern.

Ein Wolf durchstreift eine winterliche Landschaft.
Vor allem junge Wölfe könnten bei einer Begegnung sehr neugierig reagieren. (Archiv) Bildrechte: dpa

Den Respekt nie verlieren

Bei jedem Verhalten sollte man immer bedenken: Wölfe sind große wehrhafte Wildtiere. Begegnen Sie Ihnen mit Respekt. Versuchen Sie nicht, sich einem Wolf anzunähern und schon gar nicht, ihn anzulocken. Lassen Sie ihm Raum für den Rückzug. Füttern Sie Wölfe unter keinen Umständen und lassen Sie keine Essensreste liegen. Die instinktive Vorsicht, die Wölfe Menschen gegenüber zeigen, kann verloren gehen, wenn die Tiere positive Reize vom Menschen erfahren. Daraus kann ein problematisches oder sogar aggressives Verhalten des Wolfes entstehen.

Gefahr für den Haushund?

Wölfe sind die Vorfahren der Haushunde und können noch immer mit ihnen kommunizieren. Gerade die Tatsache, dass Wölfe Hunde unter Umständen als Artgenossen ansehen, kann jedoch problematisch sein. Hunde verhalten sich in der Regel nicht wie Wölfe, was zu "Missverständnissen" führen kann. Generell sollten Hunde im Wolfsgebiet angeleint bzw. nahe bei ihrem Besitzer geführt werden. Es kann durchaus vorkommen, dass Wölfe sich für diese Artgenossen interessieren, die aus Wolfssicht "dreist" in ihrem Territorium markieren. Die Nähe seines Besitzers ist der beste Schutz für den Hund.

(BRISANT/bmvu/nabu)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. Januar 2022 | 17:10 Uhr

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